Todesserie gestoppt: Aufwendige Gutachten zu den Drogentoten in Cham

Von Johannes Schiedermeier · 19. Mai 2025 um 19:00

Ende April sind drei Menschen in Cham nach Drogenkonsum innerhalb von 36 Stunden gestorben. Das hat zu umfangreichen Aktivitäten der Polizei innerhalb der Szene des Landkreises geführt – und zu einem ersten Erfolg: Es ist seither niemand mehr zu Tode gekommen. Doch nun heißt es warten auf die Gutachten.

Im Hintergrund ermittelt die Kriminalpolizei Regensburg weiterhin, um die Herkunft des Stoffes zu erkunden. Allerdings fehlen dazu wichtige Gutachten. Alexander Schmitt, Sprecher des Polizeipräsidiums Regensburg, hat am Montag erklärt, worauf die Polizei derzeit wartet, und warum das dauert.

Was bestätigt die Obduktion?

Zum einen sind Drogen bei dem verstorbenen Paar gefunden worden, das in einer Wohnung in der Schulstraße tot gelegen hatte. Der Tote hinter der Tankstelle in der Further Straße hatte keine Drogen bei sich. Derzeit wird ein Stoffgutachten zu den aufgefundenen Drogen angefertigt, das aber bereits auf dem Weg zur Polizei sein sollte.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft sind außerdem alle drei Leichen obduziert worden. Das Ergebnis sollte ebenfalls in den nächste Tagen auf dem Tisch der Ermittlungsbeamten landen. Hier erwartet Schmitt allerdings nicht die großen Überraschungen. „Wir gehen nach den derzeit vorliegenden Erkenntnissen davon aus, dass die Obduktion einen Drogentod bestätigen wird.“ Allerdings sei es natürlich immer möglich, das der allgemeine Gesundheitszustand der Betroffenen einen Beitrag zum Ableben geleistet hat. Auch diese drei Gutachten ziehen sich hin, weil gleichzeitig Opfer von Gewalttaten auf den Seziertischen liegen. „Wenn es viele Fälle mit Priorität gibt, dann rutscht jeder einzelne Fall nach hinten“, sagt Schmitt.

Blut-Gutachten extrem komplex

Doch der wichtigste Test ist auch der komplizierteste. Dabei geht es im die chemisch-toxikologische Untersuchung des Blutes der Toten. Dieses Gutachten ist allerdings extrem komplex und wird wohl Zeit bis Anfang Juni in Anspruch nehmen.

Erst wenn es hier klare Erkenntnisse gibt werden sich die wichtigsten Fragen beantworten, die sich in den drei Fällen derzeit stellen: Hängen sie wirklich zusammen, oder war die zeitliche Aufeinanderfolge nur Zufall? Welcher Stoff hat tatsächlich zum Tod geführt? War er gestreckt, oder hatte er nur eine potenzierte Wirkung? Durch die Antwort auf die Frage nach der genauen Zusammensetzung ergeben sich dann möglicherweise Hinweise auf den Verteiler und die Herkunft.

Das Sterben hat aufgehört

Einen Erfolg hatte die großflächige Polizeiaktion in der Drogenszene des Landkreises aber offensichtlich schon: Das Sterben hat aufgehört. „Darüber waren wir extrem erleichtert. Jetzt müssen wir halt auf Ergebnisse warten“, sagt der Pressesprecher des Präsidiums.