Kasperltheater in Regensburg: Elektromarkt engagiert Puppenspieler – und zahlt ihn ein halbes Jahr nicht

Es war ein kurzweiliger Nachmittag für die Kleinen in der Vorweihnachtszeit – wurde aber nun zu einer echten Posse: Ein Regensburger Puppenspieler bekam von einem hiesigen Elektromarkt monatelang kein Geld – erst nach einer MZ-Anfrage floss das Geld. Was ist da los?
Im November sei er vom Geschäftsführer der Regensburger Filiale des Elektromarktes kontaktiert worden, sagt der Puppenspieler der MZ. Anfangs sei alles wunderbar gelaufen, er sei mit dem Unternehmen in regem Kontakt gestanden. Der MZ liegt ein entsprechender Mailverlauf vor. Man vereinbarte Auftritte an zwei Tagen – und eine Gage von 540 Euro. Man freue sich sehr auf die Zusammenarbeit, schrieb der Geschäftsführer. „Wir haben es breit beworben und hoffen auf viele Zuschauer.“ Dahinter ein Lach-Smiley.
Auch vor Ort seien die Mitarbeiter sehr hilfsbereit gewesen, schildert der Puppenspieler. Die Auftritte seien gut angenommen worden. Danach begann allerdings der Ärger. Mitte Dezember stellt er die erste Rechnung. Zuvor hatte der Geschäftsführer etwas geheimnisvoll angekündigt: „Ihre Abschlagsrechnung befindet sich aktuell in der Anlage als Kreditor. Diese sollte aber nun endlich zeitnah angelegt sein.“ Was genau das bedeuten soll, erschließt sich Nicht-Betriebswirtschaftlern wohl eher nicht – klar ist: Auch danach floss kein Geld.
Puppen-Posse in Regensburg: Elektromarkt-Chef reagiert nicht
Immer wieder hakte der Puppenspieler nach. Ende Januar noch höflich, wahrscheinlich sei die Rechnung in der Hektik untergegangen, schrieb der Künstler an den Geschäftsführer und weiter: „Alles kein Problem.“ Es passierte: nichts. Ende März hakt er nochmal nach: „Vielleicht könnten Sie ja kurz mailen, wie denn der Sachstand ist.“ Keine Reaktion. Mitte April der nächste Versuch: „Ich bitte Sie höflichst, [...] die Rechnung zu begleichen. Bitte um eine kurze Rückmeldung, wo es denn hakt.“ Die Rückmeldung bleibt aus – dem Puppenspieler reicht es. Er meldet sich bei der MZ.
Ihm gehe es gar nicht so sehr ums Geld, sagt der Puppenspieler. „Es ist halt einfach schade.“ 540 Euro seien wahrlich kein hoher Preis. „Es ist nicht so, dass er dadurch arm wird.“ Er verstehe einfach nicht, warum es so weit gekommen ist. „Es ist schon traurig.“ Mit am meisten stört den Künstler, dass erst rege kommuniziert wurde – dann aber plötzlich Funkstille herrschte, als es um sein Geld ging.
Auf MZ-Anfrage: Plötzlich fließt doch Geld
Die MZ hakte am Montag bei der Presseabteilung des Elektromarktes nach. Dienstagnachmittag antwortet eine Unternehmenssprecherin. Sie dankt für den Hinweis, man habe sich umgehend mit dem Regensburger Markt in Verbindung gesetzt. „Der Geschäftsführer möchte sich aufrichtig dafür entschuldigen, dass die Rechnung bislang nicht beglichen wurde.“ Die Zahlung sei am Dienstag erfolgt. Als Entschuldigung habe der Puppenspieler noch einen Gutschein in Höhe von 50 Euro bekommen. Die Sprecherin betont allerdings auch: „Um sicherzustellen, dass solche Vorfälle in Zukunft vermieden werden, werden wir den Fall intern nochmals sorgfältig aufarbeiten.“ Die Frage, warum das Geld so lange nicht floss, beantwortet die Sprecherin allerdings nicht.
Der Puppenspieler bestätigt am Dienstag, dass er das Geld bekommen hat. „Aber trotzdem ist das schon der Wahnsinn, dass man als Kindertheater sechs Monate auf sein Geld warten muss.“