So wirbt Bad Gögging um Gäste – Das sagt ein Experte aus Kitzbühel dazu

Im Neustädter Kurort herrscht gute Laune. Die Besucher- und Übernachtungszahlen steigen. Mehrere neue Maßnahmen sollen dafür sorgen, dass Bad Gögging (Landkreis Kelheim) in der Beliebtheit der Gäste weiter steigt. Beim Touristischen Frühjahrsempfang sagte ein Experte aus Kitzbühel dazu seine Meinung.
Fast 565.000 Übernachtungen und rund 115.500 Gästeankünfte wurden im vorigen Jahr in Bad Gögging gezählt. Damit hat der Kurort wohl endgültig das Tief aufgrund der Corona-Pandemie überwunden. Die Stimmung beim Touristischen Frühjahrsempfang im Kurhaus unter den Vermietern und Gastronomen, Bürgermeistern, Stadträten und Landrat war gut. Selbstbewusst stellte Margit Zettl-Feldmann, Vorsitzende des Tourismusverbandes Bad Gögging, fest: „Der Tourismus ist in unserem Kurort, im Landkreis Kelheim und in Neustadt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.“
Mehr als ein neues Logo für Bad Gögging
Damit der Kurort weiter auf der Erfolgsspur bleibt, gibt es mehrere neue Werbemaßnahmen. Unter anderem wurde das Urlaubsmagazin neu aufgelegt. Es soll neugierig machen, inspirieren und unterhalten, indem auch kleine Geschichten über Land und Leute erzählt werden. Außerdem wurde ein neues Logo für Bad Gögging eingeführt. Die Welle des alten Logos ist geblieben, womit weiter an die Heilwasser erinnert wird. Jetzt wird aber mit dem Slogan „Römisch. Bayerisch. Gsund“ geworben. Damit soll ein stärkerer Bezug auch zur Geschichte Bad Göggings hergestellt werden.
Weiter ist für Werbezwecke in der Ortsmitte die Einmündung der Heiligenstädter in die Neustädter Straße neu gestaltet worden und es wurde eine Serie mit gratis erhältlichen Postkarten aufgelegt, deren Bildmotive aus Bad Gögging und Umgebung stammen. Die Idee bei den Postkarten ist einerseits, dass sie von den Gästen versendet werden, und andererseits, dass die Gäste sie fotografieren und zum Beispiel über WhatsApp versenden und auf diese Weise für den Kurort werben. Denselben Erfolg versprechen sich Tourismusverband und Touristinformation vom Herzmotiv, dass in Bad Gögging immer wieder zu sehen ist. Es soll die Besucher zu Selfies verleiten.
Investitionen in die Limes-Therme
Schließlich wurde mit „Bad Gögginger Lieblingsplätze“ eine Aktion entwickelt, die die Gäste animieren soll, zu Fuß oder mit dem Fahrrad den Ort und die Umgebung zu erkunden. Ein kleines Heft mit Landkarte verrät, wo die Plätze sind. Die Tippgeber kommen per QR-Code zu Wort. Komplettiert wird diese Idee durch eine Brotzeitbox, die von den Vermietern zur Verfügung gestellt wird. Bürgermeister Thomas Memmel lobte die Aktion nicht nur für die Idee, den Kurort und seine Umgebung den Besuchern näher zu bringen, sondern auch, weil es sich um ein „echtes Gemeinschaftsprojekt“ handele. An der Entwicklung beteiligt waren unterschiedlichste Personen und Einrichtungen aus Neustadt.
Zu Bad Gögging gehören neben Kliniken, Hotels, Pensionen und Appartementhäusern auch die Limes-Therme. Auch hier wird investiert. Werkleiter Franz Bauer wies beim Empfang insbesondere auf die Umbauten im Energiebereich der Therme hin.
„Schauen Sie auf Google“
Keven Prünster, SPA-Manager und stellvertretender Hoteldirektor im A-Rosa Resort in Kitzbühel, lobte die Maßnahmen in Bad Gögging, stellte zugleich aber klar: „Auch uns fliegen die Gäste nicht ins Haus. Auch wir haben zu kämpfen.“ Es sei nicht die Kunst, ein Hotel zu füllen, erklärte er. Vielmehr gehe es um die Frage, zu welchem Preis das möglich sei.
Nicht weniger wichtig sei, wie man sich von anderen Anbietern abhebe. Wichtig sei Herzlichkeit, aber auch Einzigartigkeit. Deshalb seien die „Lieblingsplätze“ eine gute Idee. Wichtig seien zudem Bewertungen im Internet. „Schauen Sie nach Ihren Google-Bewertungen“, riet Keven Prünster. „Die können Sie beeinflussen. Bitten Sie die Gäste um Bewertungen.“
Gleichwohl, sagte Prünster, gebe es in der Branche auch Probleme. Größter Feind des Tourismus sei neben Energiekosten und Lebensmittelpreisen die schwierige Personalsituation. „Wir müssen sehr, sehr viel tun für unsere Mitarbeiter, um unsere Mitarbeiter zu halten“, sagte Keven Prünster.
Er riet, die Mitarbeiter „bei Laune zu halten“, u.a. durch flexible Arbeitszeiten, Provisionen, strukturierte Abläufe und außergewöhnliche Benefits. Die Betriebe sollten zudem offen sein für Quereinsteiger. Wichtig sei der Wille des Mitarbeiters. „Sie müssen wollen“, sagte Keven Prünster.