Weil sich Einbrecher verplappert: Spektakulärer Einbruch in Regensburg schnell geklärt

Von Philip Hell · 24. März 2025 um 15:34

Da war wahrlich kein Meisterdieb am Werk: Die Polizei hat nur wenige Tage nach einem Einbruch in den Trekking-Laden in der Oberen Bachgasse in Regensburg den mutmaßlichen Täter dingfest gemacht – weil er wohl mit seinem Diebstahl angegeben hat. Inhaber Harry Gröger ist heilfroh, doch etwas trübt die Freude.

Zur Erinnerung: Vor rund zwei Wochen schlug ein bis dahin Unbekannter die Scheibe des Trekking-Ladens in der Oberen Bachgasse ein.

Vor einigen Tagen geschah dann Folgendes, schildert Gröger der MZ: „Ich saß abends auf der Couch, als mein Handy klingelte.“ Es war schon spät, trotzdem hob er ab – zum Glück. Am anderen Ende war ein Polizist, der ihm sagte, dass er den mutmaßlichen Einbrecher dingfest gemacht habe. „Scheinbar hat er in seinem Freundeskreis mit der Tat geprahlt“, sagt Gröger. Als der Fall durch die MZ publik wurde, habe sich wohl ein Bekannter anonym an die Polizei gewandt, sagt Gröger. Die Beamten hätten den Tatverdächtigen bereits gekannt, gegen ihn habe ohnehin ein Haftbefehl bestanden. Am Bahnhof hätten sie den mutmaßlichen Einbrecher schließlich angetroffen und festgenommen.

Die Polizei war am Montag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Der Vorfall vor wenigen Tagen war nicht die erste Attacke auf Grögers Laden. Bereits einige Tage vor Weihnachten wurde eine Schaufensterscheibe zertrümmert. Damals wurden unter anderem einige hochwertige Trinkflaschen gestohlen. Gröger ist überzeugt, dass auch hinter diesem Einbruch der Festgenommene steckt – der gibt das bislang allerdings nicht zu. Der Geschäftsinhaber ist dennoch erleichtert, dass der mutmaßliche Täter nun hinter Gitter ist. Was ihn am meisten beruhigt: Er ist dem Mann nie begegnet. „Man macht sich natürlich Gedanken: Hat es da jemand auf mich abgesehen? Hat jemand was gegen mich persönlich?“

Nach Einbruch in Regensburg: Gibt es beim Täter nichts zu holen?

Dennoch: Ein Wermutstropfen bleibt. Bei dem Täter gebe es vermutlich nichts zu holen, sagt Gröger. Er bleibe also aller Voraussicht nach auf dem Schaden sitzen.

Nach dem Einbruch hatte Gröger überlegt, die Schaufenster womöglich leer zu lassen. Nachdem er nun weiß, dass der Täter dingfest gemacht wurde, will er nun weiter seine Ware in der Auslage präsentieren. „Ansonsten wäre das ja eine Kapitulation.“ Zudem sei es eine absolute Seltenheit, dass Schaufenster eingeschlagen werden. „Mir ist das in all den Jahren noch nie passiert.“ Dennoch will er nun weniger wertvolle Dinge ins Schaufenster stellen – und die Videoüberwachung ausbauen.

Eines hat Geschäftsinhaber Gröger bei all der Aufregung doch sehr gefreut: Seit dem Bericht in der MZ seien zahlreiche Kunden in den Laden gekommen und hätten ihm den Rücken gestärkt. „Das macht einem Mut.“