Messerangriff bei Fest in Parsberg: Mann (39) vor den Augen von Frau und Kindern getötet

Von Petra Schlierf · 24. März 2025 um 15:44

Ein Mann geht auf ein kurdisches Neujahrsfest in Parsberg (Landkreis Neumarkt) und wird vor den Augen seiner Familie niedergestochen. Wenig später stirbt er. So schrecklich soll sich die Attacke am Sonntagnachmittag auf dem Parsberger Grill- und Zeltplatz abgespielt haben. Der Getötete wohnte ganz in der Nähe. Am Montag wurde für den Tatverdächtigen, einen 43-jährigen Syrer, Haftbefehl erlassen.

Der 39-jährige Vater von vier Kindern, der wohl an seinen schweren Messerverletzungen gestorben ist, hatte mit seiner Familie in einer Asylunterkunft in Hohenfels gewohnt. Das hat Christian Graf, Bürgermeister von Hohenfels, von der Polizei bestätigt bekommen.

Mehr dazu: Messerstecherei in Parsberg: Ein Mensch wurde tödlich verletzt

Gerüchten zufolge sollen sich Opfer und Tatverdächtiger gut gekannt haben, sogar verwandt miteinander sein. Dazu schweigt die Staatsanwaltschaft bisher ebenso wie zum Motiv für die Tat. Man ermittle aktuell wegen Totschlags.

Polizei bittet um Fotos und Videos über Hinweisportal

Um die Ermittlungen zu unterstützen, bittet die Polizei alle Gäste, mögliche Fotos und Videos zum Tatgeschehen auf einem Hinweisportal hochzuladen.

Parsbergs Bürgermeister Josef Bauer ist immer noch erschüttert ob des Vorfalls: „Es ist tragisch, vor allem weil Frau und Kinder dabei waren.“ Dass diese Tat aber ausgerechnet bei diesem Fest geschehen sei, hält er für Zufall. Von der Polizei habe er erfahren, dass es sich um „eine reine Beziehungstat“ handle: „Es soll zwischen den beiden schon vorher einen Streit gegeben haben, dann ist das eskaliert. Das kann aber überall passieren. Man kann so etwas nicht verhindern. Wenn sich die zwei auf der Straße getroffen hätten, wäre das vielleicht auch passiert.“ Trotzdem soll es jetzt Gespräche mit dem Betreiber des Platzes, dem Touristikverband Parsberg-Lupburg, geben, ob das Fest künftig wieder dort stattfinden darf, wenngleich es in den beiden Jahren davor nie Probleme gegeben habe.

Hunderte Polizisten aus ganz Bayern in Parsberg im Einsatz

„Es war kein alltäglicher Einsatz. Wenn so viele Menschen beteiligt sind, haben wir normalerweise mehr Vorlauf“, sagt Michael Zaschka, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz. Deswegen seien Unterstützungskräfte aus ganz Bayern zusammengezogen wurden. „Wir waren auch froh, dass uns THW, Feuerwehr und Rettungsdienst unterstützt haben, um die Versorgung zu gewährleisten und auch so etwas wie Toiletten. Denn die Menschen mussten ja warten.“ Mit solchen Problemen habe man normalerweise nicht zu kämpfen. Gegen 23 Uhr sei der Einsatz vor Ort beendet gewesen, alle Personalien von rund 500 Personen festgestellt und die Spuren am Tatort gesichert gewesen.

Feuerwehr, THW und BRK unterstützen stundenlangen Einsatz

Etwa acht Stunden waren die ehrenamtlichen Helfer am Sonntag im Einsatz. Kreisbrandrat Jürgen Kohl übernahm die Kommunikation mit der Polizei. Für ihn und seine zahlreichen ehrenamtlichen Kollegen war dieser Einsatz alles andere als Alltag. Zwar sei von Beginn an klar gewesen, dass es sich um einen polizeilichen Einsatz handle, doch die Dimension war noch unklar. „Das BRK war da, um den Verletzten zu versorgen, die Feuerwehr sollte den Patienten abschirmen. So weit unterscheidet sich das nicht so sehr von der Situation, wie sie auch bei einem Unfall auf der Straße sein könnte“, erklärt Kohl. Wie viele Menschen sich dort aufhalten, stellte sich aber erst vor Ort heraus.

Feuerwehrhaus wurde zur Zeugensammelstelle

In enger Absprache mit der Polizei bauten die rund 50 Feuerwehrler und weitere zehn Kräfte des THW Parsberg Beleuchtung auf und sperrten das Areal ab, damit es niemand unkontrolliert verlassen konnte. Im Feuerwehrhaus wurde eine Zeugensammelstelle eingerichtet. Die Ehrenamtlichen betreuten auch die vielen Menschen auf dem Gelände. Parallel sorgte das BRK dafür, dass auch die Einsatzkräfte verpflegt wurden, denn „uns war schnell klar, dass das nicht in einer halben Stunde vorbei ist“, erklärt Kreisbrandrat Kohl.