Plötzlich viel flacher: Tiefe Bremsrinnen an Regensburger Uferstraße sind entschärft

Groß war vor einer Woche die Aufregung in Regensburg, als erstmals Passanten die neuen tiefen Rinnen auf der frisch asphaltierten Uferstraße zwischen Donaumarkt und Westhafen entdeckten. Jetzt sind diese entschärft.
Das ging schnell: Anfang vergangener Woche machte sich bei vielen Benutzern der Uferstraße zwischen Donaumarkt und Westhafen Unmut über die neue Gestaltung mit drei extrem tiefen Rinnen breit. Noch vor Karfreitag hatte der Hafen als Eigentümer der Trasse die Ursache des Ärgers beseitigt und die Mulden deutlich entschärft.
Dass es solch einen Umbau geben würde, war nicht absehbar. Die MZ hatte am vorvergangenen Montag eigens nachgefragt, ob noch eine bauliche Änderung der Rinnen angedacht sei. Die Antwort der Hafenverwaltung ging auf diese Möglichkeit nicht ein; es wurde lediglich darauf verwiesen, dass die Vertiefungen in der Fahrbahn eine Maßnahme zur Geschwindigkeitsreduktion seien.
Zu diesem Zeitpunkt hatte die Bauausführung bereits für reichlich Kopfschütteln gesorgt. „Das ist allerhand. Natürlich ist das gefährlich“, reagierte beispielsweise Klaus Wörle vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Hoffnung auf eine schnelle Korrektur hatte er nicht, dafür hielt er die Fertigung der gepflasterten Rinnen als zu aufwändig.
Rund 100 Pflastersteine wieder ausgebaut und neu eingesetzt
Doch wieder Erwarten tat sich etwas auf der Baustelle: Die rund 100 an den drei Stellen verlegten Pflastersteine wurden entfernt und nach einer Abflachung der Mulden wieder eingesetzt. Die extremen Vertiefungen in der Fahrbahn, die sowohl für Radler als auch für Fußgänger ein beträchtliches Gefährdungspotenzial hatten, sind jetzt wie herkömmliche Regenrinnen dimensioniert.
Ist die Änderung auf den letztwöchigen Aufschrei zurückzuführen? Der Hafen verweist in diesem Zusammenhang auf den Umstand, dass die Baustellenabnahme am heutigen Mittwoch erfolge und die Arbeiten erst damit abgeschlossen seien. Die ursprünglichen tiefen Rinnen hätte dieser Logik zufolge gar niemand zu Gesicht bekommen dürfen, denn: „Der Weg an der Donaulände war aufgrund der Baustelle für den Fußgänger- und Fahrradverkehr gesperrt, worauf entsprechende Schilder hingewiesen haben.“
Offenbar drängte die Stadt auf Änderungen
Aufschlussreicher ist die Antwort, die die Stadt auf dieselbe Rückfrage gibt. Schon in der Vorwoche hatte die städtische Pressestelle angemerkt, dass es wegen der Rinnen Prüfbedarf gebe. An diesem Dienstag lautete nun die Auskunft aus dem Rathaus: „Ja, die Stadt ist auf den Hafen zugegangen. Nach Rücksprache wurden nun bereits Änderungen vorgenommen.“