Eine Leidenschaft für Käse: Dirk Stroetmann ist neuer Sprecher des Chamer Bauernmarkts

Von Bernd Hofmann · 25. März 2025 um 05:00

Der Chamer Bauernmarkt hat einen neuen Sprecher: Dirk Stroetmann liebt Käse über alles und erzählt im Gespräch mit unserer Zeitung von seinen Plänen über die Zukunft des Markts.

„Ich bin der Vermittler zwischen Behörden und Vermarktern, die Figur, die vorne dran steht und die Koordination übernimmt“, sagt Stroetmann über seine Aufgabe. Seit einigen Wochen ist der 55-Jährige nun in seiner Funktion tätig – und hat konkrete Pläne: „Wir müssen junge Vermarkter aktivieren und den Leuten klar machen, wie wichtig regionale Produkte in der Gesellschaft sind.“

Um dieses Ziel zu erreichen, müsse man immer „dranbleiben“, sagt der Sprecher des Marktes: „Das es nicht einschläft.“ Konkret meint er damit zum Beispiel, die Verkäufer am Markt für neue Produkte zu inspirieren. Wer Joghurt verkaufe, könne zum Beispiel auch Butter oder Camembert anbieten. Oder je nach Jahreszeiten verschiedene Produkte bereitstellen. „Die Gemüsehändler haben das schon gut drauf“, sagt Stroetmann.

Der Markt hat auch mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen. „Die großen Höfe werden immer größer. Im Mittelstand war es früher normal, dass zwei bis drei Generationen am Hof sind. Mittlerweile ist es nur noch eine, selten zwei“, sagt Stroetmann. Der klassische Bauernhof, der viele Dinge auf dem Hof produziere, werde seltener. Stattdessen produzieren große Bauernhöfe viel vom Gleichen – und das auf Masse produziert: „Das wird uns zukünftig vor die Füße fallen.“

Buntes Markttreiben

Vom klassischen Gemüsehändler über Wurst und Fleisch, einem Fischhändler, Käse in allen Varianten, Schmalzgebäck und regionale Bäcker, Molkereiprodukte bis hin zu Rollbraten – am Bauernmarkt ist viel geboten. Jeden Samstag von 7.30 Uhr bis 12 Uhr verkaufen die regionalen Anbieter ihre Waren am Chamer Marktplatz. Unter ihnen ist Lehner’s Käsegenuss, der Stand von Stroetmann und seiner Frau. Seit über 25 Jahren ist der auf den Märkten in der Region unterwegs. Momentan bieten sie ihren Käse auf Märkten in Waldmünchen, Furth, Bad Kötzting, Roding und Cham an. Mittwochs öffnen Lehner’s ihre Türen und verkaufen an ihrem Hof in Weigelsberg, in der Nähe von Traitsching, ihre Käsesorten.

Neben Käse bieten Lehner’s Schmankerl auch auf verschiedenen Sonntagsmärkten in der Region ihr Schmalzgebäck an. Dort ist Lehners auch überregional bekannt, in Wörth, Straubing, Deggendorf und auch in Kötzting und Roding wird das Gebäck aus der eigenen Backstube verkauft.

Seit vier Jahren bietet Lehner’s nun auch Käse an. „Die Schiene wurde uns in der Corona-Zeit geöffnet“, erinnert sich Stroetmann. Ein befreundetes Pärchen habe aufgehört, Käse zu verkaufen, und einen Nachfolger gesucht. Laut des 55-Jährigen liebt er Käse schon immer. „Es ist ein tolles Produkt.“ So fiel die Entscheidung, selbst Käse herzustellen einfach. Der Lieblingskäse des Sprechers des Bauernmarktes ist ein würziger Bergkäse.

Für Kunden, die sich selbst noch nicht sicher sind, was für einen Käse sie wollen, hat er eine erprobte Strategie: „Zuerst muss man kategorisieren, was der Kunde will. Einen Schnitt- Frisch- oder Hartkäse?“, sagt er. Im zweiten Schritt gelte es, die Geschmacksrichtung zu bestimmen: mild, würzig, cremig, vielleicht ein Camembert? Im letzten Schritt darf dann der Kunde ran und Käse probieren. „So kann der Kunde rausfiltern, was er mag“, sagt Stroetmann. „Bei manchen werden dann Geschmacksnerven aktiviert, die manche Kunden davor gar nicht kannten.“ Das regionale Käseangebot hat natürlich seine Grenzen. Ziegenkäse und Schafskäse wird in der Region hergestellt, aber nicht jede Käsesorte wird im Landkreis Cham produziert, erklärt Stroetmann.

Chamer Camembert

Zum Beispiel der geliebte Bergkäse des 55-Jährigen. Den bezieht er aus Österreich oder dem Allgäu und verkauft ihn dann am Markt weiter. „Wir machen das, um den Kundenwünschen gerecht zu werden.“ Deswegen werden unter anderem auch seit einiger Zeit immer mehr Aufstriche angeboten, so Stroetmann.

Genau so verhält es sich mit Camembert: „Einen Camembert gibt es eigentlich nur richtig in Frankreich. Aber wir sind auf einen guten Weg, einen eigenen guten Camembert in der Region zu produzieren“, erklärt Stroetmann.

Im Hanselhof in Waldmünchen fange man damit gerade an, stecke aber noch in den Kinderschuhen. „Zu recherchieren, wo es guten Käse gibt, ist unser täglich Brot“, erklärt Stroetmann. Seitdem Lehner’s ihre Milchprodukte verkaufen, befindet er sich aktiv auf der Suche nach neuen Sorten: „Wenn wir einen Käse suchen, den es in Bayern nicht gibt, gehen wir zum Beispiel auch mal in die Schweiz.“ Der wird dann am Marktplatz angeboten – und landet in Cham auf dem Teller.

Märkte in der Region:

Cham: Bauernmarkt, Samstags von 7.30 Uhr bis 12 Uhr am Stadtplatz

Bad Kötzting: Bauernmarkt, Dienstags, von 8 Uhr bis 12.30 Uhr am Marktplatz vor St. Veit Kirche. Wochenmarkt, Donnerstags, von 8 Uhr bis 12 Uhr am Marktplatz vor St. Veit Kirche.

Zandt: Bauernmarkt, Samstags von 8 Uhr bis 10.30 Uhr am Rathausplatz.

Roding: Bauernmarkt, Freitags, 8 bis 12 Uhr am Festplatz am Esper. Ist der Festplatz am Esper gesperrt oder anderweitig belegt findet der Bauernmarkt am Paradeplatz statt.

Furth im Wald: Mittwochs, 8 bis 12 Uhr am Stadtplatz. In der Zeit des Drachenstiches ist der Bauernmarkt wegen des Festspiels in der Von-Müller-Straße vor dem Kaufhaus Bauer.

Waldmünchen: Bauernmarkt, Dienstags, 8 Uhr bis 11.30 am Marktplatz

Viechtach: Bauernmarkt, Samstags, 8 bis 12 Uhr beim GH Kreutzberg.