Rücktritte erschütterten die Narrhalla Rieden – Mit neuem Präsidium geht es in die Zukunft

Von Michael Rabenhofer · 29. April 2025 um 19:00

Die Aufregung war im Vorfeld groß – am Ende ging eine harmonische Jahreshauptversammlung mit der Neuwahl unter dem Motto „Zurück in die Zukunft“ bei der Narrhalla Rot-Weiß-Gold Rieden über die Bühne. Hintergrund der Turbulenzen war der Rücktritt eines Teils des Präsidiums kurz nach dem Riedener Fasching.

Folge der Rücktritte war, dass Vizepräsidentin Ramona Friedrich und Schatzmeisterin Evi Süß nur noch geschäftsführend im Amt waren. Bei der Jahreshauptversammlung, zu der 65 von 166 Mitgliedern ins Gasthaus Hirschenwirt gekommen waren, erklärte Präsidentin Annette Weiß ihren Rücktritt. Erst im Vorjahr hatte es bei der Narrhalla turnusmäßige Neuwahlen gegeben. Nun musste also erneut gewählt werden.

Annette Weiß vermisste den Rückhalt aus dem Verein für das präsidium

Weiß erklärte ihr Ausscheiden mit zwei Gründen: Einerseits nannte sie ihre starke berufliche Beanspruchung, die es ihr nicht möglich mache, weiterhin mit vollem Einsatz ihr Amt als Vorsitzende ausüben zu können. Zusätzlich habe sie vor allem in der jüngsten Faschingssaison festgestellt, dass der Rückhalt aus dem Verein für das Präsidium mehr und mehr gefehlt habe und es zunehmend Kritik an der Vereinsspitze gegeben habe. Dass es außerdem keinen traditionellen Kehraus bei den Erwachsenen gab, habe ebenso für Kritik aus den Reihen der Mitglieder gesorgt.

Bürgermeister Erwin Geitner (CSU) zollte Annette Weiß und den scheidenden Vorstandsmitgliedern großen Respekt für die geleistete Arbeit und wünschte der neuen Führung viel Glück und einen guten Start. Weiß blickte dann in ihrem Bericht nochmals auf die fünfte Jahreszeit in Rieden zurück. Traditionell rund um den 11. November stellte man die Hoheiten der Faschingssaison 2024/2025 im Rathaus vor und übernahm die Regentschaft mit der Übergabe des Rathausschlüssels.

Lob für den Einsatz der beiden Prinzenpaare

Stolz war man über den tollen Einsatz und die schönen Tänze der Prinzenpaare: Bei den Erwachsenen waren das Prinz Robert II. und Prinzessin Conny II., dazu kam das Kinderprinzenpaar Prinz Simon I. und Prinzessin Lea II.. Der Kinderfasching mit dem Narrhallaball in der Riedener Schulturnhalle wurde als Rahmen für die Übergabe etlicher Leistungsabzeichen für die Gardistinnen und die Trainerinnen genutzt. Allerdings wurden die Erwartungen bei den Besucherzahlen gerade am Abend zum Narrhallaball nicht erfüllt, bedauerte Weiß.

„Unser Riedener Faschingszug am 2. März fand mit 26 Gruppen statt. Im Anschluss veranstalteten wir eine Afterzugparty am Marktplatz in Rieden, diese wurde zu einem vollen Erfolg“, so die scheidende Präsidentin. Aus dem Kassenbericht von Evi Süß ging hervor, dass die Narrhalla rote Zahlen geschrieben habe. Diese ergäben sich hauptsächlich aus den hohen Anschaffungskosten für neue Kostüme der Garden.

Geitner übernahm die Aufgabe des Wahlleiters und zeigte als Wahlleiter die Bedeutung der Neuwahlen auf: „Unsere Narrhalla Rieden ist weithin bekannt. Darum ist es auch wichtig, eine neue Vorstandschaft zu finden, welche die Fahne des Vereins aufrecht erhält.“

Das Feuer soll wieder so brennen wie in früheren Jahren

Bereits im Vorfeld hatten sich mehrere Mitglieder um die Zukunft der Narrhalla intensiv Gedanken gemacht. Sie bekundeten ihren Willen, den Verein künftig zu führen. Alle Wahlen fielen einstimmig aus.

Neuer Präsident ist Josef Hollweck, ihm zur Seite steht künftig Vizepräsidentin Stefanie Richthammer. Die Kasse führt Verena Patzelt, ihr Stellvertreter ist Thomas Gietl. Luisa Graf ist die neue Schriftführerin, sie wird unterstützt von Stellvertreterin Sabine Friedl. Daniel Kellner, wie Hollweck eine feste Größe im Faschingsverein, wurde zum neuen Hofmarschall gewählt. Gardeministerin ist Angelika Graf, Jugendministerin Julia Singer. Tanja Hollweck und Elke Singer prüfen die Kasse.

Der neue Präsident Josef Hollweck erinnerte nach der Wahl die vielen Mitglieder an frühere Zeiten bei der Narrhalla: „Wir wollen mit Euch zusammen ,Zurück in die Zukunft!‘ Einige von uns denken gerne an die Zeit zurück, die von tollen Kostümen und Tänzen, Freude und Spaß, aber auch von Aufregung und Anstrengung und einer wundervollen Gemeinschaft geprägt war“, so Hollweck. Für die Zukunft meinte er: „Wir wünschen uns, dass das Feuer wieder brennt, das Leuchten in die Augen zurückkehrt.“ Zum Ende gab es von allen Teilnehmern ein lautes und dreifaches „Rieden Oho“ zu hören.