Erste Reaktionen aus Bayern und der Region auf den neuen Papst Leo XIV.

Von Passauer Neue Presse · 8. Mai 2025 um 21:52

Es gibt einen neuen Papst: Der US-Amerikaner Robert Francis Prevost wurde am Donnerstagabend zum neuen Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt. Erste Reaktionen aus der Region auf den neuen Papst Leo XIV..

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Der Passauer Bischof Stefan Oster hat dem neu gewählten Papst Leo XIV. zur Wahl gratuliert. Auf Facebook postete er ein Foto, das ihn zusammen mit dem jetzigen Papst zeigt. „Ich bin dem Hl. Geist und den Kardinälen von Herzen dankbar für die Wahl von Kardinal Robert Prevost als Papst Leo XIV.“, heißt es in einer Mitteilung des Bistums. „Bei der letzten Bischofssynode durfte ich ihn als einen tiefen, klugen, geistlichen und besonnenen Mann kennenlernen“, so Bischof Oster.

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Eichstätter Bischof Hanke gratuliert dem neuen Papst Leo XIV.

Auch der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke zeigte sich erfreut über das Votum der Kardinäle: „Das ist wunderbar, dass der Stuhl Petri wieder besetzt ist – und zwar mit einem Mann, der Missionserfahrung hat, der selbst Ordensmann ist“, teilte er mit. Der neue Papst gehört dem Augustiner-Orden an. Hanke ist Benediktiner. Er kenne den jetzigen Papst aus persönlichen Begegnungen, sagte Hanke weiter. „Er ist ein sehr ruhiger, zugewandter und sachorientierter Mann, der – so meine Einschätzung – mit ruhiger Hand das Schifflein der Kirche leiten wird und leiten will.“ Hanke freute sich zudem, dass die Wahl schnell erfolgt sei.

Regensburger Bischof über Begegnungen mit Papst Leo XIV.: „Ein Mann mit Leitungserfahrung“

Nur wenige Stunden, nachdem sich der neue Papst Leo XIV. der Welt präsentiert hatte, trat auch der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer im Dom St. Peter vor die Gläubigen und verkündete: „Habemus Papam“.

Rund 150 Menschen kamen am Donnerstagabend zusammen, um Gott für die schnelle Wahl des neuen Kirchenoberhaupts zu danken und für ihn zu beten. Im Rahmen der Dankandacht sangen auch die Domspatzen. Der weltberühmte Chor war direkt von einem Empfang der Stadt zu seinem 1050. Geburtstag in den Dom gekommen.

Kardinal Marx „sehr glücklich“ über Wahl von Papst Leo XIV

Auch der deutsche Kardinal Reinhard Marx hat sich über die Wahl des US-Amerikaners Robert Francis Prevost zum Papst „sehr glücklich“ gezeigt. Leo XIV. sei eine Persönlichkeit, die es für die katholische Kirche brauche, sagte der Erzbischof von München und Freising im „heute journal“ im ZDF. Prevost könne „zuhören, argumentativ sein, verstehen, was meine Probleme sind oder wo wir Fragen haben“, betonte der 71 Jahre alte Marx.

Mit Blick auf die katholische Kirche in Deutschland und ihre Reformbemühungen sieht Marx bei Leo XIV. eine große Bereitschaft, in die gemeinsame Diskussion zu gehen. Er erhoffe sich vom neuen Papst, dass dieser zuhört und die Situation in Deutschland genau betrachtet. „Da bin ich eigentlich durch seine Art, wie ich ihn kennengelernt habe, sehr, sehr zuversichtlich“, sagte Marx weiter.

Nach Deutschland eingeladen hat Marx Leo XIV. bisher nicht. Er habe dem neuen Pontifex nach dessen Wahl Gehorsam versprochen. „Heiliger Vater, wir stehen an deiner Seite. Wir stehen zu dir. Wir helfen, wo wir helfen können“, habe er ihm gesagt. „Aber da fängt man nicht an, gleich wieder Programme zu machen und von ihm was zu erwarten“, so Marx. Er könne sich aber gut vorstellen, dass Leo XIV. eines Tages auch Deutschland besuchen wird.

Augsburger Bischof: „Er kann Brücken bauen“

Auch der Augsburger Bischof Dr. Bertram Meier hat sich über die Wahl des Kardinals Robert Prevost zum neuen Papst Leo XIV. hoch erfreut gezeigt. „Er kann Brücken bauen, er kann vermitteln, er ist ein Mann, der auch in seiner eigenen Lebensgeschichte gelernt hat, mit verschiedenen Kulturen gut umzugehen.“ Er sei dem neuen Papst schon öfter begegnet und habe ihn kennengelernt als sehr bedächtigen Mann.

Würzburgs Bischof: „Prevost – das war mein Mann!“

Der Würzburger Bischof Franz Jung hat sich über die Wahl-Entscheidung der Kardinäle sehr gefreut. „Ich bin total begeistert“, sagte er in einem auf Facebook veröffentlichten Video. „Prevost – das war mein Mann!“ Er bringe die besten Voraussetzungen für das Amt mit. Dass es so schnell gegangen sei, zeige, dass eine große Einigkeit geherrscht habe. „Ich war total geflasht als es hieß: weißer Rauch.“

Reaktionen aus München und Freising

Die Erzdiözese München und Freising freut sich über die in Rom verkündete Wahl des neuen Papstes Leo XIV. und wünscht ihm Gottes Segen für seine bevorstehenden verantwortungsvollen Aufgaben in der Leitung der katholischen Kirche, heißt es in einer Pressemitteilung. Auch der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V. freut sich über die Wahl von Papst Leo XIV. Besonders berührend fand Caritasdirektor Prof. Hermann Sollfrank laut einer Mitteilung die Friedensbotschaft in der ersten öffentlichen Rede des neuen Pontifex: „In diesen bewegten Zeiten müssen Frieden, Nächstenliebe und Gemeinschaft die leitenden Motive sein.“

Söder sieht zwei Hauptaufgaben für den neuen Papst

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wünscht dem neuen Papst Leo XIV. „alles Gute mit viel Kraft und Weitsicht“. Auf der Plattform X schrieb er außerdem: „Eine Hauptaufgabe wird sein, die Kirche weiter zu einen und die Begeisterung für den Glauben neu zu entfachen.“ Der Glaube gebe Optimismus, Hoffnung und Halt. „Gerade in weltweit so schwierigen Zeiten mit vielen Krisen ist das eine wichtige Stütze für die Gesellschaft.“ Söder gehört der evangelischen Kirche an und spricht auch häufig offen über die Bedeutung des Glaubens für ihn persönlich.

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Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes hofft auf „mutige Schritte“

Die Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes, Anja Karliczek, hofft auf eine Fortsetzung des Reformkurses der Katholischen Kirche unter dem neuen Papst Leo XIV. und fordert die Gleichberechtigung von Frauen. „Ich wünsche ihm im Namen unseres Verbandes Gottes Segen, viel Kraft, Freude und Mut für dieses Amt und die besondere Aufgabe als Pontifex – als Brückenbauer“, sagte Karliczek den Zeitungen der Mediengruppe Bayern.

„Es wird die Aufgabe des neuen Papstes sein, in der Vielstimmigkeit die Einheit zu wahren und Einheit so zu repräsentieren, dass sie Vielstimmigkeit ermöglicht. Dazu gehören selbstverständlich die gleichberechtigten Stimmen von Frauen. Frauen müssen weiterhin in Leitungsverantwortung berufen und als Gestalterinnen des kirchlichen Lebens auf allen Ebenen gefördert werden. Frauen müssen endlich in ihren Berufungen ernstgenommen werden. Deshalb hoffen wir, dass der kommende Papst die Öffnung des sakramentalen Diakonats für Frauen forciert“, so Karliczek.

Vielerorts, so auch in Regensburg, wurde noch am Donnerstagbend eine Andacht für den neuen Papst gefeiert.