Ostbayerischer Faschingszug soll nächstes Jahr in Schwandorf stattfinden

Von Hubert Heinzl · 16. Mai 2025 um 05:00

Nach 13 Jahren wird Schwandorf wieder zum Schauplatz des größten närrischen Spektakels in der Region. Den Ostbayerischen Faschingszug 2026 veranstaltet federführend die Faschingsgesellschaft (FG) Nabburg, als Hausherrin ist aber auch die Schwandorfer Lindania mit im Boot.

Nach Diesenbach (Markt Regenstauf) in diesem Jahr soll am Sonntag, 8. Februar 2026, die Große Kreisstadt zur närrischen Hochburg werden. Die ersten Eckdaten stehen bereits fest: Der Faschingszug wird sich zwischen Oberpfalzhalle und Volksfestplatz bewegen – in welcher Richtung, ist allerdings noch nicht ausgemacht. Der Startschuss fällt um 13.13 Uhr, zuvor ist ein Empfang der Präsidenten und Prinzenpaare vorgesehen. Der Nachmittag soll mit Livemusik ausklingen, der Festbetrieb bis gegen 20 Uhr dauern.

Zwei Vereine tragen die Verantwortung

Gerlinde Graja, die diese ersten Informationen verrät, trägt als Präsidentin der FG Nabburg wohl die Hauptlast der Organisation. Denn die Faschingsgesellschaft tritt im Duo der verantwortlichen Vereine als federführender Veranstalter auf. Mitorganisator ist die FG Lindania aus Schwandorf.

Ursprünglich sollte der Kreis größer sein und möglichst alle acht Mitglieder des Landesverbands Ostbayerischer Faschingsgesellschaften aus dem Landkreis Schwandorf umfassen – von der AWO Tanzgruppe Grün-Weiß in Oberviechtach bis zu den Burgrittern Burglengenfeld. „Die Idee war es, einen gemeinsamen Umzug für den ganzen Landkreis in Schwandorf zu machen“, sagt Graja. Als Veranstalter sollte ein eigener Trägerverein fungieren. Mit diesem 2024 eingereichten Konzept bekam man vom Landesverband den Zuschlag für 2026.

Doch die geplante Vereinsgründung erwies sich als komplizierter als gedacht und kam bis heute nicht zustande. In den vergangenen Wochen zogen deshalb etliche potenzielle Mitstreiter die Reißleine – aus unterschiedlichen Gründen.

Katrin Nerl, Präsidentin der Allotria aus Nittenau, erklärte auf Anfrage, dass man selber im nächsten Jahr 66. Jubiläum feiern und dazu auch noch das Ostbayerische Jugendgardetreffen organisieren werde. „Wir machen alles selber. Mehr ist einfach nicht zu stemmen.“

Ähnlich argumentiert Michael Welnhofer, der Vorsitzende der AWO Tanzgruppe in Oberviechtach. Der Fasching im kommenden Jahr sei relativ kurz und schon sehr viele Termine gebucht. Und: „Ich fand die Idee sehr gut. Aber es gab immer mehr Stolpersteine“, sagt er, ohne Details zu nennen. Andere Faschingsgesellschaften scheuten schlichtweg das finanzielle Risiko, wie beispielsweise die FG Seelania aus Steinberg am See bei der Jahresversammlung informierte.

Zahlreiche Zuschauer säumten seinerzeit die Wackersdorfer Straße und verfolgten das Treiben der Maschkerer. - Foto: Dietmar Zwick, Archiv

Immerhin: Auch wenn die anderen Faschingsgesellschaften als Mitveranstalter nicht zur Verfügung stehen – „als Helfer sind wir gerne bereit, mitzuarbeiten“, so Welnhofer. Und auch Katrin Nerl von der Allotria sagt dem Projekt Faschingszug grundsätzlich ihre Unterstützung zu: „Wir sind die letzten, die bei Bedarf nicht auch einspringen würden.“ Die Zurückhaltung unter den Vereinen hat auch mit dem immer mehr gestiegenen Anforderungen und Auflagen zu tun – nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen. Beim Ostbayerischen Faschingszug 2025, den die FG Lari-Fari Diesenbach organisierte, trat die Marktgemeinde Regenstauf als Veranstalter auf, der Verein fungierte als Ausrichter und übernahm die Organisation. „Das hat super funktioniert. Ohne den Markt Regenstauf hätten wir das nicht stemmen können“, sagte Präsidentin Eva Wilhelm am MZ-Telefon.

Stadt Schwandorf sagt Unterstützung zu

Beim Faschingszug 2026 wird das allerdings wohl nicht so sein. Zwar hat laut Gerlinde Graja die Stadt Schwandorf ihre Unterstützung zugesagt. Auf Nachfrage nannte Schwandorfs Pressesprecher Andreas Hofmeister beispielsweise Bauhofleistungen als möglichen Beitrag. Dass die Stadt Schwandorf als Veranstalter auftreten würde, ist aber offenbar nicht zu erwarten.

Hofmeister: „Es ist nicht unüblich, dass Faschingsgesellschaften den Faschingszug selbst ausrichten“. Beim Faschingszug 2013 in Schwandorf sei die FG Lindania verantwortlich gewesen. Und bei den Ostbayerischen Faschingszügen in Sulzbach-Rosenberg oder Vohenstrauß hätten ebenfalls die örtlichen Faschingsgesellschaften als Ausrichter fungiert, so der Pressesprecher. Die genannten beiden Umzügen fanden ebenfalls schon vor Jahren statt – 2015 und 2017.

Auch der Lindwurm der Lindania marschierte mit. - Foto: Diertmar Zwick, Archiv

Das verbliebene Organisationsteam, das laut Graja aus einem „harten Kern von fünf Leuten“, besteht, lässt sich von der etwas holprigen Vorgeschichte die gute Laune aber nicht verderben. „Natürlich ist das Verantwortung hoch zehn. Aber ich bin niemand, der den Kopf in den Sand steckt“, sagt Graja. Die Präsidentin der FG Nabburg sieht in den überschaubaren Strukturen sogar Vorteile für die Organisation.

Auch die Schwandorfer Lindania mit ihren mehr als 100 Mitgliedern brennt für die Großveranstaltung 2026. „Für uns ist von Anfang an klar gewesen, dass wir mitmachen. Daran hat es nie einen Zweifel gegeben“, sagt Patrick Scherl. Vor kurzem ist der frühere Vize zum neuen Präsidenten der FG Lindania gewählt worden. Noch im Vorfeld hatte er nach eigenen Worten eine interne Umfrage zum Ostbayerischen Faschingszug 2026 gemacht. Das Ergebnis: „Die Mitglieder waren alle dafür. Einstimmig.“

Für den Faschingszug werden noch Sponsoren gesucht

Für den Ostbayerischen Faschingszug werden noch Sponsoren gesucht, aber auch Schwandorfer Vereine, die sich mit Essens- oder Verkaufsständen beteiligen wollen. Anfragen nimmt Gerlinde Graja unter Telefon 0 15 20/2 16 14 39 entgegen.