Mit dem Smartphone „einchecken, auschecken und das war’s“: Der RVV setzt nun auf Swipe

Von Jürgen Scharf · 28. März 2025 um 17:00

In den Bussen des Regensburger Verkehrsverbunds können mit wenigen Klicks am Smartphone Tickets gekauft werden. Der Preis wird dann automatisch berechnet.

Kai Müller-Eberstein macht es gleich selbst vor. Der Geschäftsführer des Regensburger Verkehrsverbunds wischt einmal mit dem Finger übers Display des Smartphones. „Fertig“, sagt er. Nun wisse das System, dass und wo er in den Bus gestiegen ist. Beim Aussteigen wischt er dann noch einmal über das Display: „Und den Rest erledigt das Programm.“

Swipe – das ist das neue Zauberwort beim RVV. Den Fahrgästen soll mit dem Programm eine vollautomatische Alternative für den Ticketkauf geboten werden. 2023 hatte es bereits ein Pilotprojekt mit einem vergleichbaren System gegeben, das dem RVV zufolge bei den Fahrgästen gut angekommen sei. Nun wird mit „RVVswipe“ endgültig ein Smartphone-Ticketsystem mit Standorterkennung eingeführt.

Automatischer Preisrechner

„Beim Einstieg in Bus oder Regionalzug starten die Fahrgäste mit einem Swipe, einer Wischgeste nach rechts auf dem Handy, ihre Fahrt“, sagt Müller-Eberstein: „Durch erneutes Swipen nach links nach Erreichen des Ziels wird die Fahrt wieder beendet. Die App errechnet den Preis automatisch anhand der durchfahrenen Zonen innerhalb des RVV-Gebiets.“ Im Busverkehr könne mit RVVswipe so beispielsweise auch ohne Kauf eines Streifen-Tickets der Kurzstreckentarif genutzt werden. Zudem sei es völlig unkompliziert, Mitfahrende hinzuzufügen. Auch dafür reiche ein Klick.

Müller-Eberstein gab zusammen mit seiner Geschäftsführungskollegin Sandra Schönherr am Freitag den Startschuss für das System. Auch die Aufsichtsratsvorsitzende, Regensburgs Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, und ihre Stellvertreterin, Landrätin Tanja Schweiger, waren gekommen. „RVVswipe vereinfacht den Ticketkauf für die Fahrgäste erheblich. Das ist ein neues, tolles Angebot“, sagte Maltz-Schwarzfischer. Gerade für die Menschen, die sich nicht im Detail mit den Tarifen auskennen würden oder den RVV nur punktuell nutzen, sei es eine echte Hilfe: „Und es spart eine Menge Zeit für den Ticketkauf.“ Schweiger sagte, dass das neue System „einmal mehr ein Zeichen dafür ist, wie wir mit der Zeit gehen“. Der Zugang zum RVV werde damit ganz allgemein erleichtert.

Hier finden Sie einen Text über die Meinung des RVV-Geschäftsführers zur Zukunft des Deutschlandtickets

Die Abrechnung in der RVV-App erfolgt im Anschluss an die Fahrt stets zum bestmöglichen Tarif für den Kunden, sagt Müller-Eberstein. So werde zum Beispiel nach mehreren Einzelfahrten automatisch und rückwirkend ein Tagesticket ausgewählt, wenn dies für den Kunden am günstigsten sei. Weil die Zahl falsch oder zu viel gekaufter oder verlorener Tickets durch die Automatisierung zurückkgehen dürfte, könnte dem RVV zunächst sogar ein kleiner Rückgang bei den Einnahmen drohen. „Das wird aber leicht dadurch aufgefangen, dass das Busfahren insgesamt attraktiver wird“, sagte Schönherr. Die Basis dafür sei, dass das Programm fehlerfrei funktioniere und sich die Kunden darauf verlassen können, dass immer der beste Tarif gewählt wird. In der ersten Zeit gehe es deswegen insbesondere darum, dass die Kunden Vertrauen zu dem neuen System fassen.

Mehrere Zahlmöglichkeiten

Die Abrechnung von RVV-Swipe erfolgt in der RVV-App. Zum Start stehen dem Verkehrsverbund zufolge zwei Zahlarten zur Verfügung: Kreditkarte und PayPal. Später soll auch die Bezahlung per Apple Pay und Google Pay möglich sein. Weitere Informationen zu seinem neuen Ticketsystem bietet der RVV auch auf seinen Internetseiten an.