Die „Herbergssuche“ hat ein Ende: Hier arbeiten Kelheims Ranger und Kollegen

Von Beate Weigert · 10. April 2025 um 19:00

Nach diversen Zwischenlösungen haben die Mitarbeiter des Nationalen Naturmonuments nun ihr Büro im Herzen in der Kelheimer Altstadt bezogen. Einst wechselten hier die Postkutscher ihre Pferde. Nun beginnt eine neue Ära für Naturschutz und Umweltbildung.

Kurz vor Corona erhielt Kelheims Weltenburger Enge die Auszeichnung Nationales Naturmonument (NN). Es ist bislang das einzige in Bayern. Nun sind endlich auch die Mitarbeiter angekommen. In den vergangenen Jahren hatten sie einige Mal umziehen müssen.

Regierungspräsident Rainer Haselbeck brachte am Donnerstag nicht nur Sonne mit in die „einzige“ Außenstelle der Regierung von Niederbayern, sondern auch das Schild, das neben der Eingangstür sichtbar machen soll, wer dahinter anzutreffen ist – nämlich die Verwaltungsstelle des NN.

Regierungspräsident Rainer Haselbeck (2.v.re.) brachte das Schild für die „einzige“ Außenstelle der Regierung von Niederbayern mit nach Kelheim. Mit im Bild Immobilien-Eigentümer Matthias Ermer (li.), Landrat Martin Neumeyer und Bürgermeister Christian Schweiger (re.). - Foto: Beate Weigert

Vom Ranger bis zum IT-ler

Konkret sind dies Leiter Hartmut Friedl, umweltpädagogische Leiterin Franziska Jäger, die beiden Ranger Stefanie Mertl und Andreas Kerner und Digital-Kollege Matthias Amann. Hinzu kommt Lukas Prechtl, der sich um die Verwaltung kümmert, und demnächst ist noch ein Fachreferent oder eine Fachreferentin gesucht.

Im Hinterhof des Weissmüller Quartiers sind die Mitarbeiter nun auf frisch sanierten 240 Quadratmetern zuhause. - Foto: Beate Weigert

Nach diversen Umzügen – vom alten ins neue Landratsamt sowie in ein Zwischenquartier am Alten Markt – sind sie nun in der Donaustraße 6a beheimatet. Die Adresse findet sich im Hinterhof des Weissmüller Quartiers. Auf 240 Quadratmetern, die Constanze und Matthias Ermer sanierten, finden sich nun Büros, ein Besprechungsraum, eine Teeküche, Sanitär- und Lagerräume sowie nebenan eine Werkstatt, in der Kinder bereits Nistkästen fertigten. Und auch der Zugang zu den künftigen Räumen für die Öffentlichkeit steht. In diesem Jahr sollen die Planungen für das künftige Umweltbildungszentrum für große und kleine Naturfreunde in der Ludwigstraße in Angriff genommen werden, sagt Matthias Ermer auf Nachfrage.

Im Hinterhof des Weissmüller Quartiers in der Kelheimer Altstadt sind die Mitarbeiter des Nationalen Naturmonuments anzutreffen. - Foto: Beate Weigert

Haselbeck begrüßte zum gemeinsamen Besichtigungstermin auch den „Vater des Nationalen Naturmonuments“, Landrat Martin Neumeyer. Der blickte zurück auf eine emotionale Debatte, die das Naturmonument mit sich gebracht hatte. „Das war eine heiße Kiste, es gab viel Ärger“, blickte Neumeyer zurück. Ähnlich äußerte sich Kelheims Bürgermeister Christian Schweiger. Beide sagten, sie seien „stolz“, dass die Regierung nun nach Kelheim gezogen sei. „In die Donaustraße, besser geht’s nicht“, befand der Landrat.

Postkutschen und Petroleum

Matthias Ermer und seine Schwiegermutter Marianne Steindl blickten mit den Gästen zurück auf die Geschichte des sanierten Gebäudes. Einst fanden sich anstelle der NN-Büros Pferdeställe hinter dem „Gasthof zur Post“. Die Postkutschen wechselten hier die Zugpferde. Das Wirtshaus bestand bis in die 1950er Jahre. Dann führten Marianne Steindls Vorfahrens nebenan bis 1994 eine Eisenhandlung. Im Hinterhof lagerten Eisen und Eisenwaren. Zudem versorgte Steindls Großvater seine Mitbürger in der Zeit vor der Elektrifizierung mit Petroleum. Auch dieses deponierte die Familie im Hinterhof.

Am Donnerstagnachmittag wurden vier dieser Schilder auf den Kiesbänken an der Donau von den beiden Rangern aufgestellt. - Foto: Beate Weigert

Vor dem Umbau hatte sich eine Reinigungsfirma eingemietet. Nun sei mit der Verwaltungsstelle des NN der Bereich „Service/Dienstleistung“ angekommen, sagte Ermer. So zeichne sich im Weissmüller Quartier im Kleinen die Entwicklung des Arbeitslebens generell nach. Die neuen, modernen Büros sind bezogen. Die Mitarbeiter fühlen sich wohl, sagen sie. Dennoch findet der Schwerpunkt ihrer Arbeit woanders statt, so Friedl. „Draußen, im Schutzgebiet Weltenburger Enge.“

Das Kelheimer NaturjuwelNaturmonument: Seit 13. Februar 2020 ist die Weltenburger Enge Bayerns erste Nationales Naturmonument. Es umfasst eine Fläche von 197 Hektar.

Erlebnisse: Unter dem Motto „Der Natur auf der Spur“ bieten die Kelheimer Mitarbeiter des Nationalen Naturmonuments 2025 Interessierten 90 kostenlose Naturerlebnisse. Dazu zählen Wanderungen, Radtouren, Streifzüge in den frühen Morgen- und Abendstunden wie auch Fachvorträge.

Nachwuchs: Mitarbeiter wollen vor allem Kinder und Jugendliche begeistern. Neben Ranger-Touren und Familienwanderungen gibt es spezielle Programme für den Nachwuchs. Neuerdings treffen sich einmal im Monat die „Rangerkids“.

Mehr Infos:www.voef/naturerlebnis