Nach missglücktem Überholmanöver: Situation zwischen Nachbarn im Landkreis Neumarkt eskaliert

Es begann mit Stress vor der Straße, ging mit einer Rangelei weiter und endete schließlich für zwei Nachbarn vor dem Amtsgericht Neumarkt. „Das ist vollkommen aus dem Ruder gelaufen und Sie haben beide ihren Führerschein aufs Spiel gesetzt“, kommentierte Richter Marcel Dumke die Situation. Das war passiert.
Vieles blieb bei der Verhandlung am Mittwochvormittag im Unklaren oder im Bereich der Spekulation. Sicher ist: Der 42-jährige Angeklagte wollte an einem Abend im Juli 2024 auf einer Landstraße im westlichen Landkreis das Auto der 36-jährigen Nebenklägerin überholen. Während der 42-Jährige erklärte, die 36-Jährige habe während des Überholvorgangs plötzlich beschleunigt und „frech gegrinst“, wies die Frau dies zurück. Sie wiederum erklärte, der Angeklagte sei ihr wie ein Magnet am Auto geklebt, so dicht sei er aufgefahren. Jedenfalls: Wegen Gegenverkehrs konnte der 42-Jährige nicht mehr überholen und musste wieder hinter der 36-Jährigen einscheren.
Angeklagter wollte Frau zur Rede stelle
Weil „sie unser Leben aufs Spiel gesetzt hat“ – im Auto des Angeklagten saßen auch dessen Ehefrau und Sohn –, wollte der Mann die Fahrerin zur Rede stellen und folgte ihr. Als die 36-Jährige – mit ihr unterwegs war ihre Lebensgefährtin – ihr Auto vor dem Haus der Partnerin abstellte, bemerkte sie, dass das andere Auto ihr gefolgt war.
Weil sie der Situation aus dem Weg gehen wollte, fuhr sie wieder los. Sie habe aber nicht erkannt, dass ihr Nachbar derjenige hinterm Steuer war, und sei darum in die Nähe ihres Hauses gefahren. Der Angeklagte, der die Frau und ihr Auto zwischenzeitlich aus den Augen verloren hatte, hörte sie von seinem Haus aus – das Auto der Nebenklägerin ist mit einem lauten Auspuff getunt.
Nachbar schlichtete den Streit
Als die 36-Jährige ihren Nachbarn als Fahrer des anderen Autos erkannte, erschrak sie und setzte zurück – dabei rammte sie ein geparktes Auto. Wer dann wen zuerst beleidigte und wer wem zuerst an den Kragen ging, blieb unklar. Nachbarn beobachteten den Tumult, einer kam aus dem Haus, um die streitenden Parteien voneinander zu trennen.
Weil der Angeklagte bisher nicht vorbestraft ist, wurde das Verfahren gegen eine Geldauflage von 1500 Euro an die Kreisverkehrswacht eingestellt. ks