Abzocke oder wichtige Präventionsarbeit? Rodinger Polizei äußert sich zum „Blitzmarathon“

Abzocke oder wichtige Präventionsarbeit? Der jährlich wiederkehrende „Blitzmarathon“ spaltet die Gemüter. Bernhard Hager, Leiter der Polizeiinspektion Roding, macht deutlich, warum der Aktionstag aus seiner Sicht viel Sinn macht und es nicht ums „Geldverdienen“ geht.
Viele Verkehrssünder werden an diesem Tag nicht ertappt, zum einen ist wenig los, zum anderen wissen viele Bürger über den jährlich wiederkehrenden „Blitzmarathon“, dessen Kontrollstellen im Internet veröffentlicht werden, Bescheid. Trotzdem sei es wichtig, ein „Statement zu setzen“, erläutert Hager: „Wir zeigen, dass wir aktiv gegen zu schnelles Fahren vorgehen.“
Damit die Verkehrsteilnehmer aber nicht nur an einem Tag, an dem verstärkt kontrolliert wird, mit angepasster Geschwindigkeit unterwegs sind, sei Nachhaltigkeit gefragt: „Die Laserpistole ist in unserem Gebiet fast jeden Tag im Einsatz“, erläutert Hager. Ziel sei es, für weniger schwere Unfälle zu sorgen, und vielleicht wieder – wie im vergangenen Jahr – ohne einen Verkehrstoten zu bleiben. „Wir wollen damit die Sicherheit auf den Straßen weiter steigern, nicht die Bürger ausnehmen“, betont Hager.
Einsicht ist oft da
Bei vielen, die ertappt werden, sei auch die Einsicht da, zu schnell unterwegs gewesen zu sein, so die Erfahrungen des erfahrenen Polizisten. Andererseits müssten aber auch Verwarnungs- oder Bußgelder beziehungsweise Punkte im Verkehrsregister in Flensburg sein, um nachhaltig Wirkung zu erzielen.
Wo kontrolliert wird, entscheiden die Polizeiinspektionen auch beim „Blitzmarathon“ selbst, erläutert Hager. Dabei seien mehrere Kriterien zu berücksichtigen. Zum einen müsse es rechtlich erlaubt sein, an dieser Stelle mit der Laserpistole zu messen, zum anderen werden Schwerpunkte ausgewählt, wo es schon häufiger zu Unfällen gekommen ist oder wo erfahrungsgemäß öfter zu schnell gefahren wird. Wenn möglich, werden auch „Wünsche“, etwa von Anwohnern, berücksichtigt: „Wenn uns jemand mitteilt, dass in seiner Straße gerast wird, schauen wir, ob wir da mal kontrollieren können“, erzählt der Chef der Rodinger Polizeiinspektion. Wichtig sei es laut Hager auch, die Messstellen zu variieren.
Tafeln haben sich bewährt
Bei der Präventionsarbeit bewährt hätten sich die Geschwindigkeits-Anzeigetafeln, die nach viele Kommunen nach den Ortseingängen aufgestellt haben. Wer dort sehe, dass er deutlich zu schnell unterwegs ist, nehme den Fuß vom Gas.
Während am Mittwoch verstärkt Autofahrer kontrolliert wurden, nehmen die Beamten der Rodinger Polizei bald auch wieder die Motorradfahrer verstärkt ins Visier, nachdem der Saisonstart bevorsteht. Dafür gäbe es eine spezielle Kontrollgruppe, berichtet Hager, die neben der Geschwindigkeit auch darauf achte, ob die Motorräder eventuell unvorschriftsmäßig umgebaut worden sind.
