Studieren statt meditieren: OTH Amberg-Weiden soll in den LGS-Schauturm ziehen

Mit seiner ungewöhnlichen Architektur ist der Schauturm im LGS-Park ein Wahrzeichen Neumarkts – das bisher relativ wenig genutzt wurde. Nun legte die Stadt ihre Ideen für die Zukunft vor –und die unterscheiden sich radikal von dem bisher bekannten Plänen.
Denn ursprünglich hatte Johann Beck, der Kopf hinter der Innehalten-Region, vorgehabt, den Turm zu einer Begegnungsstätte zu machen, in der Menschen zur Ruhe kommen können: „Angedacht war so etwas wie eine kleine Ausgabe des Straubinger Mitmach-Museums Nawareum“, sagt Beck.
An mehreren Stationen hätten die Besucher Informationen und praktische Übungen zum Erhalt der körperlichen und seelischen Gesundheit bekommen. Zudem hätte dieses Innehalten-Zentrum als Ort der Ruhe und Einkehr funktioniert. Dafür sei laut Beck die Lage ideal. Immerhin befinde sich der Turm mitten im Grünen und in unmittelbarer Nähe des(ebenfalls von der Innehalten-Region gestalteten) Gelassenheitswegs „Sieben Elemente“.
So wollte Neumarkt Touristen anlocken
„Diese Idee hatte ich vor etwa zwei Jahren mit dem damaligen Oberbürgermeister Thomas Thumann und Rainer Seitz vom Amt für Touristik entwickelt“, erinnert sich Beck. Sie erhofften sich, dass die Stadt durch das Projekt ein Stück vom Kuchen des boomenden Gesundheitstourismus bekommen könnte.
Beck war der Ansicht, dass nur relativ geringer Aufwand nötig sei, um den bestehenden Turm in die Begegnungsstätte umzuwandeln. Immerhin war er selbst bis 2020 mit der Firma Metatrain Mieter im Turm und kennt die Räume genau: „Das sind natürlich keine klassischen Büros“, beschreibt er die Kombination aus Turm und Rundbau mit drei Etagen. Durch die spezielle Bauweise seien bei der Nutzung immer kreative Ideen gefragt.
Und die wurden in den letzten zwei Jahren immer weiter entwickelt: Gemeinsam mit dem Kunstkreis Jura wurde überlegt, wie sich die Räume auch künstlerisch ansprechend gestalten ließen. Und schließlich wurde eine professionelle Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die eigentlich schon letzten Herbst im Stadtrat vorgestellt werden sollte.
Doch dazu kam es bisher nicht. „Mit dem Wechsel an der Stadtspitze haben sich offensichtlich die Prioritäten geändert“, so Beck.
Die Stadt bestätigte das auf Anfrage: Im Moment sei der Schauturm an die Ostbayerische Technische Hochschule (OTH) Amberg/Weiden vermietet, die dort Kurse abhält. Aktuell laufen kleinere Umbauarbeiten im Turm. Diese sollen ermöglichen, dass die Universität ab September den Lehrbetrieb aufnehmen kann.
Bester Campus: OTH Studenten lernen im Neumarkter LGS-Park
„Konkret ist vorgesehen, dass die OTH Amberg-Weiden dort weiterhin Fort- und Weiterbildungsprogramme im steuerlichen und rechtlichen Bereich anbietet“, sagt Josef Pöllmann vom Amt für Presse und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt. Diese Kurse, sollen zukünftig zu kompletten Studiengängen ausgebaut werden. Etwa 30 Studierende sollen dann in dem Gebäude lernen – unter anderem im Bereich Healthcare Management. Zudem soll geprüft werden, ob sich der Platz noch erweitern lässt.
Innehalten-Zentrum in Freystadt geplant
Beck nimmt es gelassen: „Ich gönne es den Studierenden von Herzen, an diesem charmanten Ort studieren zu können.“ Seine Idee eines Innehalten-Zentrums hat er nicht aufgegeben: Er will ein ähnlich gelagertes Projekt in Freystadt auf die Beine stellen – in Zusammenarbeit mit dem Franziskanerkloster: „ Das hat natürlich kleinere Dimensionen als in Neumarkt.“ Aber mit dem Garten der Stille, dem Barfußweg und den sakralen Rückzugsräumen seien gute Grundlagen für das Projekt vorhanden.