Faulbrut-Alarm in Neutraubling: Jetzt werden benachbarte Bienenvölker untersucht

Für Menschen ist sie völlig ungefährlich, aber ganze Bienenvölker können an ihr zugrunde gehen: In einem Bienenbestand in der Stadt Neutraubling wurde die Amerikanische Faulbrut festgestellt. In einem Radius von etwa drei Kilometern um den Ausbruchsbetrieb wurde ein Sperrbezirk eingerichtet.
„Die erforderlichen Maßnahmen wurden bereits eingeleitet“, erklärte am Donnerstag Dr. Monika Ziegler vom Bereich Veterinärwesen und Lebensmittelhygiene auf Anfrage der MZ. Ihren Angaben zufolge müssen jetzt alle Bienenstände und Bienenvölker im Sperrbezirk unverzüglich durch das Veterinäramt untersucht werden. Sollten die Kontrollen weitere Hinweise auf befallene Völker ergeben, muss der Sperrbezirk möglicherweise ausgeweitet werden.
Brut der Honigbiene betroffen
Der Erreger befällt nach Auskunft der Veterinärin ausschließlich die Brut der Honigbiene. Die Krankheit breitet sich durch sehr widerstandsfähige Sporen aus, die in den Waben und Bienenprodukten überleben können. Insbesondere Honig und infiziertes Futter aus befallenen Völkern sind eine Infektionsquelle. Das kann beispielsweise auch Supermarkt-Honig sein. Deshalb sollte Honig nie an Bienenfutterstellen verfüttert werden. Und wer Honiggläser entsorgt, sollte sie unbedingt zuvor spülen.
In den Larven kommt es erst nach Verdeckelung der Zelle zur eigentlichen Massenvermehrung der Faulbrutbakterien. Je abgestorbener Larve sind etwa 2,5 Milliarden Sporen nachweisbar. Die Larven werden vollständig zersetzt und verwandeln sich in eine schleimige und stinkende Masse.
Sporen dienen als Frühwarnsystem
Nach Angaben von Ziegler ist dem Regensburger Veterinäramt aber in den letzten Jahren im Landkreis kein Faulbrut-Fall in dieser Größenordnung bekannt geworden. Auch beim Neutraublinger Fall ist die Faulbrut offenbar in einem frühen Stadium entdeckt und an das Veterinäramt gemeldet worden. Als Frühwarnsystem dienen dabei die Sporen des Bakteriums. Wenn sie auftreten und nachgewiesen werden, müssen schnell Maßnahmen gegen die Faulbrut ergriffen werden, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Dass die Faulbrut zuletzt zunehmend auf dem Rückzug war, führt die Regensburger Veterinärin auf das mittlerweile deutlich ausgeweitete Monitoring zurück. Vor allem die Imkervereine, aber auch einzelne Imker setzen zunehmend darauf , den Futterkranz der Bienenvölker auf Sporen untersuchen zu lassen. Wird dabei eine Infektion früh genug entdeckt, kann ein betroffenes Volk oft noch gerettet werden.
Ansonsten muss das infizierte Bienenvolk in vielen Fällen getötet werden. Die Alternative bei frühzeitiger Erkennung ist ein aufwendiges Verfahren, bei dem der befallene Bienenschwarm überlebt. Das kann aber nicht immer eingesetzt werden. „Es ist jeweils eine Einzelfallentscheidung“, betonte die Veterinärin. Keine Angaben wollte sie dazu machen, welche Maßnahme jetzt in Neutraubling eingesetzt wurde.
Bienenvölker dürfen nicht entfernt werden
Betroffen sind aber auch die Imker, die Bienenvölker im Sperrbezirk haben. Bewegliche Bienenstände dürfen nach Auskunft des Veterinäramtes von ihrem Standort nicht entfernt werden. Es dürfen weder Völker noch einzelne lebende oder tote Bienen, aber auch keine Waben, Wachs, Honig, Futtervorräte oder benutzte Gerätschaften entfernt werden. Zudem ist es nicht erlaubt, Bienenvölker oder Bienen von außen in den Sperrbezirk zu bringen. Von Bienen nicht mehr besetzte Waben müssen dicht verschlossen gehalten werden. Wie Ziegler mitteilt, werden die Anordnungen wieder aufgehoben, sobald das Veterinäramt festgestellt hat, dass die Bienenseuche erloschen ist.
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Die Bienenhalter im Sperrbezirk sind dazu verpflichtet, dem Landratsamt den Standort ihrer Bienenvölker anzugeben. Kontakt:
Mail: veterinaeramt@landratsamt-regenburg.de
Tel. (09 41) 40 09-520.
Die Karte des Sperrbezirks rund um Neutraubling und die Allgemeinverfügung des Landratsamtes ist auf der Landkreis-Homepage unter der Adresse www.landkreis-regensburg.de zu finden.