Nerven vor dem Start der Landesgartenschau Furth im Wald zum Zerreißen gespannt

Noch zweimal schlafen, dann kommt das Christkind – so hat man früher bei Kindern die Spannung auf Weihnachten aufgebaut. Für die Verantwortlichen der Landegartenschau erfolgt nach zwei Nächten die Eröffnung des 137 Tage lang dauernden Festes. Vom Aufregungsfaktor her sicher vergleichbar. Ein letzter Faktencheck, bevor es am Donnerstag endlich los geht.
In der Gesprächsrunde mit LGS-Geschäftsführerin Claudia Knoll, ihrer Expertin für Öffentlichkeitsarbeit, Heidi Wolf, und Baukoordinator Josef Beer sieht letzterer am entspanntesten aus. Das war nicht immer so, wenn man auf das blickt, was die Bautrupps zu wuppen hatten. Aber es ist vollbracht. Die Parkarena ist bis auf einige Kleinigkeiten fertig, der Asphalt eingebracht, die Dachfolie befestigt. „Jetzt sieht es ein bisschen aus wie die Münchner Allianzarena, wenn sie mit bunten Lichtern beleuchtet wird“, sagt Knoll. Auch der Bereich um die Arena ist wie von Zauberhand innerhalb kürzester Zeit bepflanzt worden. „Am Dienstag kommt der Rollrasen“, sagt Beer. Dann ist auch dieser Bereich komplett abgeschlossen.
Oliven und Oleander kommen
Pflanzen und Dekoration sind dabei die Gebote der Stunde, sagt Knoll und erklärt: „Das ist wie bei einer Wohnungseinrichtung, zum Schluss kommt die Deko.“
Im Moment werden Blumenkübel verteilt, viele mediterrane Pflanzen wie Oleander und Oliven platziert. Besonders freut sich das LGS-Trio auch auf das, was gerade in der ehemaligen Apotheke am Stadtplatz passiert. Floristin Beatrix Schaffranka gestaltet dort ein Schaufenster. „Da werden die Menschen auch noch einmal sehen können, dass etwas passiert.“ Neben dem Schaufenster am Stadtplatz wird Schaffranka am Infopoint am Haupteingang, bei der Leonhardi-Kapelle und im Bereich der Biergärten auf dem Späthgelände ihre fantasievollen Kreationen präsentieren.
Auf dem Gelände werden die Wege gewalzt, letzte Schönheitsarbeiten an den Pavillons vorgenommen, Pflanzen in die Erde gesetzt, und immer wieder wird gewässert. Die letzten Baucontainer, Bagger und anderes schweres Gerät werden bereits seit einigen Tagen Schritt für Schritt und in den kommenden beiden Tagen final entfernt. Gerade hat ein Mitarbeiter im LGS-Büro die Fahnen abgeholt, die seitens der Stadt an verschiedenen Stationen gehisst werden, damit alles perfekt ist, wenn am Donnerstag, 22. Mai 2025, um neun Uhr der erste Gast begrüßt wird.
Es bleibt alles wie es immer war
Josef Beer, angesprochen auf die Verkehrsführung
Offizielle Eröffnung mit geladenen Ehrengästen, unter ihnen natürlich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, ist für 10 Uhr vorgesehen. Abends (19 Uhr) stehen die Regensburger Domspatzen auf der Hauptbühne und bestreiten mit ihrem Konzert gleich mal den ersten großen Höhepunkt der Schau. Schon um 14 Uhr findet ebenfalls auf der Hauptbühne die ökumenische Eröffnungsandacht statt. Ein Verkehrschaos braucht weder an diesem noch an allen anderen Veranstaltungstagen jemand zu befürchten.
Fast schon amüsiert gehen Knoll und ihre Kollegen auf das neueste Gerücht rund um das größte Sommerfest der Region ein. „Die Stadt wird während der 137 Tage nicht gesperrt“, lächelt die Geschäftsführerin. Die Baustellen der vergangenen Wochen sind erledigt, der Verkehr wird ungehindert und wie immer durch die Stadt fließen. „Es bleibt alles wie es immer war“, so Beer. Auch Parkplatzprobleme muss niemand fürchten. Rund 550 stehen im Umgriff des Haupteingangs zur Verfügung (Einfahrt über Eschlkamer Straße). Die sind übrigens am Eröffnungstag kostenlos (regulär: fünf Euro). Aber auch über die Stadt verteilt gibt es ausreichend Möglichkeiten zu parken.
Eine Hundewiese zum Toben
Übrigens, Hunde sind auf der Gartenschau gern gesehene Begleiter. Man sollte sie allerdings an der kurzen Leine führen. Austoben können sie sich auf der eigens angelegten Hundewiese neben dem Jugendbereich. Damit jeder Gast das gleiche sagenhafte Erlebnis auf der Schau hat, wird die Anlage jeden Tag früh morgens kontrolliert. Der Kartenverkauf läuft täglich bis 17 Uhr, der Einlass schließt um 18 Uhr. Rausgeschmissen wird abends übrigens niemand. Die Menschen sollen die Anlage nutzen und sich wohlfühlen. „Was ich kenne, schätze ich, je mehr Menschen sich in das Gelände verlieben, um so mehr passen sie darauf auf“, ist Knoll überzeugt.