Jedes Ei ist ein Unikat: Hobbykünstlerin aus Bruck hat alle Hände voll zu tun

Von Cornelia Lorenz · 15. April 2025 um 17:00

Schon als junges Mädchen hat Angelika Sieß aus Bruck im Landkreis Schwandorf gern gestrickt und genäht. Ihrer Leidenschaft fürs Handarbeiten ist sie über die Jahre hinweg treu geblieben – und zur Osterzeit hat die 65-jährige Bruckerin in ihrer Bastelstube Hochsaison: Besonders gefragt sind ihre Wachseier, die sie liebevoll verziert.

Die Liebe zu ihrem großen Hobby bekam Sieß in die Wiege gelegt: Ihre Mutter habe zuhause immer viel genäht oder Pullover gestrickt. „Das habe ich gesehen und wollte es auch lernen“, erinnert sich Sieß. Querbeet habe sie alles ausprobiert. So kam sie vor knapp 30 Jahren auch zum Klöppeln, einer alten Handarbeitstechnik, bei der mit spindelförmigen Spulen und Garn Spitzen angefertigt werden. Ab und zu gibt die Bruckerin bei der VHS sogar selbst Klöppelkurse.

Anfangs Bedenken gehabt

Vor etwa 25 Jahren wurde Sieß gefragt, ob sie mit ihren Arbeiten beim Weihnachtsmarkt in Bruck dabei sein wolle. „Da hatte ich anfangs wirklich Bedenken, ob meine Sachen dafür reichen“, erinnert sich die Rentnerin. Doch es klappte – und mittlerweile ist sie pro Jahr bei rund zehn Märkten in der Region vertreten – zuletzt beim Neunburger Ostermarkt.

Hier hatte Sieß natürlich vor allem österliche Basteleien im Angebot. Besonders gefragt sind ihre bunt verzierten Wachseier. Auf die Idee kam sie bei einem Bastelkurs, den sie vor einigen Jahren im Freilandmuseum Neusath-Perschen besuchte. Ohne eine gute Portion Fingerspitzengefühl und Geduld geht bei den Wachseiern nichts: Zunächst nimmt Sieß eine rund 1,5 Meter lange weiße Wachsschnur zur Hand und wickelt sie sorgfältig um ein Ei aus Styropor – und kommt dabei ganz ohne Bastelkleber aus: Die nur wenige Millimeter dünne Wachsschnur nimmt beim Wickeln die Wärme der Hände an und lässt sich dadurch fest und dauerhaft auf dem Styropor fixieren.

Anschließend bekommt das Ei einen Aufhänger angesteckt und wird mit bunten Borten und Perlen verziert. Natürlich dürfen österliche Motive aus Wachs nicht fehlen, zum Beispiel ein Lamm oder der auferstandene Heiland.

Föhn sorgt für Biegsamkeit

Damit diese auf dem Ei halten, reicht die Handwärme nicht aus: Sieß föhnt die Plättchen, damit sie sich der gebogenen Form des Eis anpassen, ohne zu Bruch zu gehen. Wenn Ostern vorbei ist, wird sich die Bruckerin wieder mehr dem Klöppeln zuwenden, um für die Weihnachtsmärkte gerüstet zu sein. Eigentlich ist sie das ganze Jahr über am Werkeln. „Handarbeit entspannt mich und hält mich jung“, sagt Sieß. Ihre Bastelleidenschaft wird sie sicherlich auch an ihre kleine Enkelin weitergeben, die mit der Oma zusammen im Moment besonders gerne Perlen auffädelt.

Die 65-Jährige kann sich beim Handarbeiten gut entspannen.
Die Motive aus Wachs müssen mit einem Fön erwärmt werden, damit sie auf dem Ei halten.