Kein Deal, dafür brach Website zusammen: Regensburger Biersirup bei „Höhle der Löwen“

Von Daniel Pfeifer · 7. Mai 2025 um 16:00

Ihr Ziel, bei der VOX-Show „Höhle der Löwen“ einen Investor zu finden, haben die beiden Regensburger Gründer Christian Joachim und Heidrun Bollinger verpasst. Von ihrem Biersirup waren die Löwen nicht überzeugt genug. „Es hat sich aber trotzdem gelohnt“, sagt Bollinger. Deutschlandweit gingen so viele Bestellungen ein, dass die Website von Jolie's Feinkost zusammenbrach.

Es ist ein Produkt mit Erklärungsbedarf: Biersirup aus Regensburg. Christian Joachim und Heidrun Bollinger verkaufen ihn seit einigen Jahren und nutzen jede Chance und jede Bühne, die weltweit ziemlich einzigartige Spezialität zu vermarkten. Jetzt waren sie in der VOX-Gründershow „Höhle der Löwen“ (wir berichteten). Den Promi-Investoren präsentierten sie dort mit Biersirup gebackenes Brot und Biersirup-Eis.

Geschäfte in ganz Deutschland wollen Biersirup

Eines ihrer Ziele, ein Investment von 100.000 Euro für 15 Prozent der Firmenanteile zu ergattern, scheiterte an der Skepsis der Löwen, die den bisherigen Umsatz zu niedrig, den Flaschenpreis zu hoch und die Online-Vermarktung zu ausbaufähig fanden. Ihr zweites, wichtigeres Ziel, erreichten sie aber absolut: Biersirup einer breiten Masse vorzustellen. „Es hat sich trotzdem gelohnt für uns, ich bereu es auf jeden Fall nicht“, sagt Bollinger.

„Wir haben extrem viele Bestellungen. In den zwei Tagen deutlich mehr, als sonst in einem Monat“, sagt sie. Fast ohne Pause sitzt sie seit der Ausstrahlung der Show im Café Jolie in der Regensburger Altstadt und packt Pakete. „Unsere Website ist sogar zusammengebrochen“, ergänzt sie entzückt. Auch eine ganze Reihe an Feinkostgeschäften aus ganz Deutschland hätten schon nach Partnerschaften gefragt.

Probleme beim Verkauf über Amazon

Das Feedback der Löwen selbst nehmen die beiden Regensburg Gründer mit, sagen sie. Es sei sehr spannend und bereichernd gewesen. „Auch wenn ich das Preis-Argument nicht so nachvollziehen kann. Bei Bio-Ahornsirup in derselben Größe zahle ich genauso viel“, sagt Bollinger. Die Kritik von Löwin Judith Williams, nicht auf der Online-Handelsplattform Amazon zu verkaufen, sei da etwas komplexer. Man habe es probiert, aber nachdem der Sirup ein wenig Alkohol enthalte, sei die Hürde so hoch, dass man an der Einrichtung eines Shops verzweifelt sei. Daran wolle man jetzt arbeiten – denn auch ohne Deal wollen die beiden Gründer am Biersirup festhalten, sagen sie.