Alter Gasthof in Parsberg wird saniert – Senioren und Fußgänger profitieren

Von Markus Rath · 14. Mai 2025 um 19:00

Der ehemalige Gasthof zum Schwan ist das wohl älteste Gebäude in Parsberg (Landkreis Neumarkt). Nachdem es seit rund zehn Jahren leer steht, will es der Eigentümer Richard Niebler, Geschäftsführer der Niebler Bau GmbH, jetzt für rund 1,5 Millionen Euro sanieren. Dadurch entsteht neuer Wohnraum in der Innenstadt. Zudem werden die Fußgänger profitieren.

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Hintergrund: Der über Eck gestellte Walmdachbau wurde laut Denkmalliste der Stadt Parsberg beim Stadtbrand 1841 zerstört und danach unter Einbeziehung zweier Vorgängerbauten aus dem 17. beziehungsweise aus dem 18. Jahrhundert neu errichtet. Besonders markant sind die Gewölbedecken in der ehemaligen Gaststube und der alte Dachstuhl aus handbehauenen Balken.

Ursprünglich geplante Tagespflege für Parsberg kommt nicht

Ursprünglich diente der Bau als Posthalterei, später befanden sich darin der Gasthof zum Schwan und die Eisdiele Primavera. Als Niebler das Gebäude vor fünf Jahren zusammen mit den angrenzenden Grundstücken übernahm, stand es aber bereits mehrere Jahre leer. „Wir haben erst geplant, im Untergeschoss eine Tagespflege einzurichten. Darüber sollten dann seniorengerechte und barrierefreie Wohnungen entstehen“, erzählt Niebler bei einem Ortstermin.

Das Vorhaben Tagespflege habe sich dann aber zerschlagen. „Nicht, weil es keinen Bedarf gibt. Der ist unverändert hoch. Aber die potenziellen Betreiber für eine Tagespflege haben inzwischen schon Schwierigkeiten, ihre bestehenden Einrichtungen mit Personal auszustatten“, berichtet er. Deswegen habe niemand Interesse, darüber hinaus weitere Tagespflegeeinrichtungen zu eröffnen.

Für Baubeginn fehlt Niebler Bau GmbH noch die Baugenehmigung

Deswegen habe er nun auch im Erdgeschoss Wohnungen geplant. Insgesamt würden nun neun Wohnungen entstehen, die zwischen 34 und 90 Quadratmeter groß sind. Außerdem werden im Seitenflügel noch Abstellräume für jede Wohneinheit, Haustechnik, ein Müllraum und ein Hausmeisterbüro untergebracht.

Der ehemalige Gasthof zum Schwan in Parsberg steht schon viele Jahre leer. Jetzt soll das denkmalgeschützte Gebäude saniert werden. - Foto: Markus Rath

Aktuell läuft laut Niebler das Baugenehmigungsverfahren, in das auch die städtebauliche Beratung und das Landesamt für Denkmalpflege eingebunden sind. Wenn alles klappt, will Niebler noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten beginnen. Ab 2027 könnten die neun Wohnungen dann bezogen werden. Niebler plant, diese zu vermieten und nicht zu verkaufen.

Die Stadt Parsberg hat dafür die Weichen schon gestellt. In der Sitzung des Bauausschusses am vergangenen Dienstag wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

Stadt Parsberg lobt den Bauherren Richard Niebler

In der Sitzung lobte Bürgermeister Josef Bauer den Bauherren für die Bereitschaft, auch die Belange der Stadt bei seinem Projekt zu berücksichtigen. Denn Niebler hat zugestimmt, das Gebäude an der Marktstraße bei einem Fenster zu öffnen und so eine Fußgängerpassage zu schaffen.

Richard Niebler vor der Engstelle in der Marktstraße in Parsberg

Damit wird eine gefährliche Engstelle entschärft. Statt wie bisher mit knapp 40 Zentimetern Fußweg auszukommen, führt dann eine rund 1,50 Meter breite Passage hinter der Hausmauer an der Engstelle vorbei. Bauer: „Der Bauherr verzichtet damit zum Wohle der Stadt und der Bürger auf Wohnfläche. Das ist nicht selbstverständlich. Dafür sind wir sehr dankbar, weil wir sonst die Straße an dieser Stelle anders hätten planen müssen.“