Tote Bestatterin: Ex-Lebensgefährte muss sich vor dem Landgericht Amberg verantworten

Die Leiche der 19-jährigen Marie G. wurde am 4. Mai 2024 in einer Regensburger Baumarkt-Tiefgarage gefunden. Fast auf den Tag genau ein Jahr später muss sich ein 55-jähriger Kollege für ihren gewaltsamen Tod verantworten. Er schweigt bisher.
Der gewaltsame Tod einer 19-jährigen Bestatterin wird ab dem 2. Mai das Landgericht Amberg beschäftigen. Wie Gerichtssprecher Uli Hübner auf Nachfrage der Mediengruppe Bayern am Freitag bestätigte, wurde die Anklage der Staatsanwaltschaft wegen Mordes zur Hauptverhandlung zugelassen. Für den Tod der jungen Frau, die aus dem Landkreis Cham stammte, muss sich deren Ex-Lebensgefährte und Arbeitskollege verantworten.
Lesen Sie hier: Dieser Fall sorgte für Entsetzen
Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Verbrechen an Marie G. beginnt die juristische Aufarbeitung der mutmaßlichen Beziehungstat. Vor Gericht steht ein 55-Jähriger aus dem Landkreis Schwandorf. Ihm wird vorgeworfen, die junge Frau, mit der er über längere Zeit in seinem Haus in Maxhütte-Haidhof zusammenlebte, erwürgt zu haben. Die Leiche der 19-Jährigen wurde Stunden nach der Tat in der Tiefgarage eines Regensburger Baumarktes entdeckt. Ein enger Verwandter des Opfers war Augenzeuge, als die Polizei die tote Marie im Kofferraum des Opel Corsa fand. Weil eine Seitenscheibe des Wagens eingeschlagen war, hatte die Polizei die Fahrzeughalter vorab informiert. Die Ermittler gehen davon aus, dass Marie G., die nur Stunden zuvor ihr Abschlusszeugnis für die erfolgreich bestandene Ausbildung zur Bestatterin entgegen genommen hatte, bereits im Haus des nun Angeklagten starb.
Finale Schlüsselübergabe?
Der Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen. Medienberichten zufolge soll es sich bei dem Aufeinandertreffen von Marie G. und dem Tatverdächtigem am 3. Mai 2024 um eine finale Schlüsselübergabe gehandelt haben. Die 19-Jährige wollte wohl letzte Sachen aus dem Haus holen. Die Spurensicherung stellte in dem Anwesen Blutspuren sicher, die dem Opfer zuzuordnen waren. Vieles deutet darauf hin, dass Marie G. schon tot war, als ihr Auto mit ihrem Leichnam in der Tiegarage abgestellt wurde.
Lesen Sie hier: Musste Marie sterben, weil sie sich trennte?
Elke Escher, Vizepräsidentin am Landgericht Amberg, wird den Vorsitz im Prozess übernehmen. Verhandelt wird in Amberg, weil der mutmaßliche Tatort im dortigen Zuständigkeitsbereich des Landgerichts liegt.
Familie bittet um Wahrung der Privatsphäre
Rechtsanwalt Robert Hankowetz, der die Familie des Opfers anwaltlich vertritt, betonte im Vorfeld im Namen der Familie, dass für sie „einzig und allein, die Tat aufzuklären“ von Bedeutung sei. Er bat deshalb darum, die Privatsphäre der Angehörigen zu wahren.