Kommentar zu Pflegekosten: Die Grenzen des Zumutbaren sind längst überschritten

Von Thomas Rieke · 5. April 2025 um 19:00

Eine aktuelle Geschichte über eine Heimbewohnerin in Maxhütte-Haidhof hat MZ-Reporter Thomas Rieke zum Anlass genommen, die Kosten für die Pflege einmal kritisch zu hinterfragen. Hier sein Kommentar.

Die Kosten für die Pflege erreichen immer neue Rekordhöhen. Ungezählte Male hat es Versuche gegeben, das Problem in den Griff zu kriegen. Doch auch die Einführung der entsprechenden Pflichtversicherung brachte keinen nachhaltigen Erfolg, bestenfalls vorübergehende Entlastung.

Heute ist es so, dass der Eigenanteil, den ein Bedürftiger monatlich überwiesen muss, bei rund 3000 Euro liegt. Das übersteigt bei vielen die Möglichkeiten bei weitem. Selbst wer jahrzehntelang gearbeitet hat, läuft deshalb Gefahr, auf seine alten Tage zum Sozialfall zu werden. Das ist entwürdigend und daher ein Skandal.

Sozialamt, Pflegekassen und Angehörige schießen kräftig zu, um die Ansprüche der Heimbetreiber abzudecken. Von einer Leistung, die allen Bedürfnissen gerecht wird, kann trotzdem oft nicht die Rede sein. Die Selbstdarstellung der Anbieter hat mit der Realität oft erbärmlich wenig zu tun.

Erklärungen dazu, man könnte auch sagen Ausreden, gibt es genug: Meist muss der Mangel an Fachkräften herhalten. Auch überbordende Bürokratie, die zu viele Kräfte binde, wird genannt.

Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Fakt ist auch, dass sich mit der Pflege gute Gewinne machen lassen. Wie sonst ist es zu erklären, dass einschlägige Konzerne immer größer werden? Die Politik scheint es nicht zu wagen, das kritisch zu hinterfragen. Sie ist um jeden Anbieter froh. Dabei übersieht sie, dass der Bogen des Zumutbaren längst überspannt ist.

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