Ostermarkt lockte viele Besucher an: Aussteller boten ihre Waren in der Neunburger Altstadt an

Die Sonne strahlte vom Himmel, als sich der Osterhase auf den Weg durch die Straßen von Neunburg machte – so wie auch unzählige Menschen, die das große Angebot des traditionellen Ostermarkts nutzten und genossen.
Immer mehr Sonntagsausflügler strömten bereits vor der Mittagszeit in die Altstadt und zur Schwarzachtalhalle. Die Gäste schätzen vor allem die Vielfalt – mit Produkten oft auch aus der Region, die man sonst kaum findet oder gar einzigartig sind, wie Kunsthandwerk. Ein Highlight reihte sich an das nächste. Auch die Geschäfte hatten geöffnet und zeigten die neuen Trends zum Frühling.
Für alle Sinne wurde etwas geboten. Die Stadtkapelle hielt ein Standkonzert, der Duft von Bratwürsten, Crêpes und anderen Schmankerl zog durch die gesamte Hauptstraße und über den Vorplatz der Schwarzachtalhall, und man schlemmte, bevor man mit vollen Einkaufstaschen weiterzog. „Wir haben an jedem Stand etwas probiert, alles ist köstlich“, lobte Familie Scherner aus Waldmünchen, die am Flohmarkt, der ebenfalls auf dem Parkplatz beim Edeka stattfand, Pferdefiguren für die Tochter aussucht. Mehrere Foodtrucks und auch regionale Anbieter waren vor Ort.
Die Temperaturen am Sonntag waren zwar nicht recht frühlingshaft, aber das kam den Verkäufern von warmer Kleidung zugute. Am Stand der „d’Nahmadl“ in der Hauptstraße zeigte sich Hildegard Madl jedenfalls zufrieden. Sie näht Stirnbänder und Mützen. „Das Geschäft geht heute gut. Gefragt sind vor allem Leo- und Blumenmuster“, erklärt die Hobbynäherin aus Cham, die seit drei Jahren an den Märkten in Neunburg vertreten ist.
Auch Vereine dabei
Das Verkaufen hier mache Freude, versichert auch Elisabeth Janka aus Bruck, die selbstgefertigte Osterkerzen anbietet. Zwischen den insgesamt rund 50 Buden gab es immer wieder Sitzgelegenheiten, wo die Besucher die Sonne und das Essen genossen und sich austauschten.
Auch Vereine nutzten die Gelegenheit und kamen mit den flanierenden Besuchern ins Gespräch über ihre Tätigkeit. Immer beliebt ist zum Beispiel der Stand der Rettungshundestaffel der Feuerwehr Schwarzhofen: Seit mehreren Jahren wird hier der längste Kuchen der Stadt verkauft. 30 Meter ist er lang, und hergestellt wird er, unter anderem mit Mohn, Quark und Pflaumen, in der Bäckerei Scheitinger. „Wir verlangen nur den Materialpreis und unterstützen die Hundestaffel gerne“, versichert Lorenz Scheitinger. Die 13 Hundeführer benötigen schließlich wichtiges Equipment wie Funkgeräte, erklären die Vereinsmitglieder und haben viel Spaß am Verkauf des Kuchens, der bereits am frühen Nachmittag nur noch wenige Meter lang war. Die Bürgerhilfe gab an ihrem Stand ebenfalls Auskunft und schenkte kostenlos Eierlikör aus.
Überall gab es viel zu staunen. Denn tatsächlich erhält man bei diesem Markt besondere Produkte, wie selbstgemachte Osterdekorationen oder die großen Straußeneier vom Straußenhof Betz aus Stamsried. Rund 1600 Gramm wiege ein Ei, erklärt Manfred Betz den Kunden, und man könne es auch für Ostern färben. Für einen Staubwedel aus Straußenfedern entschloss sich jedoch Barbara Riebold. „Ich kenne den Wedel bereits und würde ihn nie wieder hergeben“, beteuert sie.
Weiter geht der Bummel vorbei an Ständen mit Getöpfertem, mit Baumstriezeln, Wildspezialitäten und Ziegenkäse von örtlichen Bauern. Extra aus Südtirol reist jedes Mal Margarete Pleml mit ihren Spezialitäten wie Geräuchertem von den dortigen Bauern, Käse, Schweinswürsten mit allerlei Gewürzen oder Wildsalami an. „Ich liebe die Gegend und die Leit’ hier“, schwärmt Pleml im schönsten Südtirolerisch. Und die Leute kaufen tatsächlich gerne bei ihr ein und halten einen Ratsch.
Die Kinder staunten
Von weiter her kamen oft auch viele Besucher. „Wir sind positiv überrascht über das vielfältige Angebot. Vor allem aus der unmittelbaren Region gibt es so viel Außergewöhnliches“, loben Roswitha und Matthias Graf aus Schwandorf und freuen sich über Weißbierpralinen und Straußenfleisch. Lange verweilten sie am Markt und trafen am Ende sogar den Osterhasen, der an die Kleinen im Kinderland bei der Schwarzachtalhalle Süßigkeiten verteilte.
Der kleine Paul aus Neunburg betrachtete den freundlichen Hasen dennoch etwas skeptisch, nahm aber den Lutscher strahlend entgegen. Schließlich freut sich der Fünfjährige auf Ostern, wo der Osterhase dann hoffentlich das Nest gut füllen wird.




