Schüler aus Ingolstadt und Pfaffenhofen holen Landessiege bei Junior-Variante von „Jugend forscht“

Eine KI für den Kühlschrank, ein pneumatischer Muskel oder eine Vergiss-Nix-Maschine: Der Ideeneifer der Jungforscher bei der Junior-Variante von „Jugend forscht“ kannte keine Grenzen. An Ständen an der Universität Regensburg präsentierten am Freitag die 9- bis 14-Jährigen ihre Arbeiten, an denen sie zum Teil monatelang getüftelt hatten. Auszeichnungen gingen unter anderem an clevere Köpfe aus Ingolstadt und Pfaffenhofen.
90 Schüler aus ganz Bayern, allesamt Sieger der Regionalwettbewerbe, waren mit 56 Projekten in den Kategorien Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Mathematik/Informatik, Geo- und Raumwissenschaften, Physik und Technik angetreten. Besonders viele erste Platzierungen heimsten am Ende die Nachwuchsforscher aus Oberbayern ein, die mit ihren Arbeiten die Jury bestehend aus Lehrern, Wissenschaftlerinnen und Vertretern aus Wirtschaft und Handwerk überzeugten.
„Kitchen Kompass“ als KI für den Kühlschrank
Einer von ihnen ist Timo Link von der Tilly-Realschule in Ingolstadt, der die Kühlschrank-KI „Kitchen Compass“ erfunden hat. Der 14-Jährige konnte sich über den Landessieg für das beste interdisziplinäre Projekt freuen. Zudem wurde er mit dem Sonderpreis Ressourceneffizienz des Bundesumweltministeriums ausgezeichnet, der mit 150 Euro dotiert ist. „Die KI unterstützt uns, um die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren“, sagt der 14-Jährige. Und das geht so: Sein „Kitchen Compass“ erkennt den Inhalt eines Kühlschranks und schlägt dann anhand der vorhandenen Zutaten auf einer Handy-App „smarte Rezepte“ vor. Zudem gebe es in der App einen Einkaufswagen, man könne sich auflisten lassen, was im Kühlschrank ist, und man hätte ein Tool, mit dem man die komplette Woche durchplanen könne.
Ideen für klimafreundlichen Garten
Erfolgreich verlief der Wettbewerb auch für andere oberbayerische Schüler. In der Sparte Biologie siegte die 12-jährige Clara Proksch vom Maximiliansgymnasium München, die sich mit der Sauberkeit von Sand auf Spielplätzen beschäftigte. In der Sparte Physik landeten Sophia Sitte und Lilith Uphoff vom Ignaz-Günther-Gymnasium Rosenheim auf Platz 1. Die 13- und 14-Jährigen untersuchten, wie viel ein „Air muscle“ – in ihrem Fall ein Ballon in einem Netz – heben kann. Solche pneumatische Muskeln könnten für Roboter oder auch für Prothesen verwendet werden.
Luke Schröder aus Pfaffenhofen überzeugte mit seiner Arbeit unter dem Titel „Der Gartenpass“ rund um einen klimafreundlichen Garten und trug den Sieg in der Sparte Geo- und Raumwissenschaften davon. Der 14-Jährige erforschte, was einen klimafreundlichen Garten und gute Bodenqualität hervorbringt.
Vergiss-Nix-Maschine aus Ingolstadt
Teresa Donaubauer und Anna Westerschulte von der Grundschule Ingolstadt-Etting erhielten den Sonderpreis Inklusion der Montec GmbH, der mit 100 Euro dotiert ist. Die Neunjährigen stellten beim Landeswettbewerb in Regensburg ihre Vergiss-Nix-Maschine vor. „Wir sind das erste Mal dabei und es ist richtig spannend“, sagte Anna Westerschulte. „Unsere Erfindung soll bei ADHS eine Hilfe sein“, erklärte Teresa Donaubauer. „Ich vergesse selbst oft meine Sachen und wollte mir etwas bauen, was mir hilft.“
Ihre Vergiss-Nicht-Maschine besteht aus zwei Teilen, eins für Eltern und eins für Kinder. So könne beispielsweise die Mutter eine Erinnerungs-Nachricht schicken wie Sachen packen, aufräumen oder Pillen nehmen. „Ich kann dann antworten, ich erledige meine Aufgaben, oder ich schreibe, es geht grad nicht“, sagte Teresa Donaubauer.
Erstmals mehr Mädchen als Jungs im Wettbewerb
Erstmals erreichten mit 53 Prozent mehr Mädchen als Jungs den Einzug in den Landeswettbewerb. „Selbst in den jungslastigen Fächern Technik und Physik sind es mehr Mädchen“, sagte der Patenbeauftragte des Wettbewerbs, Stephan Giglberger von der Universität Regensburg. Für ihn mache das deutlich, dass es eine Frage der Förderung sei. „Geschlechterspezifische Präferenzen sind nicht angeboren, sondern entwickeln sich durch Erziehung und Gesellschaft“, betonte er.


