Mehr Arbeitslose als im Vorjahr: Große Unterschiede innerhalb der Oberpfalz

Bayernweit hat die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Auffallend ist dabei, wie sehr die einzelnen Regionen voneinander abweichen. Auch innerhalb der Oberpfalz gibt es Unterschiede.
Was sich bayernweit als „Frühjahrsimpulse lassen auf sich warten“ – so auch die Schlagzeile der Regionaldirektion – zusammenfassen lässt, trifft nicht für alle Regionen des Freistaats zu. Immerhin nehmen Fred Gaida, der Vorsitzende der Agentur für Arbeit Regensburg, und sein Schwandorfer Kollege Siegfried Bäumler das Wort „Frühjahrsbelebung“ in den Mund. Schließlich bedeuten die 319 477 Arbeitslosen in Bayern gegenüber Februar zwar eine Verbesserung um 2,2 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr aber eine um über 13 Prozent höhere Arbeitslosigkeit.
Oberpfalz rückt auf Platz zwei vor
Auffallend ist dabei, wie sehr die einzelnen Regionen voneinander abweichen. Ein Blick auf die sieben Regierungsbezirke zeigt, dass Schwaben mit der niedrigsten Arbeitslosenquote von 3,6 Prozent weiterhin Bayerns Spitzenreiter ist, obwohl auch hier ein Anstieg gegenüber März 2024 von 0,3 Prozentpunkte zu verzeichnen war. Die Oberpfalz ist mit einer Quote von vier Prozent von Platz drei auf zwei vorgerückt. Die 26 349 registrierten Arbeitslosen machen im Vergleich zum Vorjahresmonat einen Anstieg um 0,4 Prozentpunkte aus.
Hinter den ebenfalls mit Quoten von vier Prozent gelisteten Bezirken Oberbayern (112 920 Arbeitslose) und Unterfranken (30 428 Arbeitslose) ist Niederbayern mit derzeit 4,4 Prozent aufgrund eines Anstiegs um 0,6 Prozentpunkte auf Platz 5 zurückgefallen. Abgerundet wird das Tableau durch Oberfranken (4,5 Prozent) und dem Bezirk Mittelfranken (4,7), wo die Städte Hof und Nürnberg mit 7,9 und 7,3 Prozent die schlechtesten Werte aufweisen. Zu diesen aus dem Blick des Arbeitsmarkts schwächelnden Regionen zählen in Oberfranken auch Coburg mit 7,5 Prozent sowie in Unterfranken die Städte Schweinfurt (7,4) und Aschaffenburg mit einer Arbeitslosenquote von 7,3 Prozent.
Spanne in der Oberpfalz geht weit auseinander
Innerhalb Ostbayerns fällt auf, dass sich die Spanne in der Oberpfalz zwischen dem Landkreis Neumarkt mit 2,9 Prozent und der Stadt Weiden mit 6,7 Prozent bewegt, während sich in Niederbayern der Landkreis Kelheim mit 3,6 Prozent weitaus besser präsentiert als die Städte Passau und Straubing mit 6,6 Prozent. Landkreise weisen aber generell bessere Werte auf, was auch in der nördlichen Oberpfalz zu beobachten ist. Rund um Weiden, also im Landkreis Neustadt/Waldnaab, ist mit 3,8 Prozent eine weitaus günstigere Lage zu beobachten.
Dies gilt auch für den Landkreis Tirschenreuth mit 4,4 Prozent, ganz zu schweigen vom Landkreis Amberg-Sulzbach mit einer sogar gegenüber 2024 kaum gestiegenen Quote von 3,7 Prozent. Für die Stadt Amberg wurden 6,1 Prozent ermittelt, während die Landkreise Schwandorf und Cham bei 3,9 beziehungsweise vier Prozent gelandet sind.
Konjunkturschwäche macht sich bemerkbar
Insgesamt, so Siegfried Bäumler, mache sich die Konjunkturschwäche auch im Bezirk Schwandorf bemerkbar, während Fred Gaida die „enormen Herausforderungen“ anspricht, vor denen die Wirtschaft angesichts der digitalen und ökologischen Transformation stehe. Wichtig sei deshalb die Weiterentwicklung von Arbeitskräften „aus schrumpfenden Branchen“. Neben der Qualifizierung komme der „Migration zu Erwerbszwecken“ eine große Bedeutung zu, um den Folgen des demografischen Wandels entgegenzuwirken. In diese Phase gehen Stadt und Land Regensburg mit Arbeitslosenquoten von 4,9 Prozent und 3,1 Prozent.
Um 13 Prozent weniger Lehrstellen als 2024
Zur Halbzeit des laufenden Berufsberatungsjahres wurden in den beiden Oberpfälzer Arbeitsagenturbezirken Regensburg und Schwandorf um 13 Prozent weniger Ausbildungs- und duale Studienplätze gemeldet als vor einem Jahr. Rein rechnerisch kommen in den Regionen Kelheim und Neumarkt sowie in Stadt und Landkreis Regensburg auf 100 Stellen exakt 57 Bewerber. In Stadt und Landkreis Amberg sowie den Landkreisen Cham und Schwandorf beträgt dieses Verhältnis 100 zu 39. An freien Stellen sind hier noch über 2430 und im Bereich der Agentur Regensburg 2700 zu besetzen.