Schmerz, Einsamkeit, Krankheit: Was Ihr Haustier Ihnen nicht sagen kann

Von Mittelbayerische Zeitung · 3. Juni 2025 um 15:00

Haustiere sprechen nicht unsere Sprache. So übersehen wir oft wichtige Signale, die auf ihre Bedürfnisse oder Schmerzen hinweisen. Die Neumarkter Tierärztin Karen von Trauwitz nennt fünf Dinge, die Ihr Haustier Ihnen nicht sagen kann – aber gern sagen würde.

Jeder Tierhalter weiß, wie sehr uns unsere Tiere ans Herz wachsen. Sie sind treu, sensibel und voll Emotionen. Doch so nah wir ihnen auch sind: In der tierärztlichen Praxis sehen wir täglich Situationen, die vermeidbar gewesen wären, wenn die Besitzer gewusst hätten, worauf sie achten müssen.

So erkennen Haustierhalter, was ihnen ihre Liebsten kommunizieren wollen.

■ „Ich habe Schmerzen – aber ich zeige es nicht wie ein Mensch“: Tiere schreien nicht, sondern ziehen sich zurück, fressen weniger oder verändern ihre Bewegungen. Besonders Katzen verstecken Beschwerden oft bis zum fortgeschrittenen Stadium. Schon kleinste Verhaltensänderungen sollten ernst genommen werden. Schmerz ist nicht immer offensichtlich – aber er ist real.

■ „Ich brauche nicht nur Liebe, sondern auch den Tierarzt“: Viele Halter glauben: Solange das Tier frisst und fröhlich wirkt, ist alles in Ordnung. Doch viele Krankheiten entwickeln sich still – etwa Zahnprobleme, Herzleiden oder Parasitenbefall. Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen. Ihr Tier kann nicht sagen, dass es krank ist – Sie müssen es für es erkennen.

■ „Was mir schmeckt, ist nicht unbedingt gut für mich“: Tiere fressen oft auch das, was ihnen nicht bekommt. Leckerlis, falsches Futter oder Essensreste können zu Übergewicht, Diabetes oder Pankreatitis führen. Lassen Sie sich zur optimalen Ernährung beraten. Ihr Tier kann Ihnen nicht sagen, dass ihm etwas nicht bekommt.

■ „Ich bin nicht böse – vielleicht habe ich Angst oder bin krank“: Aggression, Rückzug oder Unsauberkeit deuten oft nicht auf Ungehorsam, sondern auf Schmerzen, Stress oder Krankheiten hin. Statt zu strafen, fragen Sie sich: Was könnte mein Tier belasten?

■ „Ich wünsche mir mehr Zeit mit dir“: Haustiere sind soziale Wesen. Hunde leiden bei Einsamkeit, selbst Katzen suchen oft Nähe. Mangelnde Aufmerksamkeit kann zu Depressionen oder Verhaltensstörungen führen. Gemeinsame Zeit, Spiel und Zuwendung sind essenziell. Ihr Tier zeigt es täglich mit Blicken und Verhalten.

Fazit: Als Tierärzte wollen wir die Stimme der Tiere sein. Doch Sie als Halter sind ihre wichtigste Bezugsperson. Beobachten Sie Ihr Tier genau, stellen Sie Fragen und informieren Sie sich. Haustiere brauchen nicht viel – aber was sie brauchen, ist entscheidend: Sicherheit, Zuwendung, richtige Pflege und Liebe. Und sie geben Ihnen alles zurück – jeden Tag.