„Es erwartet Sie ein wilder Husarenritt“

Wer sie noch nicht erlebt hat, „soll sich schämen“, sagt das österreichische Musikkabarett-Duo. Vor dem Auftritt im Juli im Gewerbepark erzählt es über neue Projekte.
Pizzera & Jaus lieferten mit ihrem Debüt „Unerhört solide“ eins der erfolgreichsten Alben überhaupt in ihrer Heimat Österreich ab und gelten als hervorragender Live-Act. Das Duo spielt am 20. Juli beim Piazza-Festival von Power Concerts im Regensburger Gewerbepark.
Ihr Programm „Comedian Rhapsody“ ist immer noch sehr gefragt. Wie zufrieden sind Sie ?
Paul Pizzera: Sehr zufrieden. Wir dürfen es weiter spielen, weil die Leute es mögen – das ist gut! Wir adaptieren es auch ständig. Das heißt, dass Leute, die schon 2024 bei unserem Auftritt auf der Piazza waren, einiges Neues erwarten dürfen. Und wir freuen uns sehr darauf, diesen „Betonkessel“ wieder zum Kochen zu bringen (lacht).
Otto Jaus: Die Interaktion mit dem Publikum sorgt zusätzlich für neue Elemente. Es ist auch für uns schön, wenn so eine Idee entsteht, die direkt in den nächsten ein bis zwei Stunden des Auftritts eingearbeitet wird. So hört man im Kreativprozess eigentlich nie auf.
Neues Album erscheint 2027
Neu ist die Single „Zirkusprinz“, die im Oktober 2024 erschienen ist. Dürfen die Fans bald weiteres frisches Material erwarten?
Pizzera: Selbstverständlich! Es sind noch einige Pfeile im Köcher und wir freuen uns schon darauf, neue Songs auf unsere Fans loszulassen. Wir haben für das neue Album Anfang 2027 als Veröffentlichungstermin geplant. Bis dahin werden wir peu à peu immer neue Stücke rauslassen.
Kurz zurück zu „Zirkusprinz“, ein sehr nachdenklicher Song, eine Art Gegenentwurf zu „Märchenprinz“ der E.A.V. von 1985, den Ihr Vorbild Thomas Spitzer geschrieben hatte?
Pizzera: Vielleicht war das unbewusst, aber ich habe den Song tatsächlich auch bei Thomas Spitzer in Kenia angefangen zu schreiben. Aber man weiß ja nie, was man tut – bis man es getan hat.
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Ottos Kochbuch „Jausmannskost“ und die Rolle im Musical „Jesus Christ Superstar“, der Kinofilm „Pulled Pork“, Pauls Projekt „AUT of Orda“ oder diverse Kollaborationen: Hat sich durch die vielen anderen Projekte im Kreativprozess von Pizzera & Jaus über die Jahre hinweg etwas geändert?
Pizzera: Eigentlich nicht. Wir freuen uns wahnsinnig, wenn wir uns sehen, und gönnen einander die Ausritte in andere Bereiche. Aber miteinander musizieren zu dürfen, ist immer noch eine große Freude, weil es auch unsere Basis für alles andere ist.
Jaus: Ich kann es mir nicht vorstellen, nicht mit diesem wunderbaren Menschen auf der Bühne zu stehen. Quasi: „Bis er mi aussi tragen muss.“ (lacht).
Generell hat der Austropop eine Renaissance erlebt. Wie schauen Sie auf die Musikszene in Österreich im Jahr 2025?
Pizzera: Es gibt zum Glück noch Altmeister wie Rainhard Fendrich, mit dem wir 2024 bei „Lieder auf Banz“ in Bad Staffelstein erstmals gemeinsam musizieren durften. Das war eine große Ehre – auch weil er so wertschätzend über uns gesprochen hat. Bei den Jüngeren kommt viel Cooles nach, wie beispielsweise RIAN. Ein bescheidener junger Mann mit Manieren, der richtig was auf dem Kasten hat. Er ist bei uns in Österreich auch als Support auf der Tour dabei. Man wird dem Austropop auch in Zukunft sehr viel abgewinnen können – oder, Otto?
Jaus: Amen! Es ist eine wunderschöne musikalische Landschaft.
Wie wählen Sie Support-Acts?
Jaus: Gott sei Dank nach eigenem Gusto! „Wer uns ned gfoid, spuid a net vor.“ Das muss einfach auch passen. Wenn man zu viele Umbaupausen durch mehrere Vorgruppen hat, wird es nicht nur für die Zuschauer, sondern auch auf der Bühne lang. Wir wollen ja nicht bei der Matinée um 11 Uhr spielen (lacht).
Angesichts der vielen unterschiedlichen Projekte: Gibt es Pfeile, die Sie gern in den angesprochenen Köcher stecken möchten?
Pizzera: Auf jeden Fall! Ende 2026 wird etwas auf die Fans zukommen. Und wir freuen uns schon sehr, gemeinsam mit einer großartigen Band etwas machen zu dürfen.
Jaus: Das wird schön!
Pizzera: Und wenn es dann spruchreif ist, erfährt es die Mediengruppe Bayern als Zweites – direkt nach uns.
Es soll ja noch Menschen geben, die immer noch nicht auf einem Konzert von Pizzera & Jaus waren. Wie würden Sie denen den Besuch schmackhaft machen?
Pizzera: Die sollten sich was schämen (lacht)! Aber jetzt ohne Schmäh: Sie erwartet ein wilder, zügelloser Husarenritt durch alle musikalischen Genres. Wir versuchen mit lebensbejahenden Hymnen und emotionalen Balladen jede verfügbare Emotion aus den Körpern der Zuschauer herauszudestillieren.
Interview: Robert Torunsky