Holzrückewettbewerb in Furth im Wald verlangt blindes Vertrauen von Ross und Fuhrmann

Von Alexander Frimberger · 30. Mai 2025 um 15:00

Ein Termin für Pferdefreunde: Am Sonntag, 1. Juni, lädt die Pferdezüchtervereinigung Furth im Wald/Hohenbogenwinkel zum Holzrückewettbewerb. Gefragt sind Kraft, Präzision und Teamwork.

Holzrücken mit starken Pferden hat bei Waldbauern eine jahrhundertealte Tradition. Die kräftigen Kaltblüter mussten große, gefällte Baumstämme aus dem Wald holen und auf den nächsten Forstweg oder zu einer Verladestation bringen.

Unachtsamkeit wird bestraft

Auch wenn moderne Maschinen heute hauptsächlich die Arbeit übernehmen, stellt dennoch das mittelschwere Kaltblut den Idealtyp eines Rücke-pferdes dar, das genügend Wendigkeit und Gangvermögen mit ausreichender Zugkraft verbindet, heißt es in einer Untersuchung: „Vergleich von Pferde- und Seilschleppereinsatz beim Vorliefern von Vollbäumen“, wie im Internet auf den Seiten der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft nachzulesen ist. Argumente für den Vierbeiner sind demnach unter anderem die geringere Umweltbelastung (Abgase, kein Verbrauch von Diesel), problematische und unbefahrbare Waldböden oder auch betriebswirtschaftliche Überlegungen des Waldbesitzers.

Nach über zwölf Jahren – der letzte Wettbewerb dieser Art für Pferdezüchter fand 2012 beim Gasthaus zur Rast in Grub statt – geht es am Sonntag ab zehn bis 17 Uhr auf dem Gelände des Pensionsstalls Pongratz am Dieberger Weg/Weiherdamm aber erst einmal nicht darum, Bäume aus dem Wald zu schleppen, sondern sie vielmehr geschickt um einen Parcours zu lenken. „Da sind Geschicklichkeit, Teamfähigkeit und Gehorsam im Zusammenspiel Fuhrmann und Pferd gefragt“, sagt Mitveranstalter Alexander Pongratz.

Da sind Geschicklichkeit, Teamfähigkeit und Gehorsam im Zusammenspiel Fuhrmann und Pferd gefragt.

Alexander Pongratz über den Wettbewerb

Gezogen wird ein sieben Meter langer Stamm, mit dem 18 verschiedene Hindernisse überwunden werden müssen. Je nach Abschnitt muss ein zweiter Stamm mitgeführt werden. An jedem Hindernis sind Hütchen mit Bällen positioniert, die nicht abgeworfen werden dürfen. Jeder Abwurf wird dementsprechend als Fehler gewertet.

„Der Parcours verlangt höchste Konzentration, aber auch Ruhe von Pferd und Fuhrmann“, sagt Pongratz und ergänzt: „Ein Durchgang kann schon rund 15 Minuten dauern.“

Es werden unterschiedliche Rassen an den Start gehen. Unter anderem sind Noriker, süddeutsche und schwarzwälder Kaltblut dabei. Auch ein Mini-Shetty-Pony geht laut Pongratz an den Start. Um Chancengleichheit zu wahren, ist dessen Stamm zwar auch sieben Meter lang, aber wesentlich leichter als die der großen Brüder. 15 Teilnehmer, teilweise mit mehreren Pferden aus den Landkreisen Cham und Regen, aber auch über die Region hinaus, haben sich angemeldet. Auch drei Fuhrmänner aus Tschechien sind dabei.

Es gibt zwei Prüfungen, einmal für Einspänner und einen weiteren Wettbewerb für Zweispänner.

Ein Abstecher lohnt

Die Hindernisse simulieren dabei echte Gegebenheiten, wie sie im Alltag der Pferde im Wald vorkommen können. Der Eintritt für Besucher ist frei. Der Veranstalter weist darauf hin, dass sich das Wettbewerbsgelände in direkter Nähe zum Gelände der Landesgartenschau befindet. „Ein Abstecher zu uns lohnt sich“, sagt Pongratz. Für Verpflegung mit Grillen, Kaffee und Kuchen ist gesorgt.

Stefanie Schneider, Dominik Pongratz, Sebastian Lemberger, Schirmherr Josef Berlinger und Alexander Pongratz freuen sich auf zahlreiche neugierige Besucher. - Foto: Pongratz