Sexueller Übergriff in Regensburger Klinik: Krankenhaus-Mitarbeiter muss in den Knast

Die junge Frau kam für eine Routine-Operation – und ging als Opfer eines sexuellen Übergriffs: Am Dienstag musste sich ein Angestellter (47) eines Regensburger Krankenhauses vor Gericht für einen Vorfall vor etwas über einem Jahr verantworten. Das Gericht kannte am Ende keine Gnade.
Laut Anklage war die junge Frau für einen Eingriff in der Klinik. Am Morgen wurde sie in eine normale Station verlegt. Der Krankenhaus-Mitarbeiter soll in ihr Zimmer gekommen sein, um den Körper der Patientin zu mobilisieren. Dazu rieb er sie mit Körperlotion ein. Später bat er sie ins Bad, wo es zum Übergriff kam. Auf Details soll aus Rücksicht auf das Opfer an dieser Stelle verzichtet werden. Die junge Frau bemerkte, dass etwas nicht stimmen kann – erstarrte allerdings vor Angst, wie es in der Anklageschrift heißt. Irgendwann brach es allerdings aus ihr heraus: „Jetzt reicht’s.“ Der Angeklagte verließ daraufhin den Raum. Das Opfer rief zügig den Oberarzt, wodurch der Fall ins Rollen kam.
Übergriff in Regensburger Klinik: Angeklagter bestreitet die Tat
Der Angeklagte bestritt die Tat beim Prozess am Dienstag. Über seinen Anwalt Julian Wunderlich ließ er ausrichten, die junge Frau nur auf deren Wunsch hin berührt zu haben, da sie über Rückenschmerzen geklagt habe. Im Bad wolle er mit seinem Opfer gar nicht gewesen sein.
Die junge Frau trat in der Hauptverhandlung als Nebenklägerin auf. Sie sagte unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. Das, was ihr Partner als Zeuge schilderte, ließ jedoch erahnen, wie sehr sie durch den Vorfall noch heute belastet wird. Ein Jurist, der in Diensten des Krankenhauses Missbrauchsfälle aufarbeitet, betonte, dass es sich bei einem derartigen Vorfall um einen Ausnahmefall handele. Zudem gab er an, dass es gegen den Mann bereits schon einmal Vorwürfe gegeben habe. Diese hätten sich allerdings nicht erhärten lassen.
Täter nach Übergriff in Regensburger Krankenhaus fristlos gekündigt
Eine ehemalige Kollegin sagte einerseits, dass sie den Angeklagten für seine Hilfe geschätzt habe – andererseits sei er aber auch nervig gewesen, weil er bisweilen dazu neigte, vorlaut zu sein. Der 47-Jährige wurde kurz nach dem Vorfall fristlos gekündigt, wogegen er sich nicht zur Wehr setzte.
Anwalt Wunderlich stellte mehrere Beweisanträge mit dem Ziel, weitere Zeugen zu hören. Die Kammer unter Vorsitz von Richter Ehrl lehnte dies allerdings ab und verurteilte den Krankenhaus-Mitarbeiter schließlich zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Man habe zum einen keinerlei Zweifel an den Ausführungen der jungen Frau. Zum anderen wiege der Vertrauensverlust, der durch die Tat entstanden sei, schwer, führte der Richter weiter aus.