Tödlicher Unfall auf A93 bei Teublitz: Polizei macht Fortschritte bei Ursachenforschung

Von Thomas Rieke · 26. März 2025 um 12:19

Der verheerende Unfall auf der A93 bei Teublitz im Landkreis Schwandorf zum Wochenstart beschäftigt die Polizei weiter. Einer der Toten kam aus dem Landkreis Altötting. Vor allem die Unfallursache steht im Zentrum der Ermittlungen. Nun verdichten sich erste Vermutungen.

Wie berichtet, hatte am Montag gegen 7.10 Uhr ein Sattelzug mit litauischem Kennzeichen, der in Richtung Regensburg unterwegs war, zwischen den A93-Anschlussstellen Teublitz und Ponholz die Mittelleitplanken durchbrochen. Auf der Gegenfahrbahn kollidierte der Lastwagen mit mehreren anderen Fahrzeugen. Ein Auto wurde bis zur Unkenntlichkeit deformiert. Trotz schnell organisierter Hilfe starb eine Insassin. Auch der Beifahrer eines Transporters kam ums Leben. Mindestens zwei weitere Personen erlitten sehr schwere Verletzungen und mussten in Krankenhäuser transportiert werden.

Verlorener Reifen spielt offenbar Schlüsselrolle

Seitdem stellt sich die drängende Frage, wie es auf der geraden Strecke überhaupt zu dem Unfall hatte kommen können. Wieso verlor der Führer der Zugmaschine die Kontrolle? Weshalb brach seine Maschine abrupt nach links aus?

Ein Schlüsselrolle könnte tatsächlich ein Reifen spielen, den ein bisher unbekannter Fahrer verloren haben muss. Am Montag war dies noch nicht Gegenstand eines offiziellen Polizeiberichts gewesen, die Mediengruppe Bayern hatte aber handfeste Hinweise dazu erhalten. Wenige Minuten vor dem Unglück war bei der Polizei eine Meldung eingegangen, dass ein Reifen auf der Fahrbahn liege, bescheinigte nun Polizeisprecherin Corinna Wild.

Autobahnpolizei Schwandorf nimmt Hinweise entgegen

Weil sich der Halter des Fahrzeugs, von dem sich das Rad löste, bisher nicht gemeldet hat, bittet die Autobahnpolizeistation Schwandorf dringend um Mithilfe: Wer in diesem Zusammenhang etwas beobachtet hat oder Hinweise auf den gesuchten Verkehrsteilnehmer geben kann, sollte sich unter der Telefonnummer 09431/4301821 melden. „Jeder Hinweis könnte entscheidend zur Aufklärung des Unfalls beitragen“, betonte Hauptkommissarin Wild.

Der Fahrer des Lastwagens, der die Planken durchstieß, kam wie durch ein Wunder mit leichteren Verletzungen davon. Bei dem Mann handelt es sich um einen 45-Jährigen aus Weißrussland. Ob er eventuell Alkohol zu sich genommen hatte oder/und zu schnell unterwegs war, ist Gegenstand der Ermittlungen, versicherte die Polizeisprecherin. Die entsprechenden Überprüfungen seien noch nicht abgeschlossen.

Zum Gesundheitszustand einer weiteren Person, die schwerste Verletzungen erlitten hatte, gab es am Donnerstag keine neue Information. Eine weitere Betroffene konnte die Klinik mittlerweile wieder verlassen.

Bei dem Unfall entstand Sachschaden im sechsstelligen Bereich. Die Bergungs- und Unfallaufnahmearbeiten dauerten bis in die Abendstunden an. Reparaturarbeiten an den Schutzplanken liefen auch noch am Dienstag.