Nabaltec AG setzt auf Flammschutz: Schwandorfs OB erhielt Einblicke in die Produktion

Für den Laien sehen die Produkte der Nabaltec AG wenig spektakulär aus. Doch das weiße Pulver unterschiedlichster Korngröße und Zusammensetzung, von dem im Jahr bis zu 160.000 Tonnen die Werkstore im Schwandorfer Ortsteil Dachelhofen verlassen, hat es durchaus in sich. Davon konnte sich auch Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) am Dienstag bei einem Firmenrundgang überzeugen.
Feller verbindet selbst viel mit der Nabaltec, wie er erzählte. Nicht nur, weil der Rathauschef ebenfalls in Dachelhofen zuhause ist. Sein Großvater und auch sein Bruder hätten schon in dem Chemieunternehmen gearbeitet. Umso mehr freute sich Feller in Begleitung von Armin Rank, dem Leiter der städtischen Wirtschaftsförderung, über die Möglichkeit, hinter die Kulissen eines der größten Arbeitgebers in der Großen Kreisstadt blicken zu können.
Produkte der Nabaltec AG finden in vielen Bereichen Verwendung
Die Nabaltec AG steht für umweltfreundliche, flammhemmende Füllstoffe und Spezialoxide. Zur Produktpalette zählen Aluminiumoxide, die als feuerfeste Auskleidung in Hochöfen dienen, Zündkerzen isolieren oder als industrielles Schleifmittel Verwendung finden. Aluminiumhydroxide finden sich als Flammschutzmittel oder sogenannte „funktionale Füllstoffe“ in Telekommunikations- und Datenkabeln, aber auch in Haushaltsgeräten.
Böhmit schließlich (für Chemiker: ein Aluminium-Oxid-Hydroxid) komplettiert die Produktfamilie. Der temperaturbeständige Füllstoff wird beispielsweise bei E-Auto-Batterien eingesetzt. Die sogenannten Separatorfolien, die die einzelnen Elektroden im Akkuspeicher räumlich voneinander trennen, sind mit dem Material beschichtet.
Rund 500 Mitarbeiter zählt der Konzern, wie der Vorstand des Operativen Geschäfts (COO), Dr. Alexander Risch, schilderte. Er hatte zusammen mit dem Bereichsleiter für kaufmännische Dienste, Michael Birzer, eine kurze Präsentation mit den wichtigsten Kennzahlen des Unternehmens vorbereitet.
Millionenschwere Investitionen in den Schwandorfer Standort
Die gute Nachricht schickte Risch gleich vorne weg. Die Nabaltec AG steht finanziell solide da. Trotz weltweiter Krisen, Kriege und hartnäckiger Konkurrenz aus Asien hat der Konzern im vergangenen Jahr einen Umsatz von 203,6 Millionen Euro generiert. Der sogenannte EBIT, also der Gewinn vor Zinsen und Steuern, lag bei 22,3 Millionen Euro. „Der Trend ist klar, wir wollen kontinuierlich wachsen“, so Risch.

Damit das auch in Zukunft so bleibt, wird am Hauptstandort in Schwandorf kräftig investiert. Mehr als 50 Millionen Euro nimmt das Unternehmen in die Hand. Ein Teil des Geldes fließt in die Böhmitproduktion, um von einem möglichen E-Auto-Boom zu profitieren. Nabaltec will seine Produktionskapazitäten in diesem Bereich verdoppeln. Das Bestandsgebäude im Osten des ausgedehnten Werksgeländes blieb bestehen, investiert wurde in moderne Anlagentechnik, zusätzliche Aggregate und ein weiteres Lagergebäude. Im Herbst 2025 soll alles fertig sein.
Ein Großteil der Investitionssumme stammt aus dem laufenden Cash-Flow, also aus eigener Kraft“
Dr. Alexander Risch, COO bei Nabaltec
Noch eine Schippe drauf legt das Unternehmen im Bereich der viskositätsoptimierten Hydroxide. Nur einen Steinwurf vom Rohstofflager entfernt, soll bis Herbst 2026 eine vollautomatische Produktionsanlage mit deutlich erhöhter Kapazität entstehen, und die alte Anlage ersetzen. Rund 30 Millionen Euro wird das Projekt verschlingen. „Ein Großteil der Investitionssumme stammt aus dem laufenden Cash-Flow, also aus eigener Kraft“, sagt Risch.
Wo die neue Produktionsanlage einmal stehen wird, wie die Rohstoffe für die Produktpalette gelagert werden und wie diese anschließend weiterverarbeitet und verschickt werden, zeigte Produktions-Bereichsleiter Joachim Paschke anschließend bei einem rund 45-minütigen Rundgang. Die Gruppe rund um OB Feller erhielt unter anderem Eindrücke in die Funktion von Drehrohröfen, Eindampfanlagen und Verpackungsrobotern. Geduldig beantworteten die Bereichsleiter Paschke und Birzer Zwischenfragen.

Oberbürgermeister Feller lobte am Ende des Besuchs die Innovationen und den Unternehmergeist der Firma. „Es ist wichtig, dass man solche Betriebe hier in Schwandorf hat“, sagte der Rathauschef.