Elfköpfige Familie übernimmt den Kiosk am Hammersee in Bodenwöhr

Alexander Dahm ist gerade einmal 19 Jahre alt und schon Pächter des Seewinkl-Kiosks am Hammersee in Bodenwöhr (Landkreis Schwandorf). Gemeinsam mit seinen Eltern und acht Geschwistern hat er einige Pläne.
René Dahm und sein Sohn Alexander sind ein eingespieltes Team. Völlig routiniert stehen sie im Kiosk am Hammersee in Bodenwöhr und richten alles her für die Gäste, die das frühlingshafte Wetter am Badeplatz Seewinkl nahe des Bodenwöhrer Ortskerns genießen wollen. Nach getaner Arbeit gehen sie selbst zum Zapfhahn und schenken sich eine erfrischende Apfelschorle ein. Das Vater-Sohn-Gespann kann sich aufeinander verlassen – und wagt genau deshalb einen mutigen Schritt. Mit gerade einmal 19 Jahren ist Alexander Dahm der neue Pächter des Seewinkl-Kiosks in Bodenwöhr. Mit im Boot ist die komplette elfköpfige Familie.
Sie folgt damit auf Christos Misailidis, der die Leitung des Kiosks nach einem Jahr wieder abgibt. Aus gesundheitlichen Gründen, wie René Dahm berichtet. Er war in der letzten Saison bereits dessen Mitarbeiter im Kiosk. Als Christos Misailidis aufgehört hat, setzte sich Dahm mit seiner Familie zusammen. „Wir haben Familienrat gehalten. Und alle waren dafür, dass wir den Kiosk weiterführen“, sagt er.
Er und seine Frau hätten schließlich 25 Jahre Erfahrung in der Gastronomie. Und auch die neun Kinder im Alter zwischen sechs und 24 Jahren seien voller Vorfreude. „Wenn sie Zeit haben, helfen sie gerne mit. Und für die Jüngeren ist es hier ja auch zum Spielen ideal.“
Am wichtigsten sei die Frage gewesen, ob Sohn Alexander als offizieller Pächter zur Verfügung stehen würde. Denn er hat Interesse an diesem Berufsbild. „Wir wollen ihn damit jetzt aufbauen. Hätte er nicht gewollt, hätten wir den Kiosk wohl nicht übernommen“, sagt René Dahm. Er kommt ursprünglich von der Ostsee-Insel Usedom, zog aber Anfang der 2000er-Jahre mit seiner Familie nach Nittenau. Die Kulinarik in der Oberpfalz sei natürlich etwas anders als in Norddeutschland, gibt er mit einem Lachen zu. „Aber die Weißwürste sind schon lecker.“ Darum will die Familie Dahm auch an jedem Sonntag ein Weißwurst-Frühstück anbieten, zum ersten Mal am 1. Mai beim Anschwimmen der Wasserwacht. Für das sonntägliche Weißwurst-Frühstück sollen sich Gäste bestenfalls anmelden. Und noch einen speziellen Sonntags-Service soll es geben. „Die Leute sollen bei uns am Sonntag spontan Semmeln fürs Frühstück bestellen können.“
Wird die Saison verlängert?
Daneben gibt es natürlich auch klassisches Badesee-Essen: Pommes natürlich oder auch Chicken-Nuggets, Gemüsenuggets, Wiener, Pfannkuchen, Currywurst – und ganz viel Eis. Ab Mai will die Familie Dahm auch wöchentlich verschiedenes Fingerfood anbieten. Außerdem soll es jeden Tag drei bis vier verschiedene Sorten Kuchen geben. Denn die Dahms haben ein Ziel: „Wir wollen die Bodenwöhrer noch besser erreichen.“
Sie sollen auch für Kaffee und Kuchen zum See kommen – gerne auch noch im Oktober oder November, sofern das Wetter mitspielt. „Wir wollen die Saison weiter ausdehnen und eventuell auch im Winter was machen.“ Hier befindet sich die Familie in ständigem Austausch mit der Gemeinde. „Die Lage des Sees ist so ideal. Da ist es der Gemeinde natürlich auch wichtig, dass Leben in der Bude ist“, sagen Alexander und René Dahm.
Kinder sind eine wichtige Zielgruppe
Zum Beispiel bei den Fahrten mit der Plätte, einem großen Boot, mit dem man über den See fahren kann. Die Plätte wird oft für Geburtstage, Junggesellenabschiede und mehr gemietet. „Da wollen wir die Leute für die Fahrt mit Snacks und Getränken versorgen.“
Und vielleicht könnte es auch Weißbier-Plättenfahrten geben, überlegen die beiden. Natürlich führt die Familie auch den Verleih für Ruderboote, Tretboote und Stand-Up-Paddels weiter. Eine Gruppe will die Familie Dahm bei ihrem Kiosk-Betrieb aber ganz besonders in den Fokus nehmen: die Kinder. „An Ostern haben wir kleine Oster-Tütchen an sie verteilt“, erzählen Vater und Sohn. Und auch bei den Preisen fürs Essen oder fürs Eis soll Kinderfreundlichkeit im Vordergrund stehen. Die vielen Familien, Spaziergänger und Wanderer lassen die Dahms auch optimistisch auf ihre neue Aufgabe blicken. „Ich denke, dass man bei dieser Location nicht viel falsch machen kann“, sagt René Dahm. Auch mit dem Wetter hatte die Familie Erfolg – und die bisherigen Kunden seien auch sehr zufrieden gewesen. „Mich kennen sie ohnehin schon“, sagt er. Ab 1. Mai soll der Kiosk jeden Tag geöffnet haben – von Montag bis Sonntag. „Es soll keinen Tag geben, an dem niemand von uns da ist.“