Naabbrücken befinden sich auf der Zielgeraden – Freigabe der Baustelle in Schwandorf im Sommer

Der Neubau der beiden Naabbrücken ist bereits weit fortgeschritten, und das größte infrastrukturelle Großbauprojekt von Schwandorf steuert auf seine Fertigstellung zu. Zu einem Informationsaustausch hatten Stadtrat Christian Eimer (CSU) und der Ortsvorsitzende der CSU Neukirchen, Stephan Mändl, eingeladen.
Sie erhielten aus erster Hand Infos von Bauleiter David Holler und Polier Daniel Pirker der bauausführenden Firma Habau aus Oberösterreich.
Der Überbau der neuen Brücke wurde im September 2024 betoniert und ist mittlerweile nach sieben Monaten Bauzeit nahezu fertiggestellt. Die Geländer sowie die Straßenentwässerungsleitungen wurden bereits montiert, und aktuell werden noch betonkosmetische Arbeiten durchgeführt – dabei wird die Oberfläche der Brücke geschliffen. Besonders bemerkenswert ist, dass für die Geländer keine Löcher gebohrt werden mussten, da die Verankerungshülsen bereits beim Betonieren der Brückenkappen, also der Geh- und Radwegaufbauten, in die Schalung integriert wurden.
Auf Bombentrichter gestoßen
Demnächst wird auf der Fahrbahn, die wie die alte Brücke eine Breite von 6,50 Metern aufweist, eine Isolierschicht aufgebracht, gefolgt von Vergussasphalt und schließlich einer Bitumendeckschicht. Die Geh- und Radwege, die jeweils drei Meter breit sind, erhalten eine Oberschicht aus Epoxidharz. Die Brücke hat eine Spannweite von 75 Metern, es wurden 2200 Kubikmeter Beton verbaut und wiegt etwa 8400 Tonnen. Neu ist, dass auf der Krondorfer Seite, wo momentan eine provisorische Fußgängerampel steht, diese dauerhaft installiert bleiben wird.
Zudem wurden bereits die Leuchten für die Eintagsfliegen unterhalb des Geh- und Radwegs auf der flussabwärts gerichteten Seite montiert. Die Errichtung der mittleren Brücke stellte eine besondere Herausforderung dar.
Neu für Habau war der erforderliche Hilfsstahlbau, der mit zwei großen Trägern realisiert wurde, von denen jeder 100 Tonnen wiegt. An diesen Trägern wurde die Schalung aufgehängt. Insgesamt wurden 60 Tonnen Baustahl und 20 Tonnen Stahlspannseile, die jeweils mit einer Zugkraft von 500 Tonnen gespannt wurden, verbaut. Die Brücke, die in gespannter Rahmenbauweise errichtet wurde, wurde Ende Februar 2025 betoniert und weist eine Spannweite von 40 Metern auf. Ihr Gewicht beträgt rund 4000 Tonnen, wie Holler berichtete.
Eine Überraschung gab es beim Abbruch der alten Brücke: Dabei stießen die Bauarbeiter auf einen Bombentrichter, der mit Waffen, Bajonetten und Stahlhelmen aus dem Zweiten Weltkrieg verfüllt war. In der kommenden Woche werden zwei mobile Schwerlastkräne die Konstruktionen herausheben. Die Fußgängerverbindung unter der Brücke auf der Seite des Kanuclubs war bei der Planung der neuen Brücke nicht vorgesehen. Dies sei Aufgabe des Wasserwirtschaftsamtes. Zudem wurde das Gerücht, dass die Brücke bereits zum Volksfesteinzug genutzt werden könne, von Pirker und Holler zurückgewiesen.
Weitere Maßnahmen
Bis auf eine kleinere Schnittverletzung ist die Baustelle bislang unfallfrei verlaufen. Die Lebensdauer der neuen Brücken beträgt voraussichtlich 60 Jahre, während die Brückenkappen nur etwa 30 Jahre halten werden. Im Anschluss an die Fertigstellung der neuen Brücke wird der Rückbau der Behelfsbrücken erfolgen, und die Spundwände werden von Tauchern unter Wasser abgeschnitten, wie Pirker erklärte.
OB Andreas Feller (CSU), der nach einer Sitzung zum Treffen ins Clubheim der Kanuten kam, äußerte sich beeindruckt: „So eine sauber aufgeräumte Baustelle habe ich selten gesehen. Die Bauleistung unter den beengten Verhältnissen ist eine logistische Meisterleistung.“ Zudem werde die Freigabe der Brücke bereits im Sommer erfolgen und nicht, wie ursprünglich angekündigt, erst Ende 2025. Feller zollte diesem Fortschritt besonderen Respekt und betonte die Bedeutung des Projekts für die Stadt Schwandorf. Besonders wichtig sei auch, dass die Radwege auf Kosten der Stadt gebaut werden.
Krondorf sei ein wichtiger Stadtteil, und es sei notwendig, die Sicherheit für Kinder und ältere Menschen zu gewährleisten. Er dankte auch dem Stadtrat, der die Mehrausgaben in Millionenhöhe mitgetragen habe. Abschließend appellierte er um Verständnis, da in der kommenden Zeit noch die Beer-Kreuzung neu asphaltiert werden müsse und der Einbau der neuen Brücke zum Stadtpark ebenfalls zu Verkehrsbehinderungen führen werde.
Der Zeitplan
August 2023: Die Arbeiten begannen mit der Einrichtung einer Behelfsumfahrung und dem Bau von zwei Behelfsbrücken.
Dezember 2023: Die Fertigstellung der Behelfsbrücken erfolgte.
Januar 2024: Die Abbrucharbeiten begannen an der großen Naabbrücke. Kurz darauf starteten die Arbeiten zur Gründung des Widerlagers auf der Krondorfer Seite.