Zwei Schläge ins Dult-Glück: So schön war der Auftakt zum Regensburger Volksfest

Pünktlich zum Dult-Auftakt strahlt der Himmel über Regensburg: Am Freitagabend eröffnete Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer im Hahnzelt das Volksfest. Nach zwei kräftigen Schlägen verkündete die SPD-Politikerin: „Ozapft is!“
Schon vor dem offiziellen Anstich war die Stimmung im vollen Hahnzelt prächtig. Zahlreiche Besucher feierten bereits auf den Bänken, da hatte Maltz-Schwarzfischer noch nicht zum Schlegel gegriffen. Die Oberbürgermeisterin begrüßte einige hochrangige Gäste. Auch ein Hauch von Kommunalwahlkampf wehte durch das Hahnzelt: OB-Kandidaten verschiedener Parteien waren gekommen, um sich bei Maltz-Schwarzfischer mal anzuschauen, wie man ein Fass anzapft. Darüber hinaus haben auch Landrätin Tanja Schweiger (Freie Wähler), einige Bürgermeister aus dem Landkreis und Regierungspräsident Walter Jonas den Weg zum Anstich gefunden.
MZ-Fotograf Daniel Steffen hat die ersten Stunden der Maidult mit der Kamera festgehalten: Die Eröffnung der Regensburger Maidult zum Nachlesen im Liveticker
OB Maltz-Schwarzfischer dankte den Festwirten Michael Hahn und Alfred Glöckl sowie den Brauereien. „Sie sind die, die die Dult zur Dult machen“, betonte das Stadtoberhaupt und wünschte sich im gleichen Atemzug ein friedliches Volksfest. „Das Wetter passt ja schon mal.“ Das Volksfest dauert noch bis zum 25. Mai.
Festzug zur Maidult in Regensburg: Rösser bahnen sich ihren Weg durch die Stadt
Vor dem Anstich war die Oberbürgermeisterin Teil des Festzugs, der sich bei strahlendem Wetter durch die Stadt schlängelte. Festlich geschmückte Kutschen der Brauereien bahnten sich ihren Weg von der Maximilianstraße über die Steinerne Brücke zum Dultplatz. Begleitet wurden die Rösser von zahlreichen Musikkapellen, Spielmannszügen und verschiedenen Trachtengruppen.

Begeisterte Regensburger und Touristen schauten dem Spektakel vom Straßenrand zu und zückten ihre Handys, um den Umzug in Bildern festzuhalten.
Marktmeister Stephan Pregler bildete die Spitze des Zugs. Ihm ist es gemeinsam mit seinem Kollegen Reinhard Kellner und dem gesamten Team auch für diese Maidult gelungen, zahlreiche interessante Fahrgeschäfte und Schausteller nach Regensburg zu holen, wie ein erster Rundgang über das Volksfest beweist. Weithin sichtbar ist neben dem Riesenrad der „Jules Verne Tower“ – immerhin der höchste Riesenkettenflieger der Welt, der bereits zum zweiten Mal in Regensburg gastiert.
Maidult in Regensburg: Gottesdienst am Sonntag
Auf den erfolgreichen Anstich am Freitagabend folgt ein Wochenende mit einem bunten Programm. Am Sonntag steht beispielsweise der traditionelle Dultgottesdienst mit Stadtdekan Roman Gerl auf dem Plan. Dieser beginnt um 10 Uhr im Hahnzelt. Die Feier wird musikalisch umrahmt vom Bläserensemble Andreas Wenzel. Auch im Glöcklzelt gibt es bei der diesjährigen Maidult einen Gottesdienst, der dem kürzlich verstorbenen Alfred Glöckl senior gewidmet ist. Dieser findet am 18. Mai (10 Uhr) statt. Da an diesem Sonntag Muttertag ist, gibt es in beiden großen Festzelten eine kleine Aufmerksamkeit für Mütter.

Am Montagabend steht im Hahnzelt der große Jahn-Fanabend auf dem Programm. In Anbetracht des inzwischen fixen Abstiegs des Noch-Fußball-Zweitligisten dürfte die Stimmung dabei etwas getrübter sein als beim Anstich am Freitagabend. Kommenden Freitag gibt es ein Dultfeuerwerk.
Die Stadt weist, wie in den vergangenen Jahren auch, darauf hin, dass die Besucher möglichst mit dem Bus zur Dult kommen sollen. Dieser fährt in enger Taktung vom Bahnhof zum Festplatz.
So soll die Maidult 2025 in Regensburg sicher bleiben
Nach zahlreichen furchtbaren Vorfällen in den vergangenen Monaten steht bei dieser Maidult das Thema Sicherheit besonders im Fokus. Spezielle Barrieren sollen sogenannte „Überfahrtaten“, wie sie zuletzt in Magdeburg, München oder Mannheim geschehen sind, beim Regensburger Volksfest verhindern.

Die Stadt hatte sich lange ausgeschwiegen, wie die Barrieren genau aussehen werden. Erst kurz vor dem Start der Dult am Freitagabend wurde das Schutzsystem installiert. Einer der Poller befindet sich am Dulteingang am Protzenweiher auf Höhe der Dultwache des Roten Kreuzes, ein anderer beim Zugang unweit der Oberpfalzbrücke. Die Straße am Protzenweiher ist aus Sicherheitssicht ein neuralgischer Punkt. Mögliche Auto-Attentäter könnten auf der langen Geraden möglicherweise Anlauf nehmen.
Dies soll das neue Schutzsystem verhindern. Es stammt von einer Schweizer Spezialfirma und kommt recht unscheinbar daher – ist dafür aber sehr effektiv, sagte ein Sprecher des Unternehmens der MZ in der zurückliegenden Woche. Es bremse Fahrzeuge innerhalb weniger Meter ab. Das System hat seinen Preis: Die Stadt zahlt knapp 50 000 Euro Miete.