Fahranfänger scheitert bei Überholversuch: Mehrere Verletzte bei Unfall im Landkreis Cham

Von Thomas Mühlbauer · 31. März 2025 um 20:07

Es ist der klassische Unfallhergang auf der Bundesstraße 16 zwischen den Anschlussstellen Altenkreith und Walderbach (Kreis Cham). Ein misslungenes Überholmanöver. Die Bilanz: Mehrere Verletzte und 30.000 Euro Schaden.

Am Montag um 17.52 Uhr trat dieser Fall wieder ein. Ein 18-jähriger Fahrer eines BMW aus Walderbach war auf der B16 in Richtung Walderbach unterwegs, als er kurz vor dem Waldstück bei Nassen einen vor ihm fahrenden Lkw überholen wollte. Dabei übersah er aber zwei entgegenkommende Fahrzeuge.

Andere Autos weichen in den Straßengraben aus

Der Fahrer eines Opel Astra mit Anhänger aus Roding reagierte geistesgegenwärtig und zog sein Fahrzeug nach rechts in den Straßengraben, sodass ihn der BMW-Fahrer nur streifte. Er verriss aber anschließend, so vermutet die Polizei, sein Steuer, sodass er sein Fahrzeug auch in den Straßengraben lenkte. Hier krachte er aber mit einer 51-jährige Fahrerin eines Nissan Qashqai mit Kelheimer Kennzeichen, die mit ihrem 57-jährigen Beifahrer ebenfalls in Richtung Altenkreith unterwegs war, nahezu frontal zusammen. Denn auch diese Fahrerin wollte dem BMW ausweichen und lenkte ihr Fahrzeug ebenfalls in den Straßengraben.

Großaufgebot an Einsatzkräften

Die Leitstelle in Regensburg alarmierte gemäß Verkehrsunfall mit mehreren Fahrzeugen ein Großaufgebot von Feuerwehr und Rettungsdienst. Die Feuerwehren Altenkreith mit Einsatzleiter Andreas Raab, Mitterdorf, Walderbach und Nittenau sperrten den Streckenabschnitt der B16 zwischen Altenkreith und Walderbach für über eine Stunde komplett ab. Zudem eilten Kreisbrandinspektor Norbert Mezei und Kreisbrandmeister Hubert Hofweber zur Einsatzstelle. Der Einsatz des Bayerischen Roten Kreuzes koordinierte Rettungsdienstleiter Dominik Lommer, die mit zwei Rettungswagen der Örtlichen Unterstützungsgruppe Rettungsdienst aus Roding, zwei Rettungswägen, einem Krankentransportwagen, einem Notarzt, sowie der Hubschrauberbesatzung von Christoph Regensburg vor Ort waren. Wie die Polizei am Dienstag mitteilt, wurden insgesamt vier Personen leicht verletzt. Die Fahrerin des Nissan Qashqai zog sich schwere Verletzungen zu und wurde mit dem Hubschrauber nach Regensburg geflogen.

Für Dominik Lommer ergab sich zudem eine weitere Schwierigkeit: Aufgrund des Streiks der Sana-Kliniken in Cham entschied man sich auch die weiteren drei verletzten Personen nicht nach Cham zu transportieren, sondern in Krankenhäuser im Landkreis Regensburg. Auch für die anrückenden Einsatzkräfte der Feuerwehr ergaben sich durchaus gefährliche Situationen, wie Kreisbrandinspektor Norbert Mezei und Kreisbrandmeister Hubert Hofweber unisono informierten, denn bereits während die ersten Kräfte anrückten, hatten Fahrzeugführer, die im Stau dahinter standen, mit Wendemanövern begonnen. Hierzu sagt Kreisbrandinspektor Norbert Mezei klar: „Das Wenden auf der Bundesstraße ist verboten, umgedreht werden darf erst, wenn die Feuerwehr die Straße endgültig gesperrt hat und das Wenden freigibt.“ Den Gesamtsachschaden schätzt die Polizei auf etwa 30.000 Euro.