Ausgedruckte Passbilder sind bald passé: Im Rathaus Schwandorf läuft die Umstellung

Von Vanessa Ebert · 30. April 2025 um 11:00

Ab dem 1. Mai gibt es neue Regeln für Passfotos. Wer einen neuen Personalausweis oder Reisepass braucht, kann sich in Zukunft nicht mehr mit einem ausgedruckten Foto aus dem Automaten auf den Weg zur Meldebehörde machen. Denn dort werden dann nur noch digitale Passfotos akzeptiert. Nur in einer Übergangsphase bis Juli dürfen die gewohnten Papierbilder noch verwendet werden.

Im Einwohnermeldeamt der Stadt Schwandorf läuft die Umstellung auf das neue Verfahren. Auch Fotografen haben sich auf die Regelung eingestellt. Die Fotos können laut Bundesinnenministerium künftig entweder direkt vor Ort in den Rathäusern aufgenommen oder von einem zertifizierten Fotostudio in eine verschlüsselte Cloud hochgeladen werden. Von dort hat das Amt Zugriff darauf.

Aufnahmegerät im Foyer

Die Stadt hat im Foyer des Rathauses bereits eine Möglichkeit zur Aufstellung eines Aufnahmegerätes geschaffen. Das Gerät soll, wie Schwandorfs Pressesprecher Andreas Hofmeister erklärt, in den nächsten Wochen von der Bundesdruckerei geliefert werden. Solange die Behörden noch nicht umgerüstet haben, kann das gewohnte Papierfoto noch verwendet werden, bestätigt das Bundesinnenministerium.

Wenn das Self-Service-Terminal im Foyer des Rathauses einmal steht, können Bürger die Aufnahme selbst erstellen. Diese wird dann ausschließlich digital zur Verfügung stehen – um einen Personalausweis oder Reisepass zu beantragen. Einen Papierausdruck des Fotos bekommen die Bürger hier nicht, erklärt die Stadt. Alternativ können biometrische Passbilder bei zertifizierten Fotografen oder Dienstleistern angefertigt werden. Diese leiten das Foto dann digital weiter und können ihren Kunden zusätzlich einen Papierausdruck anbieten, der dann auch für andere Zwecke genutzt werden kann.

Auch Fotografen bieten den Service an

Karl-Heinz Frey, Inhaber von Foto Frey in der Bahnhofstrasse, bietet in seinem Geschäft unter anderem auch Passfotos an. Er sieht sich auf das neue Verfahren gut vorbereitet. Für die gesicherte Übermittlung wird nach seinen Worten ein entsprechendes Programm benötigt, das bald laufen soll. Er selbst musste sich als Fotograf beim Bundesamt für Informationstechnik zertifizieren lassen. „Die Umstellung ist alles in allem aber keine große Hürde gewesen“, berichtet Frey. Er ist zuversichtlich, dass Kunden weiterhin Passfotos beim Fotografen erstellen lassen. Gerade bei Babys, Kindern oder Menschen mit Behinderung habe dies Vorteile. Ein Fotograf könne sich auf diese Zielgruppe einstellen und routiniert arbeiten. Er persönlich kann die Sicherheitsaspekte hinter der neuen Regelung nachvollziehen.

Mit der Neuregelung soll laut Bundesinnenministerium ein gesicherter elektronischer Weg für die Übermittlung der Bilder zur Verfügung stehen. Somit werde ein verstärkt auftretendes Sicherheitsproblem beseitigt: Technisch sei es nämlich mittlerweile möglich, dass Lichtbilder mit Hilfe frei verfügbarer Software qualitativ hochwertig so verändert werden könnten, dass zum Beispiel zwei oder mehr Personen mit ein und demselben Pass reisen könnten.

Schutz vor Manipulation

Würden solche manipulierten Passbilder für die Beantragung bereitgestellt, sei es für das Personal in den Behörden kaum möglich, solche Manipulationen zu erkennen. Mit der gesicherten elektronischen Übermittlung, wozu auch ein vorheriger Registrierungsprozess für den Fotografen gehören kann, ist es nach Angaben aus dem Ministerium möglich, den Ursprung eines etwaigen manipulierten Lichtbilds auch noch zu einem späteren Zeitpunkt nachzuverfolgen, wenn die Manipulation aufgedeckt wird.

Neue Vorschrift:

Regelung: Ab 1. Mai 2025 müssen Lichtbilder für Pass- und Ausweisdokumente digital vorliegen, das teilt das Bundesinnenministerium mit.

Übergangsfrist: Aufgrund der umfangreichen Änderungen gibt es jedoch eine Übergangsregelung bis zum 31. Juli dieses Jahres. Diese erlaubt es den Kommunen, in Ausnahmefällen weiterhin Papierlichtbilder für Personalausweis oder Reisepass zu akzeptieren.