Castor-Zug mit Atommüll-Behältern rollt über Ingolstadt nach Niederbayern

Sieben Behälter mit hoch radioaktiven Atomabfällen sind auf dem Weg von Niedersachsen nach Niederbayern. Am späten Vormittag war der Castor-Zug bereits in Treuchtlingen (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen) angekommen und setzte seine Fahrt über Ingolstadt fort. Am Nachmittag kam der Transport störungsfrei in Niederaichbach an.
Es rollt wieder Atommüll durch Deutschland. Der Zug mit sieben Castor-Behältern war am Donnerstag an seinem Ziel in Bayern angekommen. Der Transport sei störungsfrei verlaufen, teilten Sprecher der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) und der Polizei mit. In Niederaichbach bei Landshut sollen die hoch radioaktiven Atomabfälle nach Angaben der GNS zwischengelagert werden.
Am späten Mittwochabend hatte der Zug den Hafen im niedersächsischen Nordenham verlassen. Abgesichert wird der Transport von der Polizei. Die genaue Route und der Zeitplan wurden aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht. Entlang der Strecke wollten Atomkraft-Gegner in mehreren Städten erneut Kundgebungen und Mahnwachen abhalten – so auch in Regensburg.
Castor-Zug machte Logistikhalt in Treuchtlingen
Die Mediengruppe Bayern sichtete den Castor-Transport am späten Donnerstagvormittag am Bahnhof in Treuchtlingen, wo er einen Logistikhalt machte. Am Bahnhof versammelte sich deswegen ein großes Polizeiaufgebot. Nach dem Halt in Treuchtlingen rollte der Zug weiter in Richtung Süden und passierte den Ingolstädter Hauptbahnhof um 12.40 Uhr.




Fahrgäste konnten den Bahnhof in Ingolstadt regulär betreten. Kaum etwas deutete auf die Durchfahrt des Castor-Transportes hin. Lediglich etwas mehr Sicherheitspersonal tummelte sich an den Bahnsteigen. Ein Hubschrauber kreiste außerdem über dem Gleisbereich.
Anschließend fuhr der Zug mit den sieben Behältnern weiter durch den Landkreis Pfaffenhofen in Richtung Landshut bzw. Niederaichbach, wo er für den späten Nachmittag erwartet wurde.
Zur Rücknahme des Atommülls verpflichtet
Bei dem Atommüll handelt es sich um Überreste von Brennelementen aus deutschen Kernkraftwerken, die in England aufgearbeitet wurden. Die Bundesrepublik Deutschland hat sich zur Rücknahme der Atomabfälle völkerrechtlich verpflichtet. Aus der Aufarbeitungsanlage Sellafield müssen noch sieben weitere Castor-Behälter zurückgenommen werden, die in Brokdorf (Schleswig-Holstein) zwischengelagert werden.