Ein Lebensretter für Klapfenberg – So soll der Parsberger Ortsteil sicherer werden

Von Markus Rath · 25. April 2025 um 19:00

Einfach nur auf Einsätze warten – das war der kleinen Feuerwehr im Parsberger Ortsteil Klapfenberg im Landkreis Neumarkt zu wenig. Deswegen haben die Verantwortlichen eine Idee umgesetzt, die ihrem Dorf, aber auch den Wanderern und Radlern, die durch den Ort kommen, mehr Sicherheit geben soll.

„Von der einen auf die andere Sekunde kann alles anders sein. Ein plötzlicher Herzstillstand ist der schlimmste Albtraum eines jeden“, schildert Feuerwehrvorsitzender Christoph Söllner den Gedankengang, der ihn und seine Stellvertreterin Madeleine Fruth dazu motiviert hat, „einen Lebensretter für unser Dorf“ anzuschaffen. Die Rede ist von einem automatischen externen Defibrillator (AED), der nun am Feuerwehrhaus in einem Metallkasten montiert wurde.

Er soll dafür sorgen, dass ein Helfer, der in solch einem Moment zur Stelle ist und nicht zögert, sondern handelt, auch das nötige Handwerkszeug dafür greifbar hat. Dafür werde der Defi auch in die Liste der öffentlich zugänglichen AED der Mobilen Retter Regensburg, Cham, Neumarkt eingetragen – übrigens erst als drittes Gerät im gesamten Gemeindegebiet Parsberg.

Feuerwehr Klapfenberg: Idee aus tiefer Überzeugung

„Wir wollen für eine solche Situation gewappnet sein“, sagt Fruth. Zudem sei der Defi am Feuerwehrhaus eine Entscheidung, die nicht nur das Dorf sicherer mache, sondern auch ein Zeichen setze: „Wir sind füreinander da. Wenn wir Hilfe leisten, leisten wir sie für alle – für uns, für die Radfahrer, für die Wanderer und für jeden, der sich in einem Moment der Not auf unsere Hilfe verlässt.“

Entstanden sei die Idee schon im vergangenen Jahr. Söllner: „Das kam nicht plötzlich, sondern aus der tiefen Überzeugung, dass wir als Feuerwehr mehr tun können, als Brände zu löschen und technische Hilfe zu leisten.“ Deshalb habe der Verein die notwendigen Mittel zusammengelegt und – mit Unterstützung der Stadt Parsberg, die 20 Prozent der Kosten von rund 1700 Euro übernahm – das Gerät angeschafft. Auch die Folgekosten für die alle zwei Jahre nötige Sicherheitsüberprüfung (rund 200 Euro) und den alle vier Jahre nötigen Tausch von Batterie und Elektroden (rund 300 Euro) würde der Verein übernehmen.

Aus diesem Metallkasten am Feuerwehrhaus kann der AED entnommen werden. - Foto: Markus Rath

Diese Zusammenarbeit zeigt laut Söllner, was möglich ist, wenn eine Gemeinschaft zusammenhält und Verantwortung übernimmt. „Wir hoffen, dass unsere Initiative weit über unser Dorf hinaus Wirkung zeigt. Vielleicht wird dieser Schritt auch andere Vereine oder Organisationen inspirieren, sich ebenfalls mit der Sicherheit ihrer Mitmenschen auseinanderzusetzen“, ergänzt Fruth. Schließlich seien die Kosten nicht so hoch. Söllner: „Ich denke, das Geld hat fast jeder größere Verein auf der hohen Kante.“

Mit der Anschaffung des Geräts sehen Söllner und Fruth ihre Aufgabe aber noch nicht als beendet an. „Es geht nicht nur um das Gerät, es geht auch um Vertrauen“, sagen sie. Es gehe auch darum, den Menschen den Mut zu vermitteln, in einem Moment, in dem alles ungewiss ist, nicht zu zögern, sondern zu handeln.

Einweisung für die Bevölkerung im Vereinshaus

Fruth: „Wir wissen, dass viele Menschen Vorbehalte haben, den Defibrillator zu verwenden. Aber das soll nicht so sein! Wir möchten jeden ermutigen, sich mit der Thematik zu beschäftigen.“

Deshalb werde die Feuerwehr in naher Zukunft alle Dorfbewohner herzlich zu einer kostenlosen Einweisung im Vereinshaus einladen. Hier wollen die Feuerwehrleute zeigen, wie einfach es ist, im Notfall zu handeln, wie der Defibrillator funktioniert und wie er eingesetzt wird. Söllner: „Wir möchten, dass niemand zögert, wenn es darauf ankommt. Denn jede Sekunde zählt – und der richtige Handgriff kann den Unterschied zwischen Leben und Tod machen.“

Gut zu wissen

• Situation: Jährlich erleiden in Deutschland laut dem Deutschen Rat für Wiederbelebung (GRC) mehr als 120 000 Menschen außerhalb eines Krankenhauses einen plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand. Nur jeder zehnte Betroffene überlebt, weil der Rettungsdienst in solchen Fällen meist zu spät kommt.

• AED: Der automatische Defibrilator analysiert den Herzrythmus des Patienten und erkennt, ob er durch die Abgabe von Stromstößen behandelt werden kann. Außerdem unterstützt das Gerät den Ersthelfer bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung, indem es ihm Sprachanweisungen dafür gibt.