Eisheilige: Auch 2026 für Gärtner und Bauern noch wichtige Tage?

Die Eisheiligen werden gerne mit einem späten Wintereinbruch in Verbindung gebracht. Benannt sind die Tage Mitte Mai nach historischen Heiligen. Warum die Eisheiligen auch 2026 noch mit dem Wetter in Zusammenhang gebracht werden und warum sie für Gärtner und Bauern bedeutend sind – ein Überblick.
Die Eisheiligen nennt man fünf Gedenktage im Mai, die Heiligen aus dem 4. und 5. Jahrhundert n. Chr. gewidmet sind: Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia.
Die Eisheiligen 2026 fallen auf diese Tage:
• Mamertus: Montag, 11. Mai 2026
• Pankratius: Dienstag, 12. Mai 2026
• Servatius: Mittwoch, 13. Mai 2026
• Bonifatius: Donnerstag, 14. Mai 2026 (Christi Himmelfahrt)
• Sophia: Freitag, 15. Mai 2026
Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifaz und Kalte Sophie
Wobei in Nordeutschland nur die ersten drei Eisheiligen – Mamertus, Pankratius und Servatius – bedeutend sind, im Süden kommen noch Bonifaz und die Kalte Sophie dazu. Mamertus zählt im Süden nicht als Eisheiliger. Schuld daran ist die Arktis.
Rund um die Eisheiligen gibt es einige Bauernregeln, die vor allem die Gartenbesitzer interessieren. So heißt es, das Gärtner ihr Gemüse erst nach den Eisheiligen ins Bett setzen sollten und auch erst dann neue Pflanzen assähen sollten. Davor drohe noch Bodenfrost.
Beispielsweise die Kalte Sophie: “Sophie man die Kalte nennt, weil sie gern kalt Wetter bringt”, lautet etwa eine dieser Bauernregelln
Mehr aus dem Bereich Garten: Laut, nackt, nass? So viel Freiheit ist im Frühjahr erlaubt
Was die Arktis mit den Eisheiligen zu tun hat
Und diese Bauernregeln kommen nicht von ungefähr, erfährt man beim Deutschen Wetterdienst (DWD). Die Aufzeichnungen belegen, dass es regelmäßig in der zweiten Maidekade zu Kaltlufteinbrüchen kam. Bei diesen so genannten Nord-Wetterlagen strömt arktische Polarluft nach Mitteleuropa. Das erklärt auch die zeitversetzten Eisheiligen in Nord- und Süddeutschland.
Die besondere Bedeutung der Eisheiligen ergab sich aus der Tatsache, dass der Polarluftzufluss in eine kritische, also frostempfindliche Vegetationsperiode fiel. Wobei sich die Frostgefahr zumeist auf die Nächte beschränkte. Allerdings heißt es beim Wetterdienst auch, dass sich eben jene Vegetaionsperioden dank des Klimawandels in den letzten Jahren nach vorne verschoben haben, also eher eingetreten sind. „Die Eisheiligen wirken sich im Vergleich zu vorher auftretenden Kälteperioden (z.B. Ende April) nicht mehr so stark auf die Vegetation aus.“
Eisheilige nach wie vor für Gärtner wichtig
Was bedeutet das nun für den Gärtner? Wann können Tomaten, Auberginen, Paprika und Gurken oder auch beliebte, aber frostempfindliche Topfblüher wie Geranien, Petunien oder Oleander gefahrlos ins Freie? Beim Bayerischen Landesverband für Gartenbau und Landespflege e. V (BLGL) mahnt man trotz Klimawandels weiterhin zur Vorsicht. „In der Zeit der Eisheiligen kann es durch Kalt- oder Polarlufteinfluss nach wie vor noch vereinzelt zu Frostgefahr – hauptsächlich durch die nächtliche Auskühlung – kommen“, erklärt BLGL-Gartenbauexperte Dr. Lutz Popp. Deshalb sei es ratsam, mit dem Auspflanzen empfindlicher Gemüse- und Zierpflanzen bis zu diesem Zeitpunkt zu warten, um ein „böses Erwachen“ mit den selbst aufwändig angezogenen oder teuer gekauften Pflanzen zu erleben. „Zusätzlich kann man in heiklen Nächten die Pflanzen auch noch mit Vlies oder mehrlagigem Kulturschutznetz vor Frost schützen“, rät Popp auf Nachfrage.