Im Kreis Cham bleibt Bayerns einziger Produktionsstandort von Continental erhalten

Von Lorenz Nix · 21. April 2025 um 19:00

Continental befindet sich im Umbruch. Der Umbau des Konzerns hat Auswirkungen auch auf die Standorte in Bayern. Dies sind die Folgen für die Beschäftigten in Runding (Landkreis Cham).

Nach dem Umbruch bei der Zulieferersparte von Continental und dem neuen Fokus des Konzerns auf das Reifengeschäft soll es nun auch Veränderungen bei Contitech geben. Auch sie soll abgespalten werden. Auswirkungen haben die Pläne auch auf Bayern. Schließlich werden unter anderem die großen Automotive-Werke in Regensburg und Ingolstadt Teil des neuen Autozulieferers. Nur ein einziger Produktionsstandort bleibt Continental dann noch im Freistaat: In Runding im Landkreis Cham weht auch in Zukunft die Flagge des Reifenherstellers.

„Strategischer Vorteil“ auch im Kreis Cham

2014 hat der Konzern die dortige A-Z Formen- und Maschinenbau GmbH übernommen. Das Unternehmen sei auf die Herstellung von Formen für Autoreifen spezialisiert, teilt Continental-Sprecherin Katharina Bühmann der Mediengruppe Bayern mit. Bereits seit 2004 ist der Reifenhersteller zudem Eigentümer des tschechischen Formenspezialisten VFC sowie seit vergangenem Jahr auch einer entsprechenden slowakischen Firma namens EMT Púchov.

Continental könne so bei Bedarf Reifenformen für sämtliche Anwendungszwecke eigenständig herstellen, sagt Bühmann. Das sei „angesichts der weltweiten wirtschaftlichen Unsicherheiten ein strategischer Vorteil“. Auch der Standort Runding ist der Sprecherin zufolge dafür von „großer Bedeutung“. Die Conti-Tochter im Kreis Cham produziert mit ihren etwa 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausschließlich für die Reifensparte des Konzerns. Überschneidungen mit dem vor der Abspaltung stehenden Automotive-Bereich gibt es deshalb nicht.

Mit dem großen Werk in Regensburg – dort waren Ende 2024 etwa 4100 Menschen beschäftigt – haben die Mitarbeiterinnen von A-Z Formen- und Maschinenbau allerdings ohnehin nichts zu tun. Es gebe keine Beziehungen zum Standort in der Oberpfälzer Bezirkshauptstadt, teilt Sprecherin Bühmann mit.

Vitesco ging 2021 an die Börse

Früher war Continental in der Region noch stärker vertreten. Bereits 2021 hatte der Konzern seine Antriebssparte abgespalten, die dann als Vitesco an die Börse ging und im vergangenen Herbst im fränkischen Zulieferer Schaeffler aufgegangen ist. Nicht nur der frühere Vitesco-Sitz in Regensburg mit seinen zum Zeitpunkt der Fusion rund 3000 Mitarbeitern war davon betroffen. Auch in Roding im Landkreis Cham hatte der Antriebsspezialist einen Standort mit etwa 80 Beschäftigten, der nun Teil der Schaeffler AG ist. Bis vor Kurzem gab es dort zudem ein Continental-Werk, das der Konzern allerdings aus Kostengründen geschlossen hat. Vor einigen Jahren arbeiteten an dem Standort noch über 500 Mitarbeiter, in Hochzeiten waren es sogar um die 800.

Die Continental-Angestellten in Runding sind nun also die letzten, die in der Region die Konzern-Fahne hochhalten. Auswirkungen auf deren Arbeit hat das aber nicht: „Es sind keine Veränderungen am Standort Runding geplant“, so Bühmann. Die Formen, die im Kreis Cham produziert werden, werden bei der sogenannten Vulkanisation von Reifen eingesetzt. Dabei wird Rohkautschuk in einen biegsamen und elastischen Kautschuk umgewandelt. Mithilfe der Formen aus Runding erhalten die Continental-Reifen ihre gewünschte Stabilität und Gestalt.

Formen werden in der Reifenherstellung bei der sogenannten Vulkanisation eingesetzt. Foto: Continental