Die Eisbären waren für Pierre Preto Liebe auf den ersten Blick: „Bei mir ist noch Luft nach oben“

Erst Trainer Peter Flache und Topskorer Corey Trivino, dann der „Spieler der Saison“ und überragende Rückhalt Jonas Neffin und jetzt auch Pierre Preto: Die Eisbären Regensburg machen für die mühsam gesicherte vierte Saison in der DEL 2 bei ihren Leistungsträgern schnell Nägel mit Köpfen.
Auch der während der Saison nachverpflichtete Stürmer, der mit Trivino und David Morley die Eisbären-Paradereihe bildete und bei 38 Skorerpunkten mit 21 Treffern massiv zum Klassenerhalt beitrug, bleibt Regensburg erhalten.
„Ich bin ein Mensch, der viel Wert darauf legt, sich wohl zu fühlen, weil ich der Meinung bin, dass man nur dann sein Potenzial auch ausschöpfen kann“, begründet der Mann mit der Rückennummer 36 seine Entscheidung. „Und hier passt alles für meine Freundin und mich, dazu ist die Stadt wunderschön. Das habe ich alles an Tag eins hier schon gesehen. Und ja, man kann schon sagen, dass das Liebe auf den ersten Blick war.“
Ein Fan klarer Ansagen
Nur mit dem Erfolg war das so eine Sache. „Nur in den Playdowns zu sein war eine herbe Enttäuschung“, sagt der Mann der klaren Worte. „Aber das Ende haben wir zum Glück gut gemeistert. Es war keine schöne schöne Situation und ein anderer Druck, den ich so bisher auch nicht kannte und auch nicht mehr erleben will.“ Die schwierigen Umstände der Saison mit Verletzungen und Krankheitswellen will Preto auch gar nicht gelten lassen. „Ich bin kein Fan von Ausreden. Der Kader war stark genug, um auch Ausfälle zu verkraften. Aber wenn eine Lawine rollt, dann rollt sie manchmal. Aber am Ende haben wir zusammengehalten, ums Überleben gekämpft – und wir haben auch überlebt.“
Ein Fazit zur Saison mit Kommentar zur Eisbären-Saison finden Sie hier.
Auch Pierre Preto persönlich brauchte in Regensburg durchaus Anlauf. Sein erstes Tor für die Eisbären erzielte der Anfang Oktober nachverpflichtete Mann, der mit der Empfehlung von 82 Torbeteiligungen in 267 DEL-2-Partien für Heilbronn, Frankfurt und Kassel gekommen war, erst im zwölften Spiel am 24. November beim 4:2 gegen Crimmitschau. Justament in Spiel eins von Peter Flache als Trainer, der ihn zu Trivino und Morley in Reihe eins befördert hatte. „Wir haben perfekt harmoniert, auch menschlich. Da war keiner eingeschnappt, wenn der eine dem anderen mal einen Tipp gegeben hat.“
Alleskönner und das Gehirn
Entsprechend charakterisiert Pierre Preto seine Mitspieler. „Corey ist ein Alleskönner. Offensiv ist er Weltklasse und defensiv ist er sich auch für nichts zu schade“, sagt er über Trivino. „David ist das Gehirn. Er spielt extrem schlau. Die Auszeichnung zum Spieler des Monats März war die perfekte Antwort an seine Kritiker“, befindet Preto zu David Morley, dessen Verlängerung noch aussteht, bei dem aber davon die Rede ist, er hätte ein zweites Jahr Vertrag.
Und er selbst? „Ich bringe Tempo rein, arbeite hart und habe heuer einen guten Torabschluss gezeigt“, sagt Preto über Preto. „Momentan war das vielleicht die beste Version von mir. Aber ich bin ziemlich sicher, dass auch da immer noch noch Luft nach oben ist.“
Pierre Preto kann sich durchaus vorstellen, länger in Regensburg zu bleiben. „Aber ich bin erstmal von Jahr zu Jahr fokussiert.“ Erstmal steht sowieso die Sommervorbereitung nach ein paar Tagen Pause an. „Ich darf mich bei den Adlern in Mannheim wieder fithalten“ – seinem Jugendverein, bei dem Vater Claudio inzwischen Vorstand bei den Jungadlern ist. Bruder Philipp verteidigt ja für Ingolstadt in der DEL. „Bei uns dreht sich alles ums Eishockey. Wobei Papa Eishockey nie ausgeübt hat. Wir beide sind die Ersten in der Familie, die selbst spielen.“