Nach der Messerattacke in Parsberg: Es gibt nur Opfer

Von Markus Rath · 28. März 2025 um 18:00

Es ist beschämend, wie Hater eine ganze ethnische Gruppe in Sippenhaft nehmen, kommentiert MZ-Redakteur Markus Rath die Messerattacke beim kurdischen Neujahrsfest in Parsberg im Landkreis Neumarkt. Die Tat am Sonntag sei – unabhängig vom Motiv – nichts anderes als eine grausame Gewalttat eines Einzelnen, die nur Opfer zurücklässt.

Zum einen den Menschen, der an diesem Abend sein Leben verloren hat. Egal, ob er in seiner Vergangenheit einen Fehler begangen hat oder sogar für den Tod eines Menschen verantwortlich war. Nichts rechtfertigt es, ihn ebenfalls zu töten.

Zum anderen seine Frau und seine Kinder, die unschuldig mitansehen mussten, wie der Mann und Vater niedergestochen wurde. Sie bleiben in einem fremden Land alleine zurück.

Opfer sind der Veranstalter und alle Festbesucher, weil ihnen durch die Tat ein Stück Heimat in der Fremde verloren geht.

Opfer sind zuletzt auch die Menschen in Parsberg, weil sie in unmittelbarer Nähe erleben mussten, wie schnell aus einem friedlichen Fest eine Tragödie werden kann – und sie in ihrer Wut darüber vergessen, was Menschlichkeit ausmacht.