Bad Gögging soll wachsen

Von Wolfgang Abeltshauser · 2. Mai 2025 um 15:00

Der Kurort Bad Gögging soll wachsen. In der Pipeline sind sowohl Gewerbebauten als auch Wohnhäuser. Nicht nur deshalb kündigt der Bürgermeister außerdem an, dass der Kindergarten im größten Ortsteil von Neustadt a. d. Donau größer werden muss.

In der gut besuchten Bürgerversammlung im Gasthaus Zur Sonne beschrieb Bürgermeister Thomas Memmel ausführlich die derzeit laufenden vier Bauleitverfahren im Kurort. So sollen entlang der Heiligenstädter Straße weitere Gebäude entstehen. Einmal sei dabei der Bereich beim Hotel Marc Aurel im Blick. Laut momentan vorliegender Planung ist ein mehrstöckiges Gebäude vorgesehen, in dessen Erdgeschoß ein Verbrauchermarkt einziehen soll. Die beiden darüberliegenden Stockwerke sollen Wohnungen fassen.

Weitere Gebäude sollen auf der gegenüberliegenden Straßenseite entstehen - dort befinden sich derzeit die Parkplätze für die Limestherme. Sie sollen im rückwärtigen Bereich der Therme neu entstehen. Außerdem sind zwei Wohngebäude am Ortseingang am Beginn der Heiligenstädter Straße vorgesehen. So soll ein Torsituation entstehen. Auch ein Ärztehaus soll an der Heiligenstädter Straße Platz finden. Die Neubauten sollen von ihrer Gestalt her an römische Gebäude erinnern. „Das Ganze soll eine Erweiterung, aber auch eine Bereicherung von Bad Gögging sein“, sagte der Bürgermeister dazu.

Hotelbetreiber hat in Bad Gögging angeklopft

Er ließ darüber hinaus wissen, dass auch ein Betreiber eines Drei-Sterne-Hotel schon sein Interesse bekundet habe, in einem der neuen Gebäude eine Niederlassung zu eröffnen. Mittlerweile sei die erste Auslegungsrunde der Planunterlagen beendet. Organisationen, Behörden und Bürgerinnen und Bürger konnten dazu Stellungnahmen abgeben. Ein umfangreicher Katalog an Hinweisen sei dabei vom Tourismusverband Bad Gögging eingegangen. Man sei auch schon in Gesprächen. Ziel sei es, diese auch in den Plan einzuarbeiten.

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In Heiligenstadt entlang der Dorfstraße soll ein weiteres Wohngebiet mit neun Parzellen entstehen. Der Aufstellungsbeschluss sei jüngst gefasst worden. Beim Betty-Hauber-Weg in Bad Gögging soll ebenfalls ein Wohnbaugebiet mit rund 20 Parzellen entstehen. Memmel spricht von „erheblichen Einwänden“, die im Rahmen der Auslegung eingegangen seien. Das liege nicht zuletzt daran, dass sich erst während des Verfahrens herausgestellt habe, dass Teile des ursprünglich ins Auge gefassten Bereichs im Überschwemmungsgebiet liegen. Das Wasserwirtschaftsamt habe da einen Fehler gemacht.

Deshalb plane man um - sprich, es sollen nicht mehr so viele Parzellen entstehen. Kommen werden sowohl Ein- als auch Mehrparteiengebäude, denn dies würden Bürgerinnen und Bürgern immer wieder fordern. Letztendlich sei man außerdem dabei, den Bebauungsplan für den Bereich Dachsenfeld zu ändern. Einmal gehe es darum, aus Einfamilienhäusern Gebäude für zwei Familien zu machen.

Parken ist in Bad Gögging ein großes Thema

Dazu gehe es aber um das Thema Parken. „Unser Ziel ist es, dass Grundstückseigentümer Stellplätze auch auf ihrem Grundstück nachweisen.“ Wie berichtet gibt es mit dem einen oder anderen Immobilienbesitzer in dem Bereich Auseinandersetzungen, wie viele Stellplätze nachgewiesen werden müssen .

Im schwarz-braunen Gebäude sind Krippengruppen untergebracht. - Foto: Wolfgang Abeltshauser

Der Rathaus-Chef rechtfertigte in seinem Bericht, dass die Kommune die Trägerschaft für einige Kindergärten im Stadtgebiet übernommen hat. Man habe damit Forderungen aus der Bürgerschaft entsprochen. Darunter befinde sich auch der Kindergarten St. Andreas in Bad Gögging. „Wir können dort jetzt selbst die Weichen stellen.“ Und so gibt es dort mittlerweile Räume für zwei in seinen Augen notwendige Krippengruppen. Untergebracht sind diese in Containern im Hof der Einrichtung. Grundsätzlich bitte er hier um Geduld. Die Container werden sicherlich vier oder fünf Jahre stehen bleiben. Früher könne die Erweiterung des Steingebäudes nicht seinen Weg ins städtische Bauprogramm finden.

Kexi ist wichtig für den Neustädter Kurort

Memmel betonte in seinem Bericht, dass die Kexi-Busse, die innerhalb des Stadtgebiets unterwegs sind, vor allem für Bad Gögging wichtig sind. So wisse man mittlerweile, dass viele Neustädterinnen und Neustädter das Rufbus-System dafür nutzen, um in den Kurort zur Arbeit und wieder nach Hause zu kommen. Mit Blick auf die Nachbarkommune Kelheim, die den Betrieb ihrer Busse einstellen will, stellte er fest: In Neustadt a. d. Donau gebe es noch einen Vertrag bis 28. Februar 2027. „Und so lange fahren sie auch.“ Ob und wie es danach weitergehen könne, sei ein Thema für den Stadtrat im Jahr 2026.

Wie in den anderen bisherigen Bürgerversammlungen machte der Bürgermeister auch in Bad Gögging die Planungen der Kommune hinsichtlich Wärmenetz zum Thema. Nicht nur der Kurort, sondern auch Sittling und Heiligenstadt könnten mit Abwärme der Raffinerie versorgt werden. Entnehmen wolle man die nach dem derzeitigen Stand der Planungen bei der sogenannten MHC-Anlage. Dort werde Flugbenzin hergestellt. Man gehe davon aus, dass diese noch am längsten laufen werde, denn Flugzeuge mit Strom anzutreiben sei derzeit noch nicht in Sicht. Memmel rechnet damit, dass im Herbst die endgültige Entscheidung fällt, ob das Projekt tatsächlich umgesetzt wird.