Bayerischer Wald-Verein Sektion Furth im Wald sucht Wanderwegewarte und Wanderführer

Gerade hat Marianne Linsmeier fünfjähriges Jubiläum als Vorsitzende des Bayerischen Wald-Vereins Sektion Furth im Wald gefeiert. Der Verein steht gut da, sagt sie und erzählt im Gespräch, was ihr in Bezug auf den Verein wichtig ist.
Die Öffnung eines Brunnens im Frühling und seine symbolische Schließung im Herbst ist für sich gesehen, keine große Sache. Wenn es aber um den Böhmischen Brunnen (Ceska Studanka) geht, schon.
Bis zu 300 Wanderer zu beiden Seiten der Grenze treffen sich auch am Samstag, 5. April, um dieses Ereignis zu feiern. „Das hat völkerverbindende Bedeutung“, sagt die gebürtige Straubingerin, die es vor Jahren aus der bayerischen Landeshauptstadt München in die Oberpfalz verschlagen hat.
Freunde seit über 30 Jahren
Die gemeinsame Veranstaltung „bringt Personen aus beiden Ländern zusammen, die sich für Wanderungen, Kultur und Natur im bayerischen Grenzraum interessieren. Beide Projektpartner pflegen seit mehr als 30 Jahren freundschaftliche und friedliche Kontakte“, so Linsmeier. Völkerverständigung in Reinkultur.
Das sieht man offensichtlich auch von behördlicher Seite so. Die Vorsitzende freut sich, dass man heuer finanzielle Unterstützung aus dem Programm „INTERREG Bayern Tschechien“ erhalten hat. Auf der Internetseite des europäischen Finanzpools heißt es: „INTERREG ist gegliedert in drei Stränge: Die grenzübergreifende, transnationale und interregionale Zusammenarbeit.“ Laut Linsmeier ist es gar nicht so einfach, eine Förderung zu erhalten. „Man muss schon nachweisen können, dass das Projekt gemeinsam geplant und umgesetzt wurde“, sagt die Vorsitzende.
Doch natürlich ist die traditionelle Öffnung des Brunnens, bei der Linsmeier und ihr tschechischer Kollege vom Touristikclub Domazlice, Petr Matejky, den Brunnen mit einem chodischen Keramikschlüssel aufsperren und anschließend Brunnenwasser aus Keramiktassen trinken, nur eine der zahlreichen Aktivitäten. Die 203 A-Mitglieder (Erwachsene), 73 B-Mitglieder und zwei Jugendlichen (C-Mitglieder) können sich über ein buntes Jahresprogramm freuen. Tagesfahrten, Wanderungen und vieles mehr stehen im grünen Flyer des Vereins. Zwei Dinge brennen Linsmeier derzeit unter den Nägeln. Zum einen hätte man gerne mehr Wanderführer zu Verfügung, die Gruppen anleiten können. Zum anderen wären Wegewarte notwendig. Die Sektion Furth betreut rund 140 Kilometer Wanderwege. „Die sind grundsätzlich gut beschildert.“ Allerdings fehlt immer mal wieder ein Wegweiser oder an einer Weggabelung ein Pfeil, in welcher Richtung es weitergeht. Wer schon einmal einige Kilometer in die falsche Richtung gelaufen ist und dann wieder umkehren musste, weiß, wovon die Vorsitzende spricht. Hat man eine solche Stelle entdeckt, kann dies dem Landratsamt gemeldet werden. Was auch zu den Aufgaben gehört: Zugewachsene Schilder auszuschneiden.
Aufwandsentschädigung
„Wir können für diese beiden Tätigkeiten auch Aufwandsentschädigungen bezahlen“, kündigt die Vorsitzende an. Die einzelnen Sektionen erhalten Zuwendungen vom Hauptverein in Zwiesel. Wer Interesse hat, kann sich bei Marianne Linsmeier unter E-Mail: malins@web.de melden.
Der Böhmische Brunnen wird aufgesperrt
Nach der Winterpause wird am Samstag, 5. April, der Böhmische Brunnen wieder aufgesperrt. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr beim Bahnhof in Furth , Abfahrt in Fahrgemeinschaften zum Parkplatz Hochstraße. Von dort erfolgt die Wanderung über die Grenze zum Brunnen. Nach einem Marsch von maximal eineinhalb Stunden trifft man dort die böhmischen Freunde, die aus Domazlice und der Umgebung zum Brunnen kommen. Während der offiziellen Öffnungszeremonie steht auch bei den musikalischen Einlagen der grenzüberschreitende Gedanke im Vordergrund. Zu hören sein wird der Männergesangsverein Haltravan aus Klenci pod Cerchovem und die Bläsergruppe des Kreisjagdverbandes Domazlice. Nach der Zeremonie wird zur Grünen Hütte gewandert. Dort warten Lagerfeuer, Speisen und Getränke.
