Bröckel-Putz wurde zur Gefahr: Gasse beim Regensburger Adler-Haus ist wieder frei

Von Philip Hell · 12. Mai 2025 um 13:51

Das gibt es auch nicht alle Tage: Der Zustand des stadtweit bekannten Adler-Hauses an der Thundorferstraße in Regensburg war so bedenklich, dass die Stadt die Lindnergasse, die an der Ruine vorbeiführt, kurzerhand sperren musste. Inzwischen ist die Gasse wieder frei.

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Das ist passiert: Vergangene Woche entdeckten zwei Mitarbeiter der Sicherheitswacht, dass sich Teile der Fassade des Adler-Hauses gelöst haben. Die Männer informierten die Behörden – die sperrten daraufhin die Lindergasse. Die herabfallenden Teile gefährdeten Passanten, sagte eine Stadt-Sprecherin. Der Eigentümer sei angewiesen worden, die Mauer umgehend zu sichern.

Das Adler-Haus in Regensburg: Wenn aus baufällig gefährlich wird

Der Eigentümer des baufälligen Hauses sagte der MZ Mitte der vergangenen Woche, schnell handeln zu wollen. Ende der Woche wurde die Bröckel-Fassade mit einem speziellen Stoff gesichert. Das Eck des Hauses wurde mit Holz verkleidet. Daraufhin baute die Stadt die Sperre der Lindnergasse wieder ab.

Das Grundproblem bleibt allerdings: Das Adler-Haus bröckelt langsam aber sicher vor sich hin. Der Besitzer liegt seit Jahren im Clinch mit der Stadt. Offiziell steht das Haus zwar zum Verkauf, wie ernst dieses Angebot gemeint ist, lässt sich allerdings bezweifeln. Immerhin offeriert der Besitzer das Gebäude seit Jahr und Tag für denselben Preis – ohne dass es bislang zu einem Verkauf gekommen ist.

Unruhe bei den Anwohnern: Nachbarn fordern Enteignung des Adler-Hauses in Regensburg

Der Ärger bei den Anwohnern wächst inzwischen. Eine Nachbarin klagt an: „Warum gehen die verantwortlichen Ämter nicht schon längst gegen den Eigentümer vor?“ Als letzte Option brachte die Frau gegenüber der MZ auch eine Enteignung ins Spiel.

Achtung, Putz fällt: Sogar die Polizei musste vergangene Woche anrücken. - Foto: Privat

Für die Stadt steht indes fest: „Im Vordergrund steht die Durchsetzung der notwendigen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr.“ Eine Enteignung? „Steht nicht im Raum“, betont eine Stadt-Sprecherin. Das betreffende Haus sei Teil des denkmalgeschützten Ensembles Altstadt mit Stadtamhof. Die zuständige Behörde sei mehrfach an den Eigentümer herangetreten, um eine Beeinträchtigung dieses Ensembles durch das Gebäude zu vermeiden. Wie es mit der Ruine, die inzwischen sogar Touristen anlockt, weitergeht, ist derzeit völlig offen.