Nun kommt der Kreisverkehr doch - Bau im Sommer 2026?

Von Jochen Dannenberg · 25. Mai 2025 um 05:00

Jahrelang wurde im Stadtrat diskutiert, aber jetzt kommt er: 2026 soll der Kreisverkehr an der Kreuzung Herrnstraße, Herzog-Ludwig-Straße, Reußstraße und Bahnhofstraße gebaut werden. Im Stadtrat erklärte Bürgermeister Thomas Memmel (CSU), warum der Kreisverkehr für die Stadt wichtig ist.

Es geht um die weiteren Planungen bei der Innenstadtsanierung. Die wird voraussichtlich noch in diesem Jahr beendet sein, weshalb das Projekt in Richtung Bahnhof fortgesetzt werden soll. Als logischerweise erste Schritt bietet sich die Umgestaltung der Kreuzung zu einem Kreisverkehr an, grenzt die Kreuzung doch unmittelbar an die Altstadt. Memmel will hier jetzt Nägel mit Köpfen machen und ein altes Problem endlich lösen.

„Es gibt schon lange die Diskussion, ob wir da einen Kreisverkehr einrichten können“, erinnerte der Bürgermeister in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses des Stadtrats. Tatsächlich hatte der frühere SPD-Stadtrat Erwin Huber einst immer wieder auf die Probleme an dieser Kreuzung hingewiesen, dabei aber auch bei seinen Genossen nicht die notwendige Unterstützung im Stadtrat gefunden.

11.000 Autos pro Tag

Die Schwierigkeiten der Kreuzung, die allein auf der „Magistrale“ Herzog-Ludwig- und Bahnhofstraße 11.000 Autos pro Tag bewältigen muss, sind unter anderem die versetzten Einmündungen der Reuß- und der Herrnstraße, die unmittelbar angrenzende enge Durchfahrt am Boardinghaus in der Herzog-Ludwig-Straße und die Bebauung, die die Kreuzung unübersichtlich macht. Ein Kreisverkehr, der das Abbiegen nur nach rechts erlaubt, könnte an dieser Stelle für mehr Verkehrssicherheit sorgen. Damit könnte außerdem eine engere Fahrbahn am Boardinghaus verbunden sein.

Darauf wies auch Memmel in der Sitzung des Bauausschusses hin. „Für mich“, sagte der Bürgermeister deshalb, „ist der Kreisverkehr eine gute Lösung.“ Dazu komme für ihn ein weiterer Aspekt – die Verkehrsberuhigung, die von einem Kreisel ausgeht. „Ich muss die Geschwindigkeit zurücknehmen, um in die Innenstadt einzufahren“, erklärte er.

Wichtig sei das Projekt auch im Zusammenhang mit dem geplanten Umbau der Bahnhofstraße. Da sei es sinnvoll, den Kreisverkehr „vorweg“ anzugehen. Mit der Bahnhofstraße wartet auf die Stadt noch ein weiteres Vorhaben: Die Brücke am Bahnhof soll erneuert werden.

Der Kreisverkehr an der Kreuzung Herrnstraße, Herzog-Ludwig-Straße, Reußstraße und Bahnhofstraße soll ein „Mini-Kreisverkehr“ mit einem Durchmesser von 14 Metern werden. In der Mitte hat er eine Insel, wie sie auch beim Kreisel an der Einmündung der Bad Gögginger Straße in die Donau- und Herzog-Ludwig-Straße vorhanden ist. Diese Insel kann überfahren werden. An den Straßen, die zum Kreisverkehr führen, sind Zebrastreifen geplant, um für Fußgänger zusätzlich Sicherheit zu schaffen.

Am Boardinghaus könnte es künftig etwas enger zugehen. - Foto: Jochen Dannenberg

Während Stadtrat Stefan Wagner (SPD) das Projekt sofort begrüßte, merkte Helmut Hartl (CSU) an, es könne mit der angestrebten Lösung ein Nadelöhr entstehen. Bürgermeister Memmel konterte, in dem er darauf hinwies, dass es im Straßenverkehr immer einen Konflikt zwischen Fußgängern und Autos gebe.

Verkehrsberuhigung als Ziel

Möglicherweise stellt sich die Situation am Ende anders dar, als momentan befürchtet. Für den Bürgermeister geht es beim Umbau der Bahnhofstraße nicht nur um eine Aufhübschung der Innenstadt, Radwege und mehr Grün. Seine Idee ist auch die Verkehrsberuhigung von der Einmündung der Julius-Sax-Straße bis zum Rathaus. Kommt sie, würden die Autos bereits langsamer zum Kreisverkehr kommen.

Wie sich dabei eine Verlagerung der Bushaltestelle an der Bahnhofstraße zur Fahrbahnmitte hin auswirkt, über die aktuell nachgedacht wird, ist nicht wirklich klar. Vermutlich bringt sie es mit sich, dass Autofahrer hinter haltenden Bussen warten müssen.

Memmel stellte klar, bei den Planungen, die im Bauausschuss vorgestellt wurden, handele es sich um einen „ersten Ausblick“. Der Bürgermeister ist überzeugt: „Da wird sich noch was verändern.“ Fest scheint unterdessen der Zeitpunkt für den Bau des Kreisverkehrs zu sein. Er soll in den Sommerferien 2026 gebaut werden, weil dann wenig Verkehr zu erwarten ist.

In der Abstimmung über den Kreisverkehr zeigten sich die Mitglieder des Bauausschusses am Ende einig. Einstimmig beschloss das Gremium, die Planungen für den Kreisverkehr fortzuführen.