Tonwarenfabrik: Wohnkomplex in Schwandorf wird auch über Zengerstraße erschlossen

Von Caroline Keller · 25. März 2025 um 05:00

Nach weitreichenden Änderungen hat der Schwandorfer Planungs- und Umweltausschuss nun das geplante Mehrgenerationenwohnen auf dem Gelände der ehemaligen Tonwarenfabrik neben dem Rewe-Markt gebilligt.

Auf dem rund einen Hektar großen Areal sollen in sieben Blocks 92 geförderte Wohnungen entstehen. Auch eine Kita ist vorgesehen. Zwei weitere Kritikpunkte aus vorangegangenen Gesprächen waren die Erschließung über eine weitere Straße sowie zusätzliche Parkplätze.

Dem Wunsch ist das Planungsbüro nextstep Generalplaner GmbH aus Regensburg nachgegangen. Eine weitere Anbindung ist nun über die Zengerstraße im Süden geplant. Dazu hatte sich bei der öffentlichen Auslegung die Stadt geäußert. Die Beteiligung der Öffentlichkeit war Grundlage, damit der vorhabenbezogene Bebauungsplan beschlossen werden konnte. Seitens der Öffentlichkeit gab es allerdings keine Stellungnahmen.

Die Stadt hatte Einwände hinsichtlich der Verkehrsführung. Schon in der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses am 5. März 2024 gab es Beanstandungen. Im Hinblick auf die befürchteten negativen verkehrlichen Auswirkungen sowie aufgrund der Dichte der Bebauung wurde die Planung damals mehrheitlich abgelehnt. Also mussten die Pläne überarbeitet werden.

Eventuelle Parkverbotszone

Die Neuerungen fanden bei den Räten nun viel Anklang. Ein Punkt, den die Fachstelle Brandschutz der Stadt Schwandorf anmerkte, war, dass die Straßen für breitere Fahrzeuge wie einem Feuerwehrauto oder Müllwagen zu eng seien. Eine Parkverbotszone solle dafür sorgen, dass die Straßen frei bleiben. Marc Herbst von nextstep Generalplaner GmbH sicherte in der Sitzung zu, dass man sich um eine eventuelle Parkverbotszone kümmern wolle. Jedoch müsse seinen Worten nach damit gewartet werden, bis das Bauvorhaben realisiert ist, um dann in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt und der Polizei ein Parkverbot einzurichten.

Grundsätzlich seien sämtliche Straßen im Plangebiet 5,50 Meter breit oder noch breiter. Lediglich die südliche Zufahrt sei durch die fahrbahnbegleitenden Stellplätze auf 4,50 Meter Breite reduziert. Auch diese Breite sei ausreichend für Fahrzeuge mit größeren Abmessungen. Wie auch auf Nachfrage von Stadtrat Karl Heinz Saur (FW), der selbst Anwohner ist, noch hinzugefügt wurde, soll die Straße zur Zengerstraße hin einspurig sein. Die anderen Straßen auf dem Gelände sind doppelspurig.

Hinzugekommen ist nun auch die Zufahrt über die Zengerstraße. Wegen der geringen Fahrbahnbreite der Zenger-straße wurde, wie Marc Herbst berichtete, über eine Vorrangsregelung und gegebenenfalls über die Aufstellung eines Spiegels diskutiert. Diese Maßnahmen sind jedoch erst nach Fertigstellung sowie Nutzungsbeginn des Plangebietes tatsächlich prüfbar und würden dann vor Ort von Polizei und Ordnungsamt festgelegt.

Doch wo soll der Verkehr, der dann in dem Areal rollt, parken? Mehrfach mussten die Planer hier nachjustieren. Mittlerweile sind auf dem Gelände 168 Stellplätze geplant. Neu ist, dass 34 davon quartiersbezogene Stellplätze in der Tiefgarage sind, die ausschließlich den zukünftigen Bewohnern zur Verfügung stehen. 35 der 168 Parkplätze sind dann öffentlich. Vier davon befinden sich in einer sogenannten Kiss’n’Ride-Zone für die Kinderbetreuungseinrichtung. Fünf weitere Stellplätze sind im südlichen Straßenraum als Längsparker, sowie 26 weitere im Süden/Südosten des Gebiets vorgesehen.

Die Tiefgarage und die weitere Erschließung über die Zengerstraße stimmte die Ausschussmitglieder zufrieden. CSU-Fraktionssprecher Andreas Wopperer lobte, dass den Vorschlägen, die im intensiven Austausch entstanden seien, nun Rechnung getragen wird. „Die Wohnungen können wir in der Stadt brauchen“, unterstrich er seine Zustimmung.

Am Ball geblieben

Auch Manfred Schüller (SPD) zeigte sich zufrieden mit der Planung und bedankte sich bei Herbst, dass er „am Ball geblieben“ sei. Auch Kurt Mieschala (UW) schloss sich der positiven Stimmung seiner Vorredner an und begrüßte ebenfalls die Wohnbebauung in der Innenstadt.

Der vorhabensbezogene Bebauungsplan Mehrgenerationenwohnen Tonwarenfabrik wurde einstimmig beschlossen.

Anmerkung der Redaktion: Zum Artikel gibt es eine Berichtigung. Marc Herbst, der in der Ausschusssitzung das Projekt vorstellte, wurde fälschlicherweise der nextstep Generalplaner GmbH zugeordnet. Richtig ist, dass Herbst Geschäftsführer der Klassik Bau GmbH ist. Er stellte das Projekt als Generalübernehmer für die nextstep Generalplaner GmbH vor.