„Rodinger Modell“ als Vorbild für Bayern: MdL Preidl lobt Konzept der „Handyfreundlichen Schule“ an der Realschule

Von Oliver Hausladen · 28. Mai 2025 um 15:00

Die Noten sind nicht schlechter geworden, die Aufnahmezahlen nicht weniger und auch das Cybermobbing hat nicht zugenommen – von einem „Erfolgsmodell“ spricht deshalb der Direktor der Rodinger Realschule, Alexander Peintinger, wenn es um das Konzept der handyfreundlichen Schule geht. Lob für das „realitätsnahe Modell“ gab es bei einem Besuch am Dienstag auch von Landtagsabgeordnetem Julian Preidl (Freie Wähler), der das Konzept durchaus als Blaupause für andere weiterführende Schulen in Bayern sieht.

„Wir bringen unseren Schülern in sechs Jahren bei, wann und wie sie ihr Smartphone sinnvoll nutzen können und sollen“, erläutert Peintinger. Dabei wurden verbindliche Regelungen aufgestellt, etwa, dass die Nutzung des Handys in der Pause, in einer Freistunde oder bei Klassenfahrten nach Absprache mit den entsprechenden Lehrkräften genutzt werden darf, keinesfalls aber unter anderem bei allen Leistungsnachweisen oder Abschlussprüfungen. Ebenfalls verboten sind Filmen, Fotografieren und Tonaufnahmen, es sei denn in unterrichtlichen Situationen nach Absprachen mit einer Lehrkraft.

Wir können nicht mehr in eine Zeit zurück, in der es keine Handys gab, sie gehören mittlerweile ganz normal zur Realität der Schüler

Alexander Peintinger, Direktor der Rodinger Realschule

Bei Verstößen gegen die Regeln des Modellversuchs können Lehrkräfte die Handys abnehmen. Bei drei Vergehen findet ein Gespräch mit Eltern und Schulleitung statt, dort werden auch weitere Konsequenzen besprochen. Falls der konkrete Verdacht besteht, dass sich auf dem Smartphone strafbare Inhalte befinden, kann die Schule die Polizei einschalten.

„Wir können nicht mehr in eine Zeit zurück, in der es keine Handys gab, sie gehören mittlerweile ganz normal zur Realität der Schüler“, sagt Peintinger. Ein generelles Handyverbot an Schulen, wie es aktuell wieder diskutiert wird, hält er für einen falschen Weg. Viel wichtiger sei es, die Schüler zu einem sinnvollen und verantwortungsbewussten Umgang mit dem Gerät zu erziehen.

In der Pflicht sieht der Schulleiter auch insbesondere die Eltern, die sich außerhalb des „geschützten Raums“ der Schule damit beschäftigen müssten, was ihre Kinder am Smartphone treiben. Für sinnvoll würde er erachten, etwa Kurse für den verantwortungsbewussten Umgang mit dem Smartphone nicht nur für die Schüler, sondern auch für die Eltern abzuhalten.

„Das Handy ist die neue Realität“, sagt auch Preidl, teilweise vier bis fünf Stunden pro Tag verbringen Jugendliche damit. Es biete viele Chancen, aber auch Risiken, ein offener Umgang damit sei deshalb aus seiner Sicht begrüßenswert. „Sich der Herausforderung zu stellen ist besser, als Verbote auszusprechen, die realitätsfremd und eh kaum umsetzbar sind“, findet er. Das „Rodinger Modell“ kann er sich deshalb auch gut an weiteren Schulen in Bayern vorstellen.