Raus zum Bürger! Der Auftakt der Landtruck-Tour in Kelheim

Der Bayerische Landtag ist eigentlich im Maximilianeum in München zuhause. Doch ein paar Mal im Jahr geht es für Bayerns Parlament auf Achse. In der Kreisstadt war am Freitag der Auftakt der Landtruck-Tour 2025 in Kelheim. Wir waren mit der Kamera dabei.
Eine Bilderstrecke finden Sie hier.
Von Gesundheit bis ÖPNV am Land: Am Freitagnachmittag stellten sich Kelheims CSU-Abgeordnete Petra Högl sowie ihre MdL-Kollegen Oskar Atzinger von der AfD, Mia Goller von den Grünen, Nicole Bäumler von der SPD und Tobias Beck von den Freien Wählern den Fragen von MZ-Redakteurin Martina Hutzler wie auch den Fragen der Bürger.
Nachdem die Schüler zu ihren Bussen geeilt waren, schauten sich vor allem Senioren den Landtruck aus der Nähe an. Auf der Bühne verrieten die Abgeordneten, wie sie zu Landarzt-Quote und Wehrersatzdienst stehen oder was Bayerns Politik tun muss, um die Mobilität der Bürger am Land oder Arbeitsplätze in der (Automobil-)Industrie vor Ort zu erhalten.
Raimund Fries von der Senioren-Union brannte die Zukunft der Apotheken insbesondere an den Wochenenden auf den Nägeln. Weitere Bürger- Fragen drehten sich um Deutsch-Kenntnisse von Pflege-Fachkräften, um IT-Kompetenzen der Lehrer oder um islamischen Unterricht. Bei Letzteren waren sich AfD-Mann und SPD-Frau ausnahmsweise einig: Es sei besser, „wenn der Staat da ein Auge darauf hat“.
Sympathie-Trägerin: Undine, die ihren Nachnamen nicht in der Zeitung lesen wollte, kam vor allem wegen Ilse Aigner zum Ludwigsplatz. „Sie ist einfach sympathisch und macht ihre Sache sehr gut“, sagte die 80-Jährige. Zur Erinnerung knipste sie ein Foto, als sich die Landtagspräsidentin ins Goldene Buch der Kreisstadt eintrug. Darin wünschte Aigner „Stadt und allen Bürgerinnen und Bürgern alles Gute für die Zukunft“. Auch Hannelore und Harald Kirmeier aus Kelheim zog es zum Landtruck. Im echten Landtag in München waren sie schon einmal, sagte das Ehepaar. Auch eine Debatte verfolgten sie im Maximilianeum. Wenn nun der Landtruck in Kelheim Halt mache, müsse man sich das ansehen, befanden beide. Auch eine 78-jährige Ihrlersteinerin verfolgte den Vormittag. Es war „halt eine Kinderdiskussion“, sagt die Seniorin mit Blick auf die Fragen der Schüler. „Aber es waren auch sehr schöne Fragen dabei.“ Was sie selbst die Politiker gefragt hätte, behielt sie für sich. Nur so viel: Politisch interessiert sei sie schon lange.

Was, mein oberster Dienstherr ist da? Kelheim ist beliebte Etappe bei Rad-Urlaubern. So mancher wurde vom gesperrten Ludwigsplatz überrascht. „Was mein oberster Dienstherr ist da?“, fragte eine Radlerin aus Erlangen angesichts des Landtrucks. Sie arbeitet an der Universität. Mit Mann, Freundin Anne Prophet (2.v.re.) und deren Gatten geht es für die Vier von Neunkirchen am Brand in Oberfranken durch Niederbayern und die Oberpfalz. Auch ein Männer-Quartett aus Frankfurt am Main stoppte vor den Baken am Ludwigsplatz. „Der Landtag kommt raus zur Bevölkerung? Das finde ich sehr gut“, meinte Uwe. Dann trat er wieder in die Pedale und es ging weiter auf der „Fünf-Flüsse-Tour“.

Für die Englisch-Lehrerin: Am Rande des Bühnenprogramms ergatterte mancher auch ein Autogramm von Ilse Aigner. So auch dieser Schüler von der Kelheimer FOS. „Für Frau Baier“ schrieb die Landtagspräsidentin als Widmung. „Wir haben rumgescherzt, dass ich meiner Englisch-Lehrerin ein Autogramm mitbringen könnte. Da ist es.“

Demokratie vor Ort: Der Landtruck des Bayerischen Landtags ist „eigentlich eine Corona-Idee“, sagt Andreas Hesse, der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit im bayerischen Landtagsamt. Im vierten Jahr rollt der nun durch den Freistaat. Neben Landtagspräsidentin Ilse Aigner und den fünf Abgeordneten waren in Kelheim fünf Mitarbeiter vom Landtag vor Ort. Für die Besucher hatten sie nicht nur zahlreiche Info-Materialien dabei, etwa das „Volkshandbuch“ mit den Lebensläufen aller Abgeordneten oder ein Infoheft über „Verschwörungstheorien“. Auch Anstecknadeln, Schlüsselbänder oder „Demokratie mittragen!“-Rucksäcke wurden am Kelheimer Ludwigsplatz verteilt. Besonders beliebt waren die weiß-blauen Landtags-Lebkuchenherzen. Beim Wissensquiz konnte man auch Radl-Trikots, Meterstäbe oder Tassen gewinnen. Als Hauptpreis beim Demokratiequiz winkte ein VIP-Besuch im Landtag. Nächste Station des Landtrucks ist am 6. Juni in Deggendorf. Mehr Infos: www.bayern.landtag.de/der-bayerische-landtruck
