Bodenwöhrerin ist Sängerin der 90er-Jahre-Band Captain Hollywood Project

Schon als kleines Mädchen hat Marita Burger ihre Liebe zur Musik entdeckt. Dass sie einmal als Sängerin vor tausenden Zuschauern auf der großen Bühne stehen würde, hätte sich die Bodenwöhrerin damals aber nicht träumen lassen. Doch nun tourt die Frau aus dem Landkreis Schwandorf mit der 90er-Jahre-Band Captain Hollywood Project durch Europa – und fiebert im Moment einem großen Auftritt in Nürnberg entgegen.
Musik hat in Burgers Leben schon immer eine zentrale Rolle gespielt. „Meine Mama war leidenschaftliche Sängerin und hat Flöte und Mundharmonika gespielt. Die Musik hat sich bei uns im ganzen Haus verbreitet – damit bin ich aufgewachsen“, sagt sie ein wenig wehmütig.
Natürlich war Burger als kleines Mädchen dann auch Mitglied im Schulchor und begann, Künstler nachzuahmen – zum Beispiel Céline Dion. Deren Song „Think Twice“ war es dann auch, der Burger später einen besonderen Erfolg bescherte: Bei einem Karaoke-Wettbewerb in Amberg errang sie damit ihren ersten Sieg, wurde anschließend sogar Bayerische Meisterin und holte 2013 schließlich mit ihrem Lieblingssong „Halleluja“ von Alexandra Burke gar den Deutschen Vizemeistertitel im Karaoke-Singen. „Ich bin schon immer eine Balladen-Queen, da kann ich mich vom Gefühl her voll reinversetzen“, sagt die Bodenwöhrerin.
Aus Spaß wurde Ernst
Mit ihrer Stimme verdient sie mittlerweile auch ihren Lebensunterhalt, und zwar als Hochzeitssängerin und freie Rednerin bei Trauungen und Beerdigungen. „Ich bin vom Spaß in die Ernsthaftigkeit gegangen“, sagt Burger.
Mittlerweile steht sie regelmäßig nicht nur vor einem noch überschaubaren Publikum auf der Bühne, sondern vor Hunderten, ja sogar einigen tausend Zuhörern: Burger ist seit einigen Monaten als Sängerin der 90er-Jahre-Band Captain Hollywood Project im Einsatz – und kann ihr Glück immer noch nicht so ganz fassen. Mit dem Song „More and more“ war die deutsche Eurodance-Formation im Jahr 1993 bekannt geworden und hielt sich damals in Deutschland vier Wochen lang auf Platz eins der Singleverkaufscharts. Bis heute hat das Captain Hollywood Project rund 20 Millionen Platten verkauft.
Ein Anruf, der aus dem Nichts kam
Immer noch tourt die Formation durch die Lande und tritt dabei vor allem bei großen 90er-Jahre-Partys mit weiteren Bands aus dieser Zeit auf. Auf Burger wurde die Truppe aufmerksam, als sie eine neue Sängerin suchte. „Wir haben deine Website gesehen und denken, dass du ins Konzept passen könntest“ – diese Nachricht bekam Burger damals übermittelt und fiel aus allen Wolken, als ihr Telefon klingelte. „Der Anruf kam aus dem Nichts – ich dachte zuerst, das ist eine Fake-Nummer“, erinnert sich Burger schmunzelnd.
Doch was wie ein Traum für die Bodenwöhrerin begann, ist mittlerweile Realität: Eine ganze Reihe von Auftritten hat sie schon erfolgreich absolviert – und es geht weiter: Anfang Mai wird sie mit Captain Hollywood Project in Stockholm auftreten, im Juni in Kasachstan und Estland, im Juli in den Niederlanden und im Oktober in Dublin. Viel freie Zeit vor Ort, um sich nebenbei Sehenswürdigkeiten anzuschauen, bleibe dabei allerdings nicht, weil der Terminplan rund um den Auftritt sehr straff sei. Eines hat Burger aber bisher immer geschafft: Sie sammelt Magneten ihrer Reiseziele als Souvenirs – und es habe bisher immer geklappt, sich vor Ort einen zu kaufen. „Sie sind bei mir am Kühlschrank. Ich liebe es, mir die Welt anzuschauen“, sagt Burger.
Nürnberg weckt Heimatgefühle
So gern sie auch reist: Am meisten freut sich die Bodenwöhrerin heuer auf ihren Auftritt am 22. November bei der „90s Super Show“ in der Arena Nürnberg. „Das ist meine Heimat, meine Region“, sagt sie. Für die teuersten Tickets direkt vor der Bühne zahlen die Fans hier knapp 92 Euro und bekommen neben Captain Hollywood Project eine ganze Reihe weiterer 90er-Jahre-Bands zu sehen, zum Beispiel Dr. Alban, DJ Tomekk oder Rednex. „Ich bin absoluter 90er-Jahre-Fan. Das ist die Zeit, wo ich am glücklichsten war, da werde ich richtig melancholisch“, schwärmt Burger. Seit vielen Jahren besucht sie selbst immer wieder als Fan solche Events.
Doch selbst aus der Bühne zu stehen ist natürlich eine andere Hausnummer – und Burger erinnert sich noch gut an ihren ersten großen Auftritt vor über 10 000 Fans in Prag. „Solche Menschenmassen als Publikum hatte ich vorher noch nicht. Ich war meganervös, wir haben vier Wochen lang trainiert und mit den Tänzern die Choreografien einstudiert“, erzählt die Bodenwöhrerin.
Menschen berühren
Bei aller Freude über ihren Erfolg denkt Burger immer an ihre verstorbene Mutter zurück. Sie sei ihr sehr dankbar für ihr Talent, mit ihrer Stimme Menschen berühren zu können, sagt Burger. Auch wenn sie nun vor großem Publikum singe, sei sie immer noch dieselbe Person. „Ich werde für immer ein dankbarer, bodenständiger Mensch sein.“
